Medienkonferenz

Bund kommt für sämtliche Kosten der Corona-Tests auf

24. Juni 2020, 15:52 Uhr
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Quelle: Keystone SDA / Adrian Reusser

Um eine zweite Welle zu verhindern, soll so viel getestet werden wie möglich. Der Bundesrat hat deshalb beschlossen, dass der Bund alle Testkosten im Zusammenhang mit dem Coronavirus übernimmt. Wer wegen der Covid-App in Quarantäne muss, soll Erwerbsersatz erhalten.

(rwa) «Niemand soll einen Corona-Test aus finanziellen Gründen ausschlagen», erklärte Gesundheitsminister Alain Berset am Mittwoch vor den Medien in Bern. Es dürfe keine negativen Anreize geben, auf einen Test zu verzichten. Der Bundesrat hat deshalb beschlossen, die Kosten für Tests auf Infektion mit dem Virus wie auch für serologische Tests zum Nachweis von Antikörpern zu übernehmen. Um das zu finanzieren, hat der Bundesrat einen Zusatzkredit von 288 Millionen Franken genehmigt.

Bisher bestand die Gefahr, dass sich Personen nicht testen liessen, wenn sie die Kosten für den Test selber tragen mussten. Die Kosten seien teilweise von Krankenversicherungen und teilweise von den Kantonen übernommen worden, argumentiert der Bundesrat. Die Vergütung beträgt dabei 169 Franken (Coronatest) respektive 113 Franken (Antikörper).

Breite Testpraxis

Der Bundesrat erachtet ein engmaschiges Monitoring als essenziell, um möglichst rasch reagieren zu können. «Wir müssen alles tun, um einen Wiederanstieg zu verhindern», betonte Berset. Als wichtigstes Element sieht er dabei die Unterbrechung von Infektionsketten mittels eines rigorosen Contact Tracing. Die Testpraxis müsse möglichst breit und umfassend sein. Die maximale Kapazität beträgt 8000 Tests pro Tag.

Angesprochen auf den Anstieg der Coronafälle versicherte Berset: «Wir werden die Fallzahlen sehr genau beobachten.» Er räumte jedoch ein, dass die Lage fragil sei. Stefan Kuster vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) erklärte, sollte die Tendenz in die falsche Richtung gehen, müssten weitere Massnahmen ergriffen werden.

Startschuss für SwissCovid App

Helfen dabei soll die SwissCovid App, für die der Bundesrat am Mittwoch die Verordnung verabschiedet hat. Ab morgen Donnerstag steht die App zur Nutzung bereit. Sie ist in neun Sprachen verfügbar. Nach Angaben von Berset hat sie den Test der letzten Wochen bestanden. Es seien keine Meldungen eingegangen, die als kritisch oder systemrelevant beurteilt wurden, erklärte der Gesundheitsminister.

Die neue Verordnung legt auch fest, wann eine Person Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz hat. Dies ist der Fall, wenn sich jemand auf Anordnung eines Arztes oder einer Behörde in Quarantäne begeben muss. Wer sich nach einer Kontaktmeldung der App freiwillig – also ohne Anordnung – in Quarantäne begibt, erhält keine Entschädigung.

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Quelle: CH Media Video Unit

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 24. Juni 2020 15:14
aktualisiert: 24. Juni 2020 15:52