Diebstahl am Grümpi?

Beim FC Aegeri hat man lange auf einen Fehler bei der Abrechnung gehofft

· Online seit 01.03.2024, 18:16 Uhr
Dem FC Aegeri fehlt nach dem Aegeri Grümpi 2023 ein fünfstelliger Betrag in der Kasse. Darüber wurden die Mitglieder des Vereins am vergangenen Samstag an der GV informiert. Die Strafanzeige gegen Unbekannt wurde erst kurz zuvor eingereicht. Warum? Der Verein erklärt.
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Eigentlich sollte der FC Aegeri an seiner GV am 24. Februar positiv auf das vergangene Jahr zurückblicken können. Statt dem 75-Jahr-Jubiläum des Vereins überschattete aber eine andere Meldung das Zusammenkommen. Ein «nicht erklärbarer Einnahmeverlust beim Aegeri Grümpi» war nämlich das grosse Thema. Entsprechend weist die Jahresrechnung des Vereins ein Minus von 57'000 Franken auf.

Die Mitglieder wurden an der GV informiert, dass am Grümpi ein fünfstelliger Betrag abhandengekommen sei und dass der Verein Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht habe. Nun stellt sich die Frage, weshalb das Ganze nicht schon früher publik gemacht wurde. Das Grümpi war im vergangenen Sommer.

Abrechnungen wurden mehr als einmal geprüft

Die Erklärung ist ziemlich einfach: Beim FC Aegeri hat man gehofft, dass sich das Ganze noch aufklärt und zum Beispiel bei der Abrechnung ein Fehler unterlaufen ist. «Wir haben lange gehofft, dass etwas übersehen wurde und dass das Geld wieder auftaucht», erklärt Fabio Kobel, Leiter Marketing und Kommunikation beim FC Aegeri, auf Anfrage von PilatusToday und Tele 1.

Das Aegeri Grümpi 2023 fand am Wochenende vom 7. bis 9. Juli statt. Dass man die ersten Zahlen bei einem Fest dieser Grösse in den Sommerferien erst ein bis zwei Monate später habe, sei normal. «Im September hat man dann gemerkt, dass etwas nicht stimmen kann. Man war aber natürlich noch im Glauben, dass bei der Abrechnung ein Fehler passiert ist und hat umfassend analysiert», führt Kobel aus.

«Hatten keine andere Möglichkeit, als eine Strafanzeige einzureichen»

Man sei also nochmals über die Bücher gegangen. Doch dann habe sich gezeigt, dass etwas nicht stimmen kann. Der Umfang des Grümpis 2023 sei mehr oder weniger derselbe gewesen wie jener des Festes im Vorjahr, doch der Gewinn sei deutlich kleiner ausgefallen. «Die entstandenen Diskrepanzen bei gleichbleibendem Wareneinsatz waren schlichtweg nicht möglich», betont Kobel.

Zudem sei man leider auch bei weiteren Sitzungen und Einzelgesprächen nicht weitergekommen und es sei kein Verdacht aufgekommen, wie oder durch wen das Geld abhandengekommen sein könnte. «Wir wollten das auch nicht gross nach aussen tragen und hofften, eine plausible Erklärung für die Geschehnisse zu finden», erklärt der Kommunikationschef. «Die Umstände haben uns schlussendlich keine andere Wahl gelassen, als Strafanzeige gegen Unbekannt einzureichen.» Dies sei dann Anfang Jahr, ein paar Wochen vor der Generalversammlung passiert.

Wie viel Geld fehlt tatsächlich? 

An der GV oder danach habe man innerhalb des Vereins nicht dazu aufgerufen, nach einem Schuldigen oder einer Schuldigen zu suchen. «Wir wollen internes ‹Fingerpointing› verhindern und erhoffen uns weitere Erkenntnisse durch die polizeiliche Ermittlung. Tragisch ist der Verlust aus der Perspektive der Mitglieder und der unzähligen Freiwilligen bereits genug», stellt Kobel klar und fügt an: «Auch wenn der Verein nach wie vor finanziell auf sicheren Beinen steht, ist der Verlust einschneidend und wir werden alles daransetzen, dass dies künftig nicht mehr vorkommen kann.»

Bezüglich der exakten Höhe des Betrages, der am Aegeri Grümpi abhandengekommen sein soll, herrscht Ungewissheit. «Das ist ein Resultat aus einer Aufwands- und Ertragsrechnung im Vergleich mit den Jahren davor.» Einen genauen Betrag zu beziffern sei schwierig. Dieser dürfte aber irgendwo zwischen 10'000 und maximal 50'000 Franken liegen und sei Gegenstand der Ermittlungen, sagt Kobel.

Das rät die Polizei in solchen Fällen

Die Zuger Polizei bestätigt gegenüber PilatusToday, dass die entsprechende Strafanzeige eingegangen ist. Zum Inhalt und zum Stand der Untersuchungen könne man aufgrund des laufenden Verfahrens aktuell keine Angaben machen.

Sollte ein anderer Verein bei einem Grümpi oder einer Fasnachtsparty zum Beispiel etwas Ähnliches erleben müssen wie der FC Aegeri, empfiehlt die Zuger Polizei: «In einem solchen Fall empfehlen wir immer, eine Strafanzeige einzureichen.»

Beim FC Aegeri hat man die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Geld wieder auftaucht: «Das ist natürlich keine schöne Sache, aber wir glauben noch immer daran, dass dies irgendwie gelöst werden kann», sagt Fabio Kobel im Namen des Vereins.

(red.)

veröffentlicht: 1. März 2024 18:16
aktualisiert: 1. März 2024 18:16
Quelle: PilatusToday

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