Fachkräftemangel in den Skigebieten

«Verantwortungsvolle Aufgaben kann nicht irgendjemand übernehmen»

· Online seit 23.11.2023, 18:56 Uhr
In den höher gelegenen Skigebieten ist der Winter eingetroffen und die ersten Pisten sind geöffnet. Dazu luden die Vertreter der Skisportgebiete am Donnerstag zu einer Medienkonferenz ein. Im Zentrum stand der Fachkräftemangel in der Schneesportregion Zentralschweiz.

Quelle: Tele 1 / Florian Estermann

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Hinter einem traumhaften Skierlebnis steckt viel Arbeit. «80'000 Franken kostet ein Skitag für ein Gebiet. Es stehen unzählige Mitarbeitende im Einsatz», erzählt René Koller, Präsident des Transportunternehmens Zentralschweiz TUZ und CEO der Bergbahnen Sörenberg. Insgesamt sind 2'455 Mitarbeitende in den 15 Schneesportgebieten der Zentralschweiz beschäftigt. Darunter 35 Lernende.

Bergbahnen schaffen Arbeitsfelder für viele Bereiche

Seilbahnfachleute, Mechaniker, Pistenfahrzeugfahrer, Rettungsdienstmitarbeitende, Gastronomen, Hotelfachleute, Verwaltungspersonal und viele mehr arbeiten Hand in Hand bei den Skigebieten. Der Wintersport schafft diverse Arbeitsplätze. Doch diese können nicht überall besetzt werden.

Quereinsteiger wirken Fachkräftemangel entgegen

Bei den Sörenberg Bergbahnen sei der Fachkräftemangel ein grossgeschriebenes Thema, erzählt Koller. «Im Bereich Technik haben wir die letzten Jahre viel investiert, um junge Leute ohne Seilbahnmechatroniker-Ausbildung als Quereinsteiger reinzuholen. Wir haben sie zur Seilbahn Fachschule geschickt und die Ausbildung finanziert.»

Mangel in Gastronomie am meisten spürbar

Nicht nur an Seilbahnmechatronikern fehlt es. Der Fachkräftemangel in der Gastronomie ist auch bei den Skigebieten bemerkbar. «Küchenchefs oder Servicepersonal ist sehr gesucht. Es ist unter anderem auf die Corona-Krise zurückzuführen. Als alle Gastronomiebetriebe und Skigebiete schliessen mussten, ist viel Personal in andere Berufe abgewandert und teils nicht zurückgekommen», so der CEO der Bergbahnen.

Sonderangebote für Mitarbeitende 

Um den Beruf bei den Skigebieten schmackhaft zu machen, werben die Bergbahnen mit Angeboten wie Saisonkarten, vergünstigter Verpflegung, Sonderkonditionen in Sportgeschäften oder Freizeitangeboten für Fachkräfte. Denn langfristig lohnt es sich für die Unternehmen, wenn junge Berufsleute ausgebildet werden.

Linus Bucher ist seit zwei Jahren bei den Sörenberg Bergbahnen als stellvertretender technischer Leiter und als Seilbahnfachmann tätig. Die Arbeit sei komplex und benötige ein fundiertes Grundwissen. «Verantwortungsvolle Aufgaben kann nicht irgendjemand übernehmen. Wir haben auch Quereinsteigende, doch wir müssen sie genau in den Arbeitsbereich einarbeiten.» Dies könnten Landmaschinenmechaniker oder Fachleute mit einem anderen technischen Hintergrund sein.

Doch die Schneesportgebiete zeigen sich optimistisch im Hinblick auf die Wintersaison, wie die TUZ berichten. Koller kommentiert zum Abschluss des Gesprächs: «Das Skifahren ist der Volkssport Nummer 1 der Schweiz. Unser Motto ist: Alles fährt Ski. Solange wir die Möglichkeit haben, es weiterzuführen und Nachfolge hier ist, sind auch wir parat!»

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veröffentlicht: 23. November 2023 18:56
aktualisiert: 23. November 2023 18:56
Quelle: PilatusToday

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redaktion@pilatustoday.ch