Tödliches Beziehungs-Drama

Prozess um mutmasslichen Messerstecher in Luzern

· Online seit 06.02.2024, 06:02 Uhr
Ein 53-jähriger Mann aus Serbien muss sich vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten. Er soll im Juni 2020 seine Ehefrau mit einem Messer umgebracht haben. Zudem wird ihm vorgeworfen, hohe Geldsummen aus dem ehelichen Vermögen veruntreut zu haben. Ihm droht eine lebenslängliche Gefängnisstrafe.
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Nach knapp dreissig Jahren schien die Ehe gelaufen: Sowohl der Mann als auch die Frau hatten aussereheliche Affären und ständig Streit. Ernst machte im Frühling 2020 aber die Frau des späteren mutmasslichen Täters. Sie sagte ihrem Ehemann, dass sie die Scheidung wolle.

Vermögen vor drohender Scheidung beiseitegeschafft

Darüber, aber auch über die finanziellen Folgen der Scheidung, stritten sie sich immer wieder. Die beiden hatten ein beträchtliches Vermögen und ein Haus in Serbien. Um ihre güterrechtlichen Ansprüche bei der Scheidung zu schmälern, soll der Beschuldigte mehrere zehntausend Franken vom Konto seiner Ehefrau abgehoben haben. Für ihr Privatkonto hatte er zwar eine Vollmacht aus glücklicheren Zeiten, mit den Bargeldbezügen war sie jedoch keineswegs einverstanden. Ebenfalls um weniger «teilen» zu müssen, hob der Ehemann im Frühling 2020 über 430'000 Franken von seinen eigenen Bankkonti ab und versteckte das Bargeld an einem bis heute unbekannten Ort.

7 Stiche in den Hals

Während den ersten beiden Juni-Wochen 2020 war der Beschuldigte unter anderem in Serbien. In dieser Zeit packte die Ehefrau ihre Koffer und plante ihren Auszug aus der gemeinsamen Wohnung in der Luzerner Vorortsgemeinde. Zwei Tage nach seiner Rückkehr schritt der mutmassliche Mörder zur Tat, die er gemäss der Staatsanwaltschaft vorsätzlich geplant hatte.

An jenem Sonntagnachmittag im Juni 2020 soll er seine Ehefrau zu Boden geworfen und massiv gewürgt haben. Wie in der Anklageschrift steht, soll er ihr insgesamt sieben Mal in den Hals gestochen haben. Später soll er ihr auch noch mehrmals in den Brustkorb gestochen haben. Das Opfer verlor dabei so viel Blut, dass es noch am Tatort verstarb.

Lebenslängliche Freiheitsstrafe gefordert

Der Beschuldigte ist grundsätzlich geständig, gibt aber an, dass seine Ehefrau ihn nach seiner Rückkehr aus Serbien provoziert habe. Als Strafe fordert die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Gefängnisstrafe und einen Landesverweis von 15 Jahren.

Tragische Ironie der Geschichte: Der mutmassliche Femizid ereignete sich ausgerechnet am Tag des feministischen Frauenstreiks vom 14. Juni. Einen Tag nach dem mutmasslichen Mord hätte die Frau ihre Schlüssel für ihre eigene Wohnung abholen können.

(hpe)

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veröffentlicht: 6. Februar 2024 06:02
aktualisiert: 6. Februar 2024 06:02
Quelle: PilatusToday

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redaktion@pilatustoday.ch