Anzeige
Einschätzung

Oberster Kantonsarzt: «Omikron überträgt sich schneller als Delta-Variante»

27. November 2021, 19:04 Uhr
Die neue Corona-Mutation aus Südafrika, Omikron, verunsichert die ganze Welt. Der Bund hat darum weitere Länder auf die Quarantäne-Liste gesetzt. Der oberste Schweizer Kantonsarzt Rudolf Hauri warnt vor schnelleren Ansteckungen und schwierigerer Behandlung.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: Tele 1

Das Bundesamt für Gesundheit setzt weitere Länder auf die Quarantäneliste. Auch in Tschechien, den Niederlanden, Grossbritannien, Ägypten und Malawi sei die Omikron-Variante aufgetaucht. «Beim Boarding in ein Flugzeug und bei der Einreise in die Schweiz müssen alle Personen einen negativen Covid-19-Test vorlegen und 10 Tage in Quarantäne», schreibt der Bund auf Twitter.

Bereits am Freitag verschärfte der Bund die Einreiseregeln für Reisende aus Südafrika, aus Hongkong, Israel und Belgien. Die Eigenschaften der neuen Virusvariante werden von der Wissenschaft als besorgniserregend eingestuft. Es wird davon ausgegangen, dass die Variante leichter übertragbar ist, als die derzeit in der Schweiz vorherrschende Variante Delta, schreibt der Bund. Das bestätigt auch Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte gegenüber Tele 1.

Mehr Mutationen bei neuer Variante

Alle Kantonsärzte und Kantonsärztinnen hätten am Samstag in einer ausserordentlichen Sitzung gemeinsam mit dem Bundesamt für Gesundheit über die neue Variante gesprochen. «Verglichen mit den bisherigen Varianten treten bei Omikron viel mehr Mutationen an Stellen auf, die eine hohe Bedeutung haben. Sei dies bei der Therapie oder bei der körpereigenen Antikörper-Abwehr. Das ist etwas Neues», so Hauri.

Schützen die Impfungen vor der Omikron-Variante?

Wie gefährlich die Coronavariante aus Südafrika ist, könne gemäss Experten erst in ein paar Wochen genauer abgeschätzt werden. «Wir sind aktuell eher noch zurückhaltend und wollen keine Panik, aber darauf aufmerksam machen. Wir sehen in Südafrika, dass die Übertragung deutlich schneller geht als bei der Delta-Variante.» Weil Omikron wie ein neues Virus sei, trete es neben der Delta-Variante auf und verdränge es nicht. Es seien deshalb derzeit zwei gefährliche Varianten im Umlauf.

Wie gut die Impfstoffe von Moderna und Pfizer/Biontech schützen, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Impfhersteller haben aber angekündigt, die Schutzwirkung zu prüfen.

Unsicherheit am Flughafen bei Südafrika-Reisenden

Aufgrund der neuen Omikron-Variante herrschte am Samstagmorgen am Flughafen Zürich grosse Unsicherheit unter den Passagieren, die aus Johannesburg einreisten. Lange war unklar, welche Regeln für sie gelten, das zeigte eine Umfrage am Flughafen.

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Schliesslich wurden die Passagiere durch das BAG per SMS über die Test- und Quarantäne-Pflicht informiert. Im südafrikanischen Raum verdoppelt sich im Moment die Zahl der positiven Omikron-Fälle teilweise bereits alle zwei Tage. In der Schweiz ist bisher noch kein Omikron-Fall bekannt.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 27. November 2021 18:50
aktualisiert: 27. November 2021 19:04