Bundesratswahl

Jositsch: «Bleibe glücklicher Ständerat, wenn ich nicht aufs Ticket komme»

8. November 2022, 13:54 Uhr
SP-Ständerat Daniel Jositsch gab an einer Medienkonferenz am Dienstag seine Kandidatur für die Nachfolge von Bundesrätin Simonetta Sommaruga bekannt. Verzweifelt sei er aber nicht, betonte er seine Entscheidung.

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

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Worum gehts?

Nachdem sich mehrere Frauen aus dem Rennen um die Nachfolge der zurücktretenden SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga genommen haben, könnte heute neue Bewegung kommen: Der Zürcher Ständerat Daniel Jositsch, der laut Medienberichten über eine Kandidatur nachdenkt, hat zu einem Medientermin zur Nachfolge von Sommaruga nach Bern eingeladen.

Die SP-Spitze will allerdings dem Parlament ein reines Frauen-Ticket vorschlagen. Das Parlament entscheidet am 7. Dezember über die Nachfolge von Sommaruga. Gleichzeitig wird auch der SVP-Sitz von Ueli Maurer neu besetzt.

Jositsch im TalkTäglich:

Quelle: CH Media Video Unit / TalkTäglich

Frauen-Ticket diskriminierend?

Jositsch findet das von seiner Partei vorgesehene Ticket mit zwei Frauen für die Nachfolge von Bundesrätin Simonetta Sommaruga diskriminierend. Dadurch werde eine Männer-Kandidatur verhindert.

Persönlich denke er über eine Kandidatur nach, sagte er bereits am Freitagabend in der Sendung «Forum» des Westschweizer Radios RTS. Zurzeit diskutiere er mit Fraktionsmitgliedern darüber und vor allem mit seiner Familie. Wenn er kandidiere, werde er auch um einen Platz auf dem Ticket kämpfen.

Nach der jahrhundertelangen Diskriminierung der Frauen, seien nun die Männer von dem Phänomen betroffen, fuhr er fort. Er werde der SP-Fraktion vorschlagen, keine Grenzen für die Bundesratskandidaturen abzustecken.

Kompetenz ist wichtiger als Geschlecht oder Kanton

Er plädiere nicht unbedingt für einen Mann. Entscheide die Fraktion, zwei Frauen seien die beste Wahl, würden zwei Frauen auf dem Ticket stehen. Für ihn seien die Kompetenzen und die Fähigkeit, in einer Kollegialbehörde mitzuregieren, aber wichtiger als das Geschlecht.

Zur Vertretung des Kantons Zürich im Bundesrat erklärte Jositsch, das sei ihm egal. Einzig die Qualitäten würden zählen. Er plädierte für einen grösseren Spielraum.

(sda/jaw)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 8. November 2022 12:43
aktualisiert: 8. November 2022 13:54