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Handball

Kadetten dürften schwer zu schlagen sein

1. September 2021, 09:40 Uhr
Pfadi Winterthur steigt am Mittwoch als Titelverteidiger in die neue NLA-Saison. Der Topfavorit sind allerdings die Kadetten Schaffhausen.
Adalsteinn Eyjolfsson will die Kadetten in seinem zweiten Jahr als Trainer zum Meistertitel führen
© KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

17 Jahre musste sich Pfadi gedulden, ehe der zehnte Meistertitel der Vereinsgeschichte Tatsache wurde. Es war das perfekte Ende für Adrian Brüngger nach 14 Jahren als Trainer und fünf verlorenen Playoff-Finals. Das Gleiche gilt für Michal Svajlen, der 2010 zu den Winterthurern wechselte und zuletzt Captain war. Svajlen bleibt dem Verein als Assistent des neuen Headcoaches Goran Cvetkovic erhalten. Letzterer war zuvor Assistent von Brüngger.

Svajlen wird in der Abwehr schwierig zu ersetzen sein. Vor allem aber wiegt der Abgang von Kreisläufer Rastko Stojkovic schwer. Der 40-jährige Serbe war eine Attraktion und wohl das entscheidende Puzzleteil zum Triumph. Zudem wechselte Marvin Lier, der beste Skorer von Pfadi in der vergangenen Qualifikation, ausgerechnet zum grössten Konkurrenten Kadetten Schaffhausen.

Kadetten mit Top-Transfer

Nichtsdestotrotz ist mit den Winterthurern auch in der neuen Saison zu rechnen, sind die Ambitionen nach wir vor hoch. Jedoch sind die Kadetten höher einzustufen, verfügen sie doch auf dem Papier über die beste Mannschaft der Liga. Mit der Verpflichtung des Spaniers Joan Cañellas gelang den Verantwortlichen ein Coup. Der 34-jährige Aufbauer bestritt 192 Länderspiele für die Iberer. 2013 wurde er mit Spanien Weltmeister, dazu kommen die EM-Titel 2018 und 2020. Mit Vardar Skopje gewann er 2017 die Champions League. Meistertitel gewann Cañellas in seiner Heimat, in Deutschland, Nordmazedonien sowie zuletzt in Ungarn.

Der 21-jährige Regisseur Torben Matzken ist ebenfalls ein interessanter Transfer der Schaffhauser. Der Deutsche gilt als grosses Versprechen für die Zukunft. «Unsere Verpflichtungen lassen uns noch schneller, dynamischer und kraftvoller spielen als bisher», ist Teammanager David Graubner überzeugt. Zudem befinden sich Dimitrij Küttel sowie Zoran Markovic nach einer schweren Erkrankung respektive einem Kreuzbandriss im Aufbau und dürften bald wieder einsatzfähig sein.

Die klare 0:3-Niederlage nach Siegen im Playoff-Final gegen Pfadi führte Trainer Adalsteinn Eyjolfsson auch darauf zurück, «dass wir in der letzten Saison unglaubliches Verletzungspech hatten und am Ende überspielt waren». Aufgrund der nun grösseren Breite im Kader dürften die Kadetten diesmal nur schwer zu bezwingen sein. Sie streben ihren zwölften Meistertitel an.

Ist Kriens-Luzern reif für einen Titel?

Realistisch gesehen ist es neben Pfadi einzig Kriens-Luzern zuzutrauen, die Schaffhauser herauszufordern. Die Zentralschweizer werden seit 2018 vom früheren Schweizer Nationalcoach Goran Perkovac trainiert und haben sich stetig weiterentwickelt. Nun soll der nächste Schritt in Form eines Titelgewinns folgen. Einen solchen verpasste Kriens-Luzern in der vergangenen Saison knapp; der Cupfinal gegen die Kadetten ging 21:22 verloren.

Neben Pfadi und den Kadetten gewann hierzulande nach 2009 einzig noch Wacker Thun Titel - den Supercup ausgenommen. Der letzte liegt drei Jahre zurück, damals wurden die Berner Oberländer Schweizer Meister. In den vergangenen beiden Saisons schaute allerdings nur noch jeweils der 6. Platz heraus. Bei Wacker endete eine Ära: Martin Rubin verliess den Verein nach 14 Jahren als Trainer und ging zum Kantonsrivalen BSV Bern.

Vielleicht führt der Wechsel an der Seitenlinie, neu ist der bisherige Assistent Remo Badertscher der Chef, genau zu jenen Impulsen, welche die Thuner brauchen. Zudem ist Spielmacher Nicolas Suter aus Norwegen zurückgekehrt. Ein Nachteil könnte sein, dass Wacker die Heimpartien in Spiez austragen muss, da die Lachenhalle in Folge des Hochwassers im vergangenen Juli nicht zur Verfügung steht.

Quelle: sda
veröffentlicht: 1. September 2021 09:40
aktualisiert: 1. September 2021 09:40