#Faktencheck

Für diese Corona-Impf-Mythen gibt es eine Erklärung

5. Juli 2021, 16:41 Uhr
Der Corona-Impfstoff wird als Heilbringer der Coronakrise gehandelt. Doch nicht alle stehen dem Impfstoff positiv gegenüber. Wir haben ein paar Gerüchte unter die Lupe genommen.
Wir gehen den Corona-Impfmythen auf den Grund.
© sda

Nach der Corona-Impfung soll es zu Unfruchtbarkeit, Genveränderung oder sogar zu einem besseren Handyempfang kommen. Die Anzahl Mythen rund um die Corona-Impfung nimmt je länger je mehr zu. PilatusToday klärt für euch auf.

Veränderung der Gene

Da es sich bei der Impfung nicht um eine Antigen-Impfung, sondern um eine mRNA-Impfung handelt, denken viele Personen, dass der Impfstoff das Erbgut verändert. Das ist jedoch ein Mythos: Der Impfstoff gelangt nicht in den Zellkern und kann sich somit auch nicht in das menschliche Erbgut einbauen. Alles, was das Virus und die Impfung mit der Zelle anstellen, passiert nämlich im Plasma. Wenn also eine Impfung das Erbgut verändern würde, dann müsste konsequenterweise das Coronavirus auch unser Erbgut verändern können. Das ist aber nicht der Fall. Ausserdem produziert der menschliche Körper bereits von sich aus mRNA, um lebenswichtige Proteine herzustellen.

Unfruchtbar und zeugungsunfähig

Seit längerem geht das hartnäckige Gerücht um, dass die Corona-Impfung zu Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit führt. Diese Befürchtungen sind jedoch laut mehreren Experten falsch. Studien geben keine Hinweise darauf, dass der Impfstoff zu einem Verlust der Fruchtbarkeit führt.

Mitgeimpfter Mikrochip

Dieser Mythos hat sich vor allem in den sozialen Netzwerken wie ein Lauffeuer verbreitet. Laut verschiedenen Posts soll der Microsoft-Gründer Bill Gates die Corona-Pandemie als Vorwand nutzen, um eine weltweite Impfpflicht einzuführen. So könne er den Leuten einen Mikrochip implantieren und die Weltherrschaft übernehmen. Das ist jedoch ein klarer Mythos. In die Welt gesetzt haben das Corona-Skeptiker, um die Impfung weniger vertrauenswürdig zu machen. Laut Experten ist das Einsetzen von Mikrochip-Implantaten zwar möglich, allerdings würde man das spüren, berichtet der «Bayrische Rundfunk» und stützt sich dabei auf den ARD-Faktenfinder. Das Orten von Personen sei mit solchen Chips zudem nicht möglich. Auch die Nachrichtenagentur Reuters hat mit diesem Mythos bereits aufgeräumt.

Impfstoff ist ein Schnellschuss

Es soll unmöglich sein, in so kurzer Zeit einen vollständig wirksamen Impfstoff zu entwickeln. Auch diese Behauptung stammt aus den sozialen Medien. Beim Impfstoff lief jedoch einiges anders ab: Um Zeit zu sparen, wurden bei der Entwicklung die verschiedenen Phasen parallel durchgeführt. Ausserdem wurden die Eigenschaften des Coronavirus allgemein zugänglich gemacht und die vorhandenen Ressourcen wurden ausschliesslich für die Herstellung des Impfstoffes genutzt. In der Schweiz dürfen ohnehin nur zugelassene Stoffe verimpft werden. Dafür zuständig ist Swissmedic. Das Heilmittelinstitut hat auf seiner Internetseite sogar die Wegleitung für das Zulassungsverfahren publiziert.

Alle müssen sich impfen lassen

Dass man ohne Impfzertifikat mit einigen Einschränkungen zu rechnen hat, ist kein Geheimnis mehr. Eine generelle Impfpflicht ist in der Schweiz jedoch nicht vorgesehen. Auch wäre es aus heutiger Sicht unwahrscheinlich, da die persönliche Freiheit höher gewichtet wird als das öffentliche Interesse.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 5. Juli 2021 16:35
aktualisiert: 5. Juli 2021 16:41
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