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Luzerner Fasnacht

Die Geschichte des «Rüüdigen Samschtig»

Sven Brun, 12. Februar 2021, 17:26 Uhr
Im Jahr 2000 fand der erste «Rüüdige Samschtig» statt, organisiert von der «Fidelitas Lucernensis». Mittlerweile ist der Samstag ein offizieller Fasnachtstag und höchst populär bei Familien und Kulturfasnächtlern – die Entstehungsgeschichte.
Eine Fasnacht ohne «Rüüdigen Samschtig» - für viele mittlerweile unvorstellbar.
© Keystone, SIGI TISCHLER

Bereits vor der Jahrtausendwende war die Gesellschaft «Fidelitas Lucernensis» bekannt für die Organisation von grossen Fasnachts-Anlässen. «Früher fanden zum Beispiel grosse Bälle im Casino oder im KKL statt», erklärt der aktuelle Dominus der Fidelitas, Reto Bachmann.

Der Dominus der «Fidelitas Lucernensis» Reto Bachmann (links) mit Weibel Pius Schmid (rechts). 

© Fidelitas Lucernensis

Im Verlauf der 90er Jahre hätte sich die fasnachtsbegeisterte Gesellschaft in Luzern jedoch immer mehr abgewandt. «Das Interesse an unseren Festen nahm ab», sagt Bachmann und ergänzt: «Daraufhin wurden neue Ideen gesucht und mit dem Rüüdigen Samschtig gefunden.»

Einer der Mitglieder, welcher für die Idee eines Fests am Fasnachts-Samstag propagiert hat, war der «Rüüdige Lozärner 2019» Alois Meile. Heutzutage gilt er in der Szene als der Gründervater des «Rüüdigen Samschtig». Bachmann sagt: «Er hatte die Idee und den Mut zu sagen: Ja, wir machen das!»

Der «Rüüdige Lozärner 2019» Alois Meile gilt in der Fasnachts-Szene als Gründervater des «Rüüdigen Samschtig».

© PilatusToday

Im Jahr 2000 fand dann der erste «Rüüdige Samschtig» unter der Egg in Luzern statt. Das Fest wurde immer populärer – Die Stadt stand am Wochenende wieder im Zentrum der Fasnacht.

Aber nicht nur die Fidelitas, mittlerweile organisieren viele weitere Zünfte und Vereine Events am Samstag zwischen dem «SchmuDo» und dem «Güdismäntig», ganz nach dem Motto: «Die längste Bar der Stadt Luzern». Der «Rüüdige Samschtig» entwickelte sich zu einem riesigen Anlass, welcher jedes Jahr tausendfach von begeisterten Fasnächtlerinnen und Fasnächtler besucht wird.

Die Rathaustreppe am «Rüüdige Samschtig» unter der Egg. Im Normalfall ist hier praktisch kein Durchkommen. 

Dass die Fasnacht am Samstag nicht «Früh am Morgen oder spät am Abend» stattfindet, sei wohl zudem ein Grund, dass die Stadt Luzern wieder zum Zentrum des fasnächtlichen Treibens am Wochenende wurde, meint Bachmann.

Vor allem bei Familien und Kulturfasnächtlern ist der «Rüüdige Samschtig» ein beliebterer Fasnachtstag. Und «Dass er seit 2017 ein offizieller Fasnachtstag ist, zeigt ebenfalls wie hoch der Stellenwert ist», führt Reto Bachmann aus.

In diesem Jahr sieht es jedoch ein wenig anders aus. Die Rathaustreppe und gelangweilte Fasnachts-«Grende»: Ein trauriger Anblick. 

© Andreas Schneeberger

Bekanntlich muss der 22. «Rüüdige Samschtig» nun leider ein Jahr auf sich warten lassen. «Wenigstens ist es dann aber ab 2022 ganz einfach zum Zählen, wann welche Auflage stattfindet», sagt Bachmann lächelnd.

Wer trotzdem bereits heuer ein wenig Fasnachts-Stimmung der Fidelitas vertragen könnte: In der ganzen Stadt Luzern sind 32 Plakate mit Fragen und Sprüchen des «Fidelio» aufgehängt.

Sven Brun
Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 13. Februar 2021 11:50
aktualisiert: 12. Februar 2021 17:26