Beizen bleiben zu

Gastrosuisse tobt: «Wir werden zu Unrecht benachteiligt»

18. Februar 2021, 06:27 Uhr
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Quelle: Keystone-SDA

Es ist ein erster Schritt Richtung Normalität: Ab 1. März hat der Bundesrat erste Lockerungen der Corona-Massnahmen angekündigt. Die Reaktionen der Parteien und Verbände auf den EXIT-Plan fallen unterschiedlich aus. Gastrosuisse tobt.

Restaurants sollen frühestens ab April wieder Gäste bedienen dürfen – und dies auch nur auf den Terrassen. Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer findet klare Worte: «Das Gastgewerbe wird zu Unrecht benachteiligt!» Dass der Bundesrat Aktivitäten mit geringem Ansteckungsrisiko erlauben wolle, Restaurants aber geschlossen bleiben müssen, sei für die Gastronomen schlicht unverständlich.

Dieser Meinung ist auch Ruedi Stöckli, Präsident von Gastro Luzern. Wie er gegenüber der "Luzerner Zeitung" sagt, hätte er sich gewünscht, dass sie «wenigstens die Terrassen aufmachen dürfen, ab Mitte März vielleicht auch noch der Innenbereich». Und auch Gastrozug-Präsidentin Barbara Schneider schliesst sich an. Sie hat auf eine Öffnung Mitte März gehofft: «So hätten wir wenigstens das Ostergeschäft.»

Detailhandel kann aufatmen

Dass Einkaufsläden und Märkte für Güter des nicht täglichen Bedarfs wieder öffnen dürfen, darüber ist Christa Markwalder, Präsidentin der Swiss Retail Federation, erleichtert: «Während des Lockdowns hat der Detailhandel pro Woche rund 800 Millionen Franken Umsatzverlust zu verzeichnen und steckt deshalb in einer schwierigen Situation.»

Roger Graf von Zooschweiz ist einerseits froh, dass kleinere Institutionen wie Wildparks wieder Personen empfangen dürfen. Andererseits versteht er nicht, weshalb Museen öffnen dürfen, aber Zoos nur die Aussenanlagen.

Geteiltes Echo auch bei den Parteien

Die SP bezeichnet den Kurs des Bundesrats als vernünftig. Ebenso auch Grüne und Grünliberale, welche auf Sicherheit setzen und schrittweise Lockerungen unter Vorsichtsmassnahmen begrüssen. Die Mitte betrachtet die Öffnungsstrategie als eine erste Diskussionsgrundlage. Man begrüsse die Pläne, weitere Unterstützungsmassnahmen für alle betroffenen Branchen seien aber zwingend nötig, heisst es in einer Mitteilung. Nur halb einverstanden ist die FDP. Zwar gäben die Pläne eine erste Perspektive für das Volk und die Unternehmen, die Ankündigungen seien aber noch recht vage und böten keine Planungssicherheit. Die grösste Kritik stammt von der SVP. Die Strategie des Bundesrats sei mutlos, schreibt die Partei auf Twitter. Die Partei fordert weiterhin, dass am 1. März alle öffnen können.

Reaktionen der Zentralschweizer Regierungen 

Nicht alle Zentralschweizer Regierungen wollen sich zu den geplanten Lockerungen äussern, berichtet die "Luzerner Zeitung". So etwa die Luzerner oder die Zuger Regierung, welche im Rahmen der geplanten Vernehmlassung bei den Kantonen Stellung nehmen wollen.

Der Urner Volkswirtschaftsdirektor ist nur teilweise zufrieden. Er habe gehofft, dass es für die Restaurants eine bessere Perspektive gäbe. In Uri wie auch in Nidwalden begrüsst man, dass «der Bundesrat die Mittel für die Härtefallmassnahmen aufstocken will», so der Nidwaldner Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger. Dies sei absolut notwendig. In Obwalden ist man diesbezüglich noch verhalten optimistisch und wartet den Entscheid des eidgenössischen Parlaments ab.

Geplante Lockerungen ab März 

Gesundheitsminister Alain Berset will Läden, Museen und Aussenanlagen von Zoos in zwei Wochen wieder öffnen. Im Freien sollen Treffen mit 15 Personen wieder möglich sein. Diese Grundsatzentscheide hat der Bundesrat am Mittwoch getroffen.

Zunächst werden die Lockerungsschritte nun mit den Kantonen besprochen. Am 24. Februar 2021 werde definitiv darüber entschieden.

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Quelle: Keystone-SDA

(red.)

Quelle: PilatusToday / SDA
veröffentlicht: 17. Februar 2021 19:06
aktualisiert: 18. Februar 2021 06:27