Wegen Coronakrise

Gewerkschaften fordern höhere Löhne für 2021

21. Dezember 2020, 11:43 Uhr
Die Gewerkschaften sind enttäuscht, dass die Löhne im Gesundheitswesen nicht steigen. (Symbolbild)
© Keystone
Die Coronakrise werde von den Arbeitgebern als Vorwand gegen höhere Löhne missbraucht, monieren die Gewerkschaften. Sie fordern deshalb eine Lohnerhöhung im nächsten Jahr.

Konkret fordern die Arbeitnehmerorganisationen eine Erhöhung der Löhne in Betrieben und Branchen, in denen die Lohnverhandlungen für 2021 noch nicht abgeschlossen sind. Weiter soll der Zugang zur Kurzarbeit erleichtert und die Kurzarbeitsentschädigung erhöht werden, wie die Gewerkschaften Travail Suisse, Syna und Transfair in einer gemeinsamen Mitteilung am Montag schreiben.

Die Verbände stören sich vor allem daran, dass Lohnerhöhungen für das Gesundheitspersonal trotz grossem Einsatz in der Coronakrise weitgehend ausblieben. Aus diesem Grund fordern sie einen Verzicht auf Sparprogramme und eine Stärkung des Service public.

Kritik an Baubranche

Zwar räumen die Gewerkschaften ein, dass es im Jahr der Pandemie nicht für «grosse Sprünge» bei den Löhnen reiche. Doch Branchen wie das Baugewerbe seien gut durch die Krise gekommen und hätten trotzdem «Nullrunden» vergeben, kritisieren sie: «Völlig haltlos wird das Coronavirus vorgeschoben, um eine Lohnerhöhung zu verweigern.»

Positiv bewertet die Gewerkschaft Syna dagegen, dass der Detailhändler Coop und die Agrargenossenschaft Fenaco die Lohnsumme um 1 Prozent erhöht hätten. Im Vergleich dazu seien die von Migros geplanten Lohnerhöhungen von 0,2 bis 0,5 Prozent ungenügend, bilanziert Syna. (dpo)

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 21. Dezember 2020 11:37
aktualisiert: 21. Dezember 2020 11:43