Gerichtsurteil

Feuerteufel von Reiden zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt

12. Oktober 2020, 16:00 Uhr
Der «Feuerteufel von Reiden» muss sich heute vor Gericht verantworten.
© Luzerner Polizei
Brände, Sachbeschädigungen, betrunkene Raserfahrten und ein brutaler Angriff: Der Mann, der den Spitznamen «Feuerteufel von Reiden» bekam, musste sich heute vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten. Das Gericht sprach ihn in allen Anklagepunkten schuldig.

Obwohl seine Taten immer wieder für Aufsehen sorgten, blieb er lange unerkannt. Im vergangenen Jahr war es dann soweit: Die Luzerner Polizei schnappte den mutmasslichen Täter, den sogenannten «Feuerteufel von Reiden». Bei der Vernehmung gestand der Mann sechs Brandstiftungen und sechs Sachbeschädigungen. Seine Beweggründe sind auch nach der Verhandlung unklar.

Schaden von über einer Million Franken

Der heute 37-jährige Mann aus Deutschland war zwischen 2012 und 2018 für mehrere Brände in Reiden und Umgebung verantwortlich. Unter anderem brannte auf einem Firmengelände an der Werkstrasse in Reiden ein Pneubagger ab. Noch während der Löscharbeiten stellte die Feuerwehr damals fest, dass ein Pneulader, der rund hundert Meter entfernt abgestellt gewesen war, ebenfalls brannte.

Doch nicht nur Baufahrzeuge hat der Feuerteufel angezündet. Auch der Brand der Migrolino in Reiden im Jahr 2012 geht auf das Konto des Deutschen. Zudem soll er auch immer wieder parkierte Autos zerkratzt und ihre Pneus zerstochen haben.

Mehrere Fusstritte gegen Kopf

Dem Mann hat zudem vor zwei Jahren beim Bahnhof Reiden mit einer zerbrochenen Schnapsflasche gegen den Kopf eines Mannes geschlagen. Damit nicht genug: Als dieser am Boden lag, trat der Deutsche noch fünf bis sieben Mal zu. Durch die Tritte gegen Brust und Gesicht erlitt das Opfer eine Nasenfraktur und Hämatome im Gesicht.

Betrunkene Raserfahrt in Dagmersellen

In Dagmersellen verunfallte der Beschuldigte zudem nach einer Raserfahrt schwer. Betrunken und 72 km/h schneller als ausserorts erlaubt, kam er 2018 von der Strasse ab. Sein Auto wurde beim Unfall zerstört. Er selbst kam mit Prellungen und Schürfwunden davon.

Das Urteil: fünf Jahre Gefängnis, Therapie und Landesverweis

Das Luzerner Kriminalgericht folgte heute bei der Urteilssprechung allen Anklagepunkten. Der Deutsche, der sich bereits im Strafvollzug befindet, wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Er muss sich in ambulante psychiatrische Behandlung begeben, welche keinen Aufschub des Strafvollzugs mit sich bringt. Zudem wird der 37-jährige Deutsche für 12 Jahre des Landes verwiesen.

Neues Leben in Deutschland

Im Gerichtssaal wurde festgehalten, dass der 37-Jährige in Therapie gute Fortschritte erzielen konnte. In das Leben hinter Gittern habe er sich, den Umständen entsprechend, gut eingegliedert, sagt der Mann, der sich zurzeit in Scheidung befindet. Nach seiner Haftentlassung gab der Mann an, in Thüringen ein neues Leben beginnen zu wollen. Dort könne er bei einer bekannten auf einem Pferdehof arbeiten.

Tele 1 Nachrichten vom 18. März 2019

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Quelle: Tele1

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 12. Oktober 2020 05:51
aktualisiert: 12. Oktober 2020 16:00