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Weil der Bund trödelt

Ärzte und Apotheker wollen eigenen Impfpass lancieren

2. Mai 2021, 08:29 Uhr
Der Ärzteverband FMH und der Apothekerverband Pharmasuisse wollen nicht auf das vom Bund in Aussicht gestellte Covid-Zertifikat warten, das gewisse Privilegien für Geimpfte, Genesene, Getestete verspricht. Sie lancieren ihr eigenes Zertifikat, berichtet die «NZZ am Sonntag».
Der Ärzte- und der Apothekerverband wollen nicht mehr warten. Sie lancieren ihr eigenes Impf-Zertifikat. ( Symbolbild)
© APA/EXPA/JOHANN GRODER

«Auf den Bund zu warten, wird unter Umständen sehr teuer für alle», sagt Pharmasuisse-Präsidentin Martine Ruggli in der Zeitung. Die beiden grossen Verbände befürchten Verzögerungen beim Projekt des Bundes. Und selbst wenn er seinen Fahrplan einhielte, wären die Zertifikate kaum rechtzeitig auf den nächsten Öffnungsschritt Ende Mai bereit.

«Unsere Lösung beruht auf bestehender Software, wir müssen keine zusätzlichen, neuen Schnittstellen bauen», sagt FMH-Präsidentin Yvonne Gilli. Die Daten würden, wie alle anderen Patientendaten auch, lokal gespeichert. Das Zertifikat werde einzig auf die Handys der Kundschaft gespeichert oder auf Papier ausgedruckt. «Da gibt es nichts zum Hacken», sagt Ruggli. Es sei ein offizielles und fälschungssicheres Dokument mit dem Gütesiegel der beiden Verbände.

Der Apothekerverband und der Ärzteverband wollen das Dokument gratis ausstellen: «Wir haben ein grosses Interesse daran, dass das Zertifikat schnell eingeführt und weit verbreitet wird», sagt Gilli. «Die Öffentlichkeit erwartet von uns, dass wir unseren Beitrag leisten.» Die beiden Verbände hatten sich zuvor erfolglos beim Bund um einen Auftrag für die Bundeslösung bemüht. Dieser setzt nun auf ein eigenes System und ein zweites von privaten Anbietern (Sicpa, Elca)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 2. Mai 2021 06:18
aktualisiert: 2. Mai 2021 08:29