Neuer Schub dank Corona

Digitales Impfbüchlein war schon lange geplant

7. Januar 2021, 12:16 Uhr
Künftig sollen Impfungen digitalisiert werden.
© keystone / Peter Schneider
Mit der Impfung gegen das Coronavirus kann gleichzeitig ein digitales Impfbüchlein erfasst werden. Lanciert wird das von einer privaten Stiftung. Warum das weniger brisant ist, als es klingt.

Fast jeder hat seit seiner Kindheit ein Impfbüchlein. Bereits seit einiger Zeit wird versucht, das Büchlein in eine digitale Form zu bringen – so könnte man es überall und jederzeit dabei auf seinem Smartphone dabeihaben. Mit dem Start der Impfkampagnen gegen Corona haben diese Bemühungen einen neuen Schub erhalten.

Digitaler Impfausweis freiwillig

Wer sich für eine Corona-Impfung entscheidet, wird nach einem digitalen Impfeintrag gefragt. Stimmt man diesem zu, wird automatisch ein neuer Ausweis erstellt oder die Corona-Impfung in einen bereits vorhandenen Ausweis eingetragen. «Das System ist in der Lage, mehrere 10’000 Anfragen pro Tag zu bearbeiten», so der Chef des IT-Unternehmens Arpage Hannes Boesch gegenüber dem «Tagesanzeiger». Bereits Minuten nach einer Impfung könne diese damit nachgewiesen werden. Natürlich kann die Impfung aber auch normal ins Impfbüchlein eingetragen werden.

Eine private Stiftung gibt das digitale Büchlein heraus

Bei diesem elektronischen Impfausweis handelt es sich um ein offizielles Dokument, es wird jedoch von einer privaten Stiftung herausgegeben. Das Projekt wurde bereits 2011 lanciert. Seit Beginn bestehe jedoch regelmässiger Kontakt zum Bund. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) fehle aber eine gesetzliche Grundlage für einen staatlichen elektronischen Impfausweis, schreibt der «Tagesanzeiger».

Auch wenn der Bund selbst keinen Sitz in der Leitung der Stiftung hat, ist sie breit abgestützt. So sind neben dem Softwareentwickler Boesch auch die Leiterin des Impfzentrums des Genfer Universitätsspitals, der Präsident der Ärztevereinigung FMH und der Präsident des Apothekerverbands in der Stiftung vertreten. Finanziert wird die Stiftung gemäss Boesch «zu einem grossen Teil» von Bund und Kantonen.

Obwohl auch der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte auf Anfrage der Zürcher Tageszeitung keine Einwände gegen einen elektronischen Impfausweis hat, bleibt ein Problem: Bis jetzt wird international nur der Eintrag im altbekannten Impfbüchlein anerkannt. Die Weltgesundheitsorganisation prüft aber die Einführung eines elektronischen Impfausweises.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 7. Januar 2021 12:13
aktualisiert: 7. Januar 2021 12:16