Redaktoren erzählen

Fliegen in Corona-Zeiten? Niemand weiss Bescheid

7. August 2021, 08:33 Uhr
Wer trotz der Corona-Pandemie verreisen will, braucht nicht nur Zeit und Geld – sondern ganz viel Nerven. Besonders am Flughafen muss man sich die Strandferien erst verdienen. Unsere Mitarbeiter erzählen.
Auf unsere Redaktoren warteten viele Unklarheiten beim Reisen in der Corona-Zeit an den Flughäfen.
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«Ich muss ans Meer! Corona hat mir schon den letzten Sommer versaut. Zudem habe ich mich ja für irgendwas piksen lassen. Ich will mit den Füssen im Sand stehen und einen Cocktail trinken.» Das sind Sätze, die man diesen Sommer oft gehört hat. Wer sich für Sommerferien im Ausland entscheidet, muss aber damit rechnen: Vor der Meeresbrise droht die Flughafenkrise!

Kein Interesse am PCR-Test

Radio Pilatus Morgenshow Leiterin und Moderatorin Mira
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Die Reise von Moderatorin Mira Weingart nach Griechenland:

Wir sind anfangs Juli nach Griechenland geflogen. Griechenland (wie auch die Schweiz bei der Rückreise) verlangten damals einen PCR-Test. Zwar waren wir beide geimpft, aber erst einmal, ein solcher PCR-Test musste also her. Beim Check-in in der Schweiz wollte niemand das Testergebnis sehen. Schliesslich standen wir mit allen Formularen, Testergebnissen und Pässen aufgeregt in der Schlange am Athener Flughafen und was passiert? Nichts. Wir dürfen passieren, ohne unseren Test zu zeigen.

Es fühlte sich an, wie damals als man frisch volljährig geworden ist und unbedingt seinen Ausweis zeigen möchte, wenn man Alkohol kaufte. Kleiner Trost: Beim Heimflug wollten die Griechen beim Check-in tatsächlich unseren Test sehen, bevor wir die Koffer abgeben konnten und die Bordkarten kriegten.

Nach dem Reisestress geniesst Mira die Aussicht auf der Insel Los.
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W-Lan-Stress für nichts

Redaktor und Produzent Caspar
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Die Reise von Redaktor Caspar van de Ven nach Kroatien:

Check-in am Flughafen Zürich Ende Juli. Einige von uns wurden darauf hingewiesen, dass die zweite Corona-Impfung keine zwei Wochen her ist und es einen Test braucht. «Ohne den kommt ihr nicht rein»! Die anderen wurden mit einem «viel Spass in den Ferien» verabschiedet. Die Aufforderung zum Test blieb aus – auch wenn der zweite Impftermin ebenfalls keine zwei Wochen her ist. Nach kurzer Absprache entschieden wir: Wir verzichten auf einen Test am Flughafen in Zürich und reisen ab. In Kroatien angekommen werden unsere Covid -Zertifikate dann auch kommentarlos angenommen – egal, wie alt sie sind.

Ein ähnliches Bild bei der Rückreise: Mit scharfem Ton wurden wir bei Check-in in Kroatien darauf hingewiesen, dass wir das Contact-Tracing der Swiss nicht ausgefüllt hätten. Ohne dieses würden wir nicht einreisen können. Da das Flughafen W-Lan offenbar nicht sicher genug war, und das Formular damit nicht ausgefüllt werden konnte, stieg der Puls. Dank einer hilfsbereiten Flughafen-Angestellten und ihrem privaten W-Lan Zugang konnten wir das Contact-Tracing-Formular doch noch ausfüllen und erleichtert ins Flugzeug einsteigen. Trotz der guten Reise waren wir dann aber doch etwas gefrustet, dass sich niemand für das Formular interessiert hatte.

Der Blick über die kroatische Hafenstadt Dubrovnik
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Mit gestammeltem «scusi» nach Sardinien

Redaktorin und Moderatorin Elena
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Die Reise von Redaktorin Elena Hirt nach Sardinien:

Ich war Mitte Juli mit einem flauen Gefühl im Bauch Richtung Flughafen Zürich aufgebrochen. Morgens um sechs, obwohl wir erst um elf Uhr fliegen würden. Der Grund: Meine zweite Impfung war noch keine vierzehn Tage alt und ich benötigte für die Einreise nach Italien einen Antigen-Schnelltest. So wie Hunderte andere wahrscheinlich auch. Zu meiner Überraschung war diese erste Hürde jedoch kein Problem. Obwohl ich keinen Termin buchen konnte, kam ich ohne Anstehen durch. Das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt. Zeit also für ein ausgiebiges Frühstück.

Dieses würde ich später bereuen. Mit allen nötigen Unterlagen in der Tasche reihten wir uns ganz entspannt als Letzte zum Boarding ein. Ganz vorne angekommen mussten wir feststellen, dass wir uns irrten. Wir müssten noch ein weiteres Formular für die Fluggesellschaft ausfüllen. Ich entschuldigte mich lächelnd, dass wir das noch nicht mitbekommen hätten. Mit bösem Blick und den Worten, dass sie das mehrfach per Mikrofon durchgegeben habe, wurde mir das Formular in die Hand gedrückt. Zehn Minuten und ein gestammeltes «scusi» meinerseits später, durften wir dann doch noch einsteigen. Dasselbe Formular durfte ich auch beim Umsteigen in Rom noch einmal ausfüllen. Für dieselbe Fluggesellschaft. Und auch dieses landete achtlos auf einem Stapel.

Bestes Wetter auch an den Küsten Sardiniens.
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Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie liegen deine Ferien? Schreib es unten in die Kommentare

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 7. August 2021 09:10
aktualisiert: 7. August 2021 09:10
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