Fehlendes Reglement

«Luzern ist ein Paradies für Uber-Fahrer» – Taxifahrer sind verzweifelt

28.10.2023, 06:11 Uhr
· Online seit 27.10.2023, 18:30 Uhr
Luzerner Taxifahrer fordern vom Kanton eine Gleichstellung vom Fahrdienst Uber und den Taxis. Aktuell sei die grosse Preisdifferenz ohne Reglementierung eine Existenzbedrohung für die Taxis. Am Freitagnachmittag protestiert die Taxi-Organisation vor dem Luzerner Regierungsgebäude.

Quelle: Tele 1 / Juan Riande

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Im Kanton Luzern habe der Fahrdienst Uber kein Reglement, das er einhalten müsse wie die Taxis, erzählt Causevic Sejfudin, Präsident der Taxi Organisation gegenüber PilatusToday und Tele 1. So erhalten Uber-Chauffeure keine Sozialabgaben, müssen nicht die Taxiprüfung absolvieren und können ohne Fahrpause nonstop die Gäste umherfahren. Zudem müssen sie keine Standplatzgebühren und keine Taxiausrüstung zahlen.

Bis zu 40 Prozent tiefere Preise

Ihre Preise liegen folglich weit unter denen von den Taxifahrern. Mit dieser Preisgestaltung können die Taxis nicht mithalten, so Sejfudin. Eine Autofahrt mit Uber könne bis zu 40 Prozent weniger kosten als eine mit dem Taxi. «Die niedrigen Fahrpreise seitens von Uber sind ein Problem. Ich kann mir ausserdem nicht vorstellen, dass die Chauffeure überhaupt davon leben können.»

Also passen die Uber-Fahrer die Preise dynamisch frech an: An grösseren Events wie am 1. August oder an Silvester verlangen Uber-Fahrer für eine Fahrt, für die man sonst 15 Franken zahlen würden, plötzlich 45 oder 50 Franken, erzählt der Präsident der Taxi-Organisation.

Andere Kantone haben ein Reglement

In anderen Kantonen sei Uber reglementiert worden. In Bern dürfen beispielsweise nur lizenzierte Fahrer Uber anbieten. «Man kann da nicht einfach ein Fahrzeug nehmen und mit der Uber-App arbeiten. Man muss als Taxichauffeur offiziell registriert sein. So sind die Preise angepasst und viel fairer.»

Luzern als Hotspot von Uber-Fahrern

Doch diese Unterschiede zwischen den Kantonen verstärke die problematische Situation der Taxichauffeure in Luzern, da Uber-Fahrer aus anderen Kantonen nach Luzern kommen. So gäbe es Fahrer aus Bern, Solothurn, Schwyz und besonders Zürich, die den Luzerner Taxifahrern die Kundschaft klauen. «Luzern ist momentan ein Paradies für Uber-Fahrer. Sie können tun, was sie wollen.»

Das System der Uber-Dienste müsse umgestellt werden. So ginge es nicht weiter. Um auf diese Missstände aufmerksam zu machen, versammelten sich die Taxifahrer aus Luzern am Freitagnachmittag vor dem Luzerner Regierungsgebäude.

Mit ihrem Protest wollten sie Aufmerksamkeit: «Wir möchten, dass Politiker aus der Stadt uns hören und auf uns zukommen. Wir wollen erreichen, dass man zusammensitzt und miteinander redet.»

Sie fordern vom Kanton eine Gleichstellung von Taxis und Uber: Es soll ebenso ein Reglement für Uber geben und Uber soll als offizieller Arbeitgeber festgelegt werden. Denn aktuell sei die Lage eine Existenzbedrohung für die Taxifahrer aus Luzern.

veröffentlicht: 27. Oktober 2023 18:30
aktualisiert: 28. Oktober 2023 06:11
Quelle: PilatusToday

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