Trauriges Jubiläum

Zwei Jahre Ukrainekrieg: Asylanträge sind um 70 Prozent zurückgegangen

· Online seit 24.02.2024, 07:57 Uhr
Am 24. Februar 2022 marschierte Russland in die Ukraine ein. Seitdem herrscht dort Ausnahmezustand. Viele Ukrainerinnen und Ukrainer sind aus ihrem Heimatland geflüchtet. Wir haben die Flüchtlingsentwicklung genauer unter die Lupe genommen.
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Allgemein lässt sich festhalten, dass die Anträge in den vergangenen zwei Jahren stark zurückgegangen sind. Gemäss den Zahlen des Staatssekretariats für Migration SEM sind die Asylanträge in der Zentralschweiz im 2023, verglichen zum 2022, zwischen 67 und 73 Prozent zurückgegangen. Wir haben bei den Zentralschweizer Kantonen nachgefragt, wie sie die Situation der geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern einschätzen würden.

Luzern

Durch den Krieg in der Ukraine sei der Gesamtbestand der Asylsuchenden damals innert kürzester Zeit im Kanton Luzern um rund 67 Prozent erhöht worden. «Gegen Ende 2022 hat auch die Zahl aller Asylsuchenden zugenommen, sodass sich der Bestand per 31. Januar 2024 mehr als verdoppelt hat», heisst es von Seiten der Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen des Kantons. Die Zahl der Asylgesuche von Ukrainerinnen und Ukrainern im Jahr 2023 ist im Vergleich zu 2022 um fast 73 Prozent zurückgegangen.

Nidwalden

Zurzeit würden im Kanton Nidwalden 273 Personen mit Schutzstatus S leben. Aus Sicht des Kantons habe Nidwalden nach Ausbruch des Krieges sehr viele Schutzsuchende aufgenommen – die Zahl habe sich im Verlauf der darauffolgenden Monate eingependelt. «Seit Ende 2022 ist die Kurve von aufgenommenen Geflüchteten aus der Ukraine zusehends abgeflacht.» Es hätte auch vermehrte Rückkehrerinnen und Rückkehrer oder Schutzsuchende gegeben, die nicht mehr auf die Hilfe des Staates angewiesen waren und in eine eigenständige Wohnung umgezogen seien.

Obwalden

Momentan leben im Kanton Obwalden 238 Geflüchtete aus der Ukraine. Insgesamt wurden Obwalden 444 Ukrainerinnen und Ukrainer zugewiesen. «2023 sind fast gleich viele Personen ausgereist wie eingereist. Die Platzierungszahlen bleiben damit stabil, der Verwaltungsaufwand ist jedoch hoch», beobachtet der Kanton. Die Erwerbsquote der Ukrainer würde zudem sehr hoch liegen. Konkret betrug dieser per Ende 2023 rund 45 Prozent.

Schwyz

Im Kanton Schwyz seien zurzeit 1156 Geflüchtete aus der Ukraine gemeldet. Innerhalb dieser zwei Jahre seien 1823 Personen dem Kanton zugewiesen worden, wovon 667 Personen wieder ausgereist seien. Kurz gesagt: Über ein Drittel der Ukrainer, die dem Kanton Schwyz zugewiesen wurden, haben den Kanton und wohl auch das Land wieder verlassen. Ausserdem beobachtet der Kanton Schwyz folgende Situation: «Die Schutzgesuche werden nicht mehr so zügig wie früher behandelt. Das ist bedauerlich.»

Weiter sei der Anteil der Schutzsuchenden, die bereits einen Schutzstatus in einem anderen europäischen Land hatten, gestiegen. «Es wäre wünschenswert, wenn diese Personengruppe nicht in die Kantone entlassen würden, sondern in einem Bundeszentrum verbleiben, von wo sie via Rückübernahme an den Schutzstaat übergeben werden könnten», erklärt die Vorsteherin des Amts für Migration im Kanton Schwyz, Tünde Szalay.

Uri

Momentan sind 279 Personen aus der Ukraine in Uri untergebracht, so der Kanton auf Anfrage. In den Jahren 2022 und 2023 seien insgesamt 154 Ukrainerinnen und Ukrainer von Uri entweder in andere Kantone weggezogen oder zurückgekehrt. Die Zahl der Asylgesuche von Ukrainern im Jahr 2023 ist im Vergleich zu 2022 um 70 Prozent zurückgegangen.

Zug

Aktuell leben im Kanton Zug 848 Personen aus der Ukraine mit Schutzstatus S. Auch hier hat die Nachfrage nach dem Schutzstatus S allerdings nachgelassen. Im März 2022 – kurz nach Kriegsausbruch – sind gemäss dem Kanton Zug 351 Schutzsuchende in den Steuerkanton gereist, einen Monat später habe sich diese Zahl verdoppelt. «Seit Mai 2022 sind die Zahlen relativ konstant und Zu- und Wegzüge halten sich die Waage», schreibt der Kanton auf Anfrage von PilatusToday.

Der Kanton Zug beobachtet ausserdem, dass die Zahl der Ausreisen bei Personen mit dem S-Status, verglichen zum restlichen Asylbereich, deutlich höher sei. Personen mit dem Sonderstatus machen gut einen Drittel des gesamten kantonalen Asylbereichs aus. «Weiter fällt auf, dass die Erwerbstätigenquote von Personen mit Status S im Kanton Zug höher ist als in anderen Kantonen.» Die Gründe seien vielfältig – der Kanton führe mit allen Personen Potenzialabklärungen durch und organisiere Sprachkurse nach Bedürfnissen.

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veröffentlicht: 24. Februar 2024 07:57
aktualisiert: 24. Februar 2024 07:57
Quelle: PilatusToday

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redaktion@pilatustoday.ch