Hochbetrieb auf dem See

Chefkapitän: «Die Gefahren werden stark unterschätzt»

3. Juli 2022, 10:45 Uhr
Sommer, Sonne, Sonnenschein. Das schöne Wetter lockt viele von uns an den Vierwaldstättersee. Doch der Hochbetrieb auf dem See birgt auch Gefahren. Schiffskapitäne fürchten sich vor tödlichen Kollisionen und appellieren an die Seenutzenden: «Nehmt die Gefahren ernst!»
Pedalos, Schwimmer & Kursschiffe: Auf dem Vierwaldstättersee herrscht Hochbetrieb.
© GettyImages, ChrisRinckes

Aufgrund des sommerlichen Wetters ist momentan so richtig was los auf dem Vierwaldstättersee. Schwimmer, Stand-up-Paddlerinnen und Pedalos – das Luzerner Seebecken ist voll mit Menschen. Doch die hohe Frequenz auf dem See birgt auch Gefahren. Diese werden oftmals stark unterschätzt, erklärt der Chefkapitän der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees, Michel Scheurer.

«Als Kapitän kann man unmöglich alle Seenutzer sehen – das macht die Situation so gefährlich», sagt er. Viele Personen würden sich rücksichtslos verhalten und somit auch ihre eigene Sicherheit gefährden. «Eine Kollision mit einem Kursschiff kann tödlich enden», führt Scheurer aus. Als Schiffskapitän muss er deshalb im Sommer noch konzentrierter und aufmerksamer sein als sonst.

100 Meter Abstand halten

Bei Anlegestellen gilt, dass der Aufenthalt im Wasser im Umkreis von 100 Metern verboten ist. Ansonsten müsse man mit einer Anzeige rechnen, sagt Scheurer und fügt hinzu: «Dies gilt auch während der Anlegephase des Schiffs. Also dann, wenn das Schiff nicht unterwegs ist.»

Die heikelsten Situationen entstehen laut dem Chefkapitän mit Schwimmerinnen. «Mit dem Strudel des Schiffs und den Wellen bleiben viele Personen unerkannt.» Aber auch Pedalo-Fahrer und Stand-up-Paddlerinnen können in riskante Situationen verwickelt sein. «Oftmals dann, wenn sie die Regeln nicht einhalten», sagt Michel Scheurer.

Appell an alle Seebenützenden

Es brauche deshalb oftmals Kursänderungen oder Hup-Signale. In seltenen Fällen wird eine Anlegestelle sogar komplett umgangen. Grund dafür: «Ein Schiff ist nicht so einfach manövrierbar wie beispielsweise ein Auto. Ohne Geschwindigkeit ist die Lenkung sehr schwierig.» Deshalb möchte man als Kapitän gar nicht erst in solch eine Situation kommen.

Damit Schiff und Mensch weiterhin sicher koexistieren können, appelliert der Chefkapitän an alle Seenutzenden: «Nehmt die Gefahren ernst!» Man soll die Regeln respektieren und Rücksicht auf das Vortrittsrecht der Schiffe nehmen. Falls man das Seebecken überqueren möchte, dann nur mit Begleitboot und farbiger Badekappe. «Sicherheit geht immer vor, das ist uns wichtig», schliesst er ab.

(bsv)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 3. Juli 2022 10:39
aktualisiert: 3. Juli 2022 10:45
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