Fantasy im Pilatusland

Der Kampf zwischen Gut und Böse entscheidet sich am Pylatus

Raffaele Keller, 24. Oktober 2020, 10:36 Uhr
Der Fantasy-Roman «Feuer und Finsternis» erscheint Ende Oktober als illustrierte Gesamtausgabe. Das Spezielle daran? Er spielt zu einem wichtigen Teil in der Zentralschweiz am «Pylatus». Wir durften einen exklusiven Blick in das neue Werk von Angelo Nero werfen und ihn zu seiner Arbeit als Fantasy-Autor befragen.

«Haben sie dich im Stich gelassen?», höhnt er. «Zeig dich, verdammt!» Verzweifelt kämpfe ich mich weiter durch den dichten Nebel, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Ich weiss, wenn ich den Fürst der Finsternis vernichte, kann ich aus diesem Albtraum entrinnen, und nur dann. Doch: Tote sterben nicht, schiesst es mir verhängnisvoll durch den Kopf.

Die Angelus Excubitor vom Drachenhorst am Pylatus

Der Fantasy-Roman von Angelo Nero «Feuer und Finsternis» spielt im Europa des 15. Jahrhunderts. Seit Generationen kämpft die Bruderschaft der Angelus Excubitor vom Drachenhorst am Pylatus gegen finstere Mächte und Gewalten. Der Autor verbindet in seinem Buch geschickt ganz verschiedene Schweizer Mythen und Sagen. «Wie ich gerade auf Schweizer Mythen und Sagen gekommen bin, weiss ich selbst gar nicht mehr so genau», sagt Nero.

«Das Herz der Schweiz»

Die Geschichte vom Totenbeschwörer aus dem Wallis, die Legende vom Drachen vom Schwarzsee oder aber ein Herbstmorgen im «Häxetali» von Wädenswil finden Eingang in die Erzählung. Und eben auch der Pilatus.

«Für mich ist die Schweiz, das Herz Europas. Und der Pilatus ist das Herz der Schweiz. Ein eindrückliches Bergmassiv, das wie eine Säule trägt und zusammenhält. Deswegen verwende ich konsequent die Schreibweise Pylatus in meiner Geschichte.»

Und der Drache?

«Der Drache ist genau genommen nicht der Drache, den man aus der Pilatus-Sage kennt, sondern das Jungtier des Drachen vom Schwarzsee. Für mich war klar, die Schweiz bietet unzählige Sagen um Drachen, da komme ich um ein solches Geschöpf einfach nicht drumrum.»

Woher kommen die Ideen für eine solche Geschichte?

«Meine Inspiration sind vor allem alte Schweizer Sagen. Aber auch anderweitige Legenden beeinflussen mich und fliessen mit ein. Sprachlich werde ich sicherlich stark von H.P. Lovecraft beeinflusst, den ich seit meiner Kindheit zu meinen Lieblingsschriftstellern zähle. Aber auch Robert E. Howard, der Schöpfer von Conan, inspiriert mich durch seine bildgewaltige Ausdrucksweise.»

Werden weitere Bücher folgen?

«Ich schreibe seit nun zehn Jahren an meinen Werken. Sie spielen alle in derselben Welt und ihnen liegt derselbe Mythos zugrunde, der der Nephilim – Mischwesen Engel und Menschen, sie bilden die genannte Bruderschaft der Angelus Excubitor auf dem Pylatus –, der sich wie ein roter Faden durch alle meine Geschichten zieht. Jede Geschichte ist aber in sich abgeschlossen und steht für sich selbst.

Gerade schreibe ich an einer neuen Geschichte die ich meinem «Göttimeitli» widme. Diese geht mehr in Richtung Abenteuer mit Piraten, Seeschlachten und ist dann eher global angelegt. Die Leser dürfen sich also definitiv auf weitere Geschichten freuen.»

Die illustrierte Gesamtausgabe «Feuer und Finsternis» kann ab dem 31. Oktober direkt auf www.angelo-nero.ch/shop bestellt werden.

Zum Autor

Aufgewachsen ist Angelo Nero in Richterswil am Zürichsee, wo er auch heute noch lebt. Er wurde zwar christlich erzogen, wandte sich aber bereits in seiner Jugend von Gott ab und «verkaufte seine Seele buchstäblich dem Teufel», wie er selbst auf seiner Webseite schreibt. Erst nach langen Jahren als praktizierender Satanist fand er auf den Weg zurück. Seit damals schreibt er quasi täglich an seinen Geschichten, die sowohl einen Einblick in seine Fantasie, aber auch in sein Leben bieten. Angelo Nero steckt Herzblut und wahre Handarbeit in seine Werke als Autor. Schreibt er doch alle Geschichten zuerst von Hand mit Feder und Tinte in unlinierte Bücher.

Fenster zum Sonntag zu Angelo Nero: Der Teufel war mein Freund

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 24. Oktober 2020 09:48
aktualisiert: 24. Oktober 2020 10:36