Kriens

Auf Stadtrundgang mit dem Bauvorsteher: Wie fussgängerfreundlich ist Kriens?

Livia Barmettler, 25. Juni 2022, 11:00 Uhr
Unsichere Friedhofstrasse oder zu kurze Grünphasen an den Ampeln: Kriens hat bei den Bewohnerinnen und Bewohnern nachgefragt, wie gut man zu Fuss durch Kriens kommt. Auf einem Stadtrundgang mit dem Bauvorsteher schauen wir uns die Ergebnisse an.
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Quelle: PilatusToday / David Migliazza

Wir treffen Maurus Frey, Bauvorsteher der Stadt Kriens, vor dem Stadthaus mitten im Zentrum Kriens. Es ist 16.00 Uhr: Der Feierabend kommt näher und mit ihm auch das steigende Verkehrsaufkommen an der Kantonsstrasse gleich vor dem Stadthaus.

Mit zunehmendem Verkehr wachse auch der «Clash of Interests», wie ihn der Krienser Bauvorsteher nennt, sprich die unterschiedlichen Interessen. «ÖV und Autos wollen einen effizienten Verkehr, der Fussgänger will möglichst kurze Wartezeiten an der Ampel», so Frey.

Statt «Motzgeneration» positives Feedback

Darum, was Letztere wollen, ging es in der Umfrage der Stadt Kriens, die im Rahmen der Fussverkehrswoche in Zusammenarbeit mit der Albert Koechlin Stiftung durchgeführt wurde. Rund 230 Krienserinnen und Krienser haben ihre Meinung zum Fussverkehrsnetz kundgetan. Die Ergebnisse seien vielversprechend: «Es ist nicht so, dass sich hier einfach eine Motzgeneration an den Computer gesessen und irgendwas in die Tasten reingehauen hat. Wir haben sowohl positives als auch negatives konstruktives Feedback bekommen», so der Bauvorsteher.

Zu viel Rot an der Ampel, zu wenig Grün auf dem Dorfplatz

Während die Regionen Hofmatt und Mattenhof, der Jegerlehnerweg oder die Teiggi gelobt werden, sieht es an anderen Stellen düsterer aus. Wir laufen mit Frey die Kantonsstrasse entlang, wo einiges bemängelt wird.

Die Karte zeigt die «Fussgänger-Hotspots»: An den orangen Stellen sind die Krienser Fussgänger zufrieden, an den schwarzen sehen sie Schwachstellen.
© Albert Koechlin Stiftung

Die Kantonsstrasse teilt das Stadtzentrum in zwei Hälften. Die Fussgänger störten sich vor allem an den Ampeln: «Ganz viele Leute haben sich beschwert und gemeint: Hey, ich warte rüdig lang, bis es grün wird und wenn es dann grün ist, muss ich schon fast rüberrennen.»

Das sei vor allem für ältere Menschen und Schulkinder ein Problem. Während er vor dem Fussgängerstreifen spricht, unterbricht er rasch: «Jetzt haben wir grad Glück, jetzt ist es grün».

Das mit den Lichtanlagen sei sicher ein Punkt, bei dem die Stadt Kriens mit dem Kanton das Gespräch sucht, um zu schauen, was sich machen liesse, so Frey. Währenddessen gehen wir am Dorfplatz vorbei, der den Krienserinnen und Kriensern laut Umfrage zu wenig grün und zu wenig gemütlich gestaltet ist.

Auch Verkehrssicherheit wird bemängelt

Weiter geht es zum Kreisel beim Friedhof. «Hierzu gab es auch sehr viele Rückmeldungen», sagt Frey. So schätze man die Gestaltung des Kreisels und die Grünanlage gleich nebenan. Auf der anderen Seite werde die Verkehrssicherheit aber kritisiert: «Auf der Friedhofsstrasse wird laut einigen Krienserinnen und Kriensern zu schnell gefahren und man wünscht sich Tempo 30 – gerade auch, weil hier ein Schulweg durchführt.»

Ok – und jetzt? 

Was aber wird jetzt aus diesen Feedbacks, aus der Kritik und den Wünschen der Krienserinnen und Kriensern, fragen wir den Bauvorsteher, als wir wieder zurück sind. Mittlerweile ist es 17.00 Uhr und vor dem Stadthaus hat sich eine lange Fahrzeugkolonne entlang der Kantonsstrasse gebildet.

«Wir haben Feedbacks gesammelt, die uns erlauben, in der Verkehrsplanung Prioritäten zu setzen.» So würde der Stadtrat jetzt alle Rückmeldungen nochmals genau sichten und gerade die Anliegen, die die Verkehrssicherheit betreffen, zeitnah prüfen und Verbesserungen einleiten. Dabei sei aber natürlich wichtig, dass «es sowohl den Fussgängern, dem öffentlichen sowie dem Velo- und Autoverkehr zu Gute kommt und möglichst alle profitieren.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 24. Juni 2022 18:06
aktualisiert: 25. Juni 2022 11:00
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