Zentralschweizer Polizeikorps

Durchmischte Bilanz des Lockdown-Wochenendes

6. April 2020, 13:21 Uhr
Die Zentralschweizer Polizeikorps ziehen eine durchzogene Wochenend-Bilanz.
© Luzerner Polizei
Es lockte das schöne Wetter und die warmen Temperaturen. Viele Leute strömten ins Freie. Nicht alle haben sich dabei jedoch an die Abstands- und Versammlungsregeln des Bundes gehalten.

Zwei Meter Abstand und keine Gruppen mit mehr als fünf Personen. Das sind die Regeln des Bundes, im Kampf gegen das Coronavirus. In der Zentralschweiz haben sich die Leute unterschiedlich gut darangehalten.

Luzern: Rund 100 Bussen ausgesprochen

In Luzern etwa hat die Polizei allein am Samstag rund 100 Bussen ausgesprochen, weil sich die Leute nicht an die Regeln gehalten haben. Trotzdem sagt Mediensprecher Christian Bertschi auf Anfrage von PilatusToday: «Wir haben festgestellt, dass viele Leute bei dem Wetter nach draussen gegangen sind. Wir haben aber auch festgestellt, dass die allermeisten Leute an die Abstände und die Gruppenbeschränkungen eingehalten haben.»

Schwyz ruft Motorradfahrer zur Vernunft auf

Im Kanton Schwyz klingt es ähnlich: «Die meisten Menschen im Kanton Schwyz haben sich gut an die Anweisungen des Bundes gehalten», sagt Damian Meier, Kommandant der Kantonspolizei Schwyz. Neuralgische Plätze wie die Seepromenade in Brunnen wurden im Vorfeld gesperrt. Das sei von den Leuten respektiert worden. Trotzdem habe es rund 50 Meldungen gegeben. Bei den allermeisten Fällen sei es jedoch bei einem Appell geblieben. «Vereinzelt kam es zu Bussen», so Meier.

In Schwyz waren am Samstag etliche Motorradfahrer unterwegs. Meier hebt den Mahnfinger: «Das führt zu Unfällen und unnötigen Einweisungen. Das Spital sollte die Betten für Corona-Patienten frei behalten und nicht für Einweisungen nach Ausflügen.» Bereits am Samstag kam es im Kanton Schwyz zu mehreren Unfällen.

Zug führt über 600 Aufkärungsgespräche

Die Zuger Polizei führte allein am Sonntag über an beliebten Ausflugszielen 600 Aufklärungsgespräche. Insgesamt stellte sie über 40 Bussen und zwei Anzeigen aus. Zwischen Freitagabend und Sonntagabend seien auf der Einsatzzentrale mehrere Dutzend Meldungen eingegangen, dass sich Personen in Gruppen und im Freien aufhalten. Zudem würden sich einzelne Verkaufsgeschäfte nicht an die Anordnungen des Bundes halten.

Die Zuger Polizei bleibt für die Bevölkerung draussen.
© PilatusToday

Obwalden: Viele Gespräche mit Bevölkerung 

Auch in Obwalden waren viele Leute unterwegs. Laut Polizeikommandant Stefan Küchler gab es einen «starken Ausflugsverkehr, wie an einem schönen Sommertag.» Leuten aus allen Kantonen seien nach Obwalden gekommen. «Das Positive war, dass wir wenige Unfälle und Ereignisse neben Covid-19 hatten.» Auch Bussen mussten vereinzelt ausgestellt werden. Andere wurden weggewiesen. Nicht alle hätten diese Massnahmen verstanden, so Küchler. «Es waren sehr viele Gespräche nötig mit der Bevölkerung.»

Uri lobt die Bevölkerung

Anders sieht es im Kanton Uri aus. Pikettoffizier Reto Pfister windet der Bevölkerung ein Kränzchen: «Wir hatten praktisch keine Probleme. Die Abstandsregeln wurden sehr gut eingehalten», sagt Pfister. Auch für die Arbeit der Polizei sei Verständnis gezeigt worden. Vor allem in den Naherholungsgebieten habe man die Polizeipräsenz erhöht.

Nichtsdestotrotz: Auch in Uri ist es zu Bussen gekommen. «Am Samstagabend gab es eine Situation mit Jugendlichen, die sich nicht an die Abstandsregeln halten wollten. Da mussten wir einschreiten und sechs Ordnungsbussen erlassen», so Pfister.

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Quelle: Tele 1

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 6. April 2020 06:16
aktualisiert: 6. April 2020 13:21