Eisfeld zu aufwändig

Gummiring statt Kufen: Engelberg erhält eine Eisrutsche

· Online seit 07.12.2023, 08:57 Uhr
In Engelberg wird es bald rutschig. Dies aber nicht etwa wegen eines Schneeräumungs-Streiks, sondern um das Dorfzentrum zu beleben. Weil ein Eisfeld nicht rentiert, soll nun eine Eisrutsche für Spass sorgen und eine Alterative zum Ski- und Snowboardfahren bieten.
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Für 5 Franken erhält man einen Gummiring und einen Helm. Damit kann man dann drei Mal rutschen. Die Eisrampe steht schon bald im Kurpark in Engelberg. Ab dem 22. Dezember wird die kurze, aber rasante Rutschpartie eröffnet.

Der Bau und die Instandhaltung der Anlage seien ziemlich unkompliziert, sagt Frank Henri Kurer, Koordinator der Kommission Attraktivierung Dorfzentrum der Gemeinde Engelberg. Oder zumindest unkomplizierter als ein Eisfeld. Denn eine Eisrutsche sei nicht immer Plan A gewesen.

Eisfeld: Nostalgie und «brutale» Finanzen

Bevor die Idee mit der Eisrutsche entstand, hatten Kurer und seine Kommission nämlich mit der Idee eines Eisfeldes gespielt. «Das ist ein sehr sentimentales Thema.» In Engelberg wisse man von alten Bildern, dass es im Dorf schon des Öfteren Eisfelder gab. Auch in der Kommission sei die Frage daher immer wieder angerissen worden: Könnte man die Tradition nicht zurückbringen?

Dagegen gesprochen hat der Fakt, dass Engelberg bereits im Sporting Park ein Eisfeld hat. Zudem sind die klimatischen Bedingungen heute anders als damals. Und: «Finanziell ist so ein Eisfeld brutal», sagt Kurer. Der Aufbau mit exakt geradem Boden und komplexer Eisverlegung sei aufwendig, dann brauche es einen Eismeister, eine Eismaschine sowie eine Schlittschuhvermietung. Zudem verbrauche die Kühlung gerade während eines milden Winters viel Energie.

Eisrutschbahn: Einfachheit und Energieeffizienz

Ganz anders die Eisrutsche. Beim Aufbau werden Metallröhrchen wie bei einer Bodenheizung auf ein Holzgerüst verlegt und gekühlt. Danach wird mit Wasser eines Gartenschlauchs eine 6 Zentimeter dicke Eisschicht aufgebaut, wie das nachfolgende Video zeigt. Gekühlt wird die Anlage mit einem «Rückkühler», der auch «Chiller» genannt wird.

Quelle: zVg

«Ein ‹Chiller› funktioniert wie eine Wärmepumpe, einfach umgekehrt», erklärt Frank Henri Kurer. Dieser brauche weit weniger Energie als die Kühlung eines Eisfeldes. Wenn es regnet, könne das Wasser wegen dem Gefälle einfach abfliessen, bei einem Eisfeld könne Regen hingegen verheerend sein.

Beginn einer neuen Eisrutsche-Ära?

Für Frank Henri Kurer ist die Eisrutsche kein Kompromiss. Er ist sehr zufrieden mit der Alternative. «Schlussendlich entscheiden aber die Besuchenden und die Bevölkerung, ob das eine gute Lösung ist.»

Sollten die Engelbergerinnen und Touristen Freude an der eisigen Rutschbahn haben, könnten sich die Verantwortlichen vorstellen, sie auch im nächsten Winter wieder aufzubauen – möglicherweise gar in einem grösseren Rahmen.

So ähnlich wie im folgenden Video aus Uster wird es auch bald im Engelberger Kurpark zu und hergehen:

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veröffentlicht: 7. Dezember 2023 08:57
aktualisiert: 7. Dezember 2023 08:57
Quelle: PilatusToday

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redaktion@pilatustoday.ch