Winti-Abwehrbollwerk

FCL-Frick nach 1:1 Unentschieden: «Kann damit leben»

Sven Brun, 6. November 2022, 00:24 Uhr
Luzern und Winterthur trennen sich im Duell zweier formstarker Teams 1:1. Die Luzerner sind dem Sieg näher, der Aufsteiger verdient sich den Punkt aber mit einer solidarischen Leistung. Mario Frick anerkennt nach dem Spiel die Abwehrleistung der Winterthurer.

Quelle: PilatusToday / Anita von Rotz

Anzeige

«Wir dürfen keine Bequemlichkeit aufkommen lassen», meinte Trainer Mario Frick vor der Partie. Nach dem 6:0 Sieg gegen den FC Winterthur vor ein paar Wochen, lautete die Devise für den FCL am Samstagabend also: Winti ja nicht unterschätzen. Und prompt startet der FC Luzern nachlässig in die Partie. «Wir sind schlecht in den Match gestartet, waren viel zu passiv. Aber man muss auch sagen, seitdem ich Trainer in Luzern bin, hat noch nie eine Mannschaft so gut gegen uns verteidigt», meint Frick nach dem Spiel.

Die FCL-Noten gegen Winti:

Nach einem leichtsinnigen Jashari-Ballverlust in der 15. Minute eröffnete Winterthur dank Mateo Di Giusto folgerichtig das Skore. Ein Weckruf für die Luzerner? Jein. Auch in der Folge will den Mannen von Mario Frick nicht allzu viel gelingen. «Der Druck, gegen Winti gewinnen zu müssen, hemmte die Jungs», sagt Frick. Winti verteidigte mit elf Mann solidarisch und mauerte das eigene Tor zu. Nur einmal war der FCL nahe an einem Torerfolg. Meyer hämmerte seinen Freistoss aus rund zwanzig Meter ans Quergebälk. Ansonsten fehlte es in diesem gehässigen Spiel mit gelben Karten hüben wie drüben an Elan, an Biss und irgendwie auch an der letzten Überzeugung.

FCL zeigte in der zweiten Halbzeit ein ganz anderes Gesicht

«In der Pause hat es gerumpelt», sagt Mo Dräger nach der Partie. Und siehe da: Es war definitiv mehr Drive im Spiel des FCL in der zweiten Halbzeit. Winti-Schreck Abubakar (ein Tor und ein Assist im letzten Aufeinandertreffen), zur Pause eingewechselt, markierte nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff den Anschlusstreffer. Für die 11'500 Zuschauerinnen und Zuschauer, an einem kalten Herbstabend, ein erwärmender Moment.

Das Spiel lief in der Folge nur noch in eine Richtung. Bei Winti wagte sich nur höchst selten mal ein Spieler über die Mittelinie. «Das ist natürlich sehr schwer, gegen einen solchen Gegner zu spielen», betont Dorn im Interview. Chancen hatten die Luzerner, aber so wirklich zwingend wurden die Bemühungen nicht. Zu zehnt fertig spielend (siehe Szene des Spiels) blieb es somit am Schluss beim 1:1 Unentschieden. «Mit einem Punkt zurück nach Winterthur ist riesig für uns», sagt der gegnerische Trainer Bruno Berner nach dem Spiel. «Mit dem Punkt kann ich leben», meint Mario Frick. Gegen Basel, am kommenden Mittwochabend, wolle man nachholen, was heute verpasst wurde: «Drei Punkte gewinnen», so Frick.

Spieler des Spiels

Für den gesperrten Denis Simani rückte Eigengewächs Luca Jaquez in die Startelf. Der FCL-Nachwuchsspieler zeigte eine ruhige, überlegte und spielerisch gute Partie. Vom Innenverteidiger-Duo Jaquez-Burch war Erstgenannter ganz klar der Bessere. Aufgrund des anhaltenden Formtiefs von Marco Burch stellt sich somit die Frage, ob für die letzten beiden Hinrundenspiele auch ein Duo Jaquez-Simani denkbar wäre.

Szene des Spiels

Was eine komische Szene in der 83. Minute. Sofyan Chader versucht direkt vor der FCL-Bank akrobatisch den Ball im Spiel zu halten. Gelingt ihm nicht. Im Gegenteil: Er zieht sich einen Krampf zu und lässt sich sofort ausserhalb des Spielfeldes behandeln.

So weit so gut. Doch anstatt auf das Zeichen von Schiedsrichter Piccolo zu warten, rennt Chader einfach so aufs Spielfeld und erhält auch sofort den Ball. Piccolo pfeift zu Recht ab und Chader erhält den zweiten gelben Karton zu Gesicht. Folglich muss Luzerns Nummer 69 verfrüht mit der Ampelkarte unter die Dusche.

Stimmen zum Spiel

Quelle: PilatusToday / Anita von Rotz

Quelle: PilatusToday / Anita von Rotz

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 5. November 2022 20:20
aktualisiert: 6. November 2022 00:24