Anzeige
Corona-Massnahmen

Kann die Schweiz am 22. März tatsächlich lockern?

10. März 2021, 06:43 Uhr
Der Bundesrat hat Öffnungen von Restaurantterrassen und Fitnesszentren für Ende März in Aussicht gestellt. Dafür hat er gewisse Kriterien festgelegt, welche die Schweiz erfüllen muss. Bis jetzt ist dies noch nicht der Fall.
Dürfen Restaurants am 22. März ihre Terrassen tatsächlich öffnen? (Archivbild)
© Keystone

Welche Lockerungen will der Bundesrat vornehmen?

Kultur- und Sportveranstaltungen sollen wieder mit Publikum in begrenztem Rahmen stattfinden können. Auch sollen die Terrassen von Restaurants öffnen dürfen – wenn es die epidemiologische Lage zulässt, gar die Innenräume. Zudem soll Sport in Innenräumen wieder möglich sein. Die Homeoffice-Pflicht wird zudem gelockert.

Was müsste erfüllt sein, dass am 22. März gelockert werden könnte?

Der Bund hat Kriterien festgelegt, die erfüllt sein müssen, damit weitere Lockerungen in Kraft treten können. Diese sehen wie folgt aus:

  • Positivitätsrate in Sieben-Tage-Schnitt: Unter fünf Prozent
  • Auslastung Intensivplätze mit Covid-Patienten: Unter 250 belegte Betten
  • Durchschnittliche Reproduktionszahl der letzten sieben Tage: Unter 1
  • 14-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100'000 Personen) am 17. März: Nicht höher als bei Öffnung am 1. März

Wie sieht die Ausgangslage derzeit aus?

Ausgangslage 9. März 2021:

  • Positivitätsrate: 5 Prozent (Vorgabe: Unter fünf Prozent) – nicht erfüllt
  • Auslastung Intensivplätze mit Covid-Patienten: Es befinden sich derzeit 181 Corona-Patienten auf den Intensivstationen (Vorgabe: Unter 250) – erfüllt
  • Durchschnittliche Reproduktionszahl der letzten sieben Tage: 1,08 (Vorgabe: Unter 1) – nicht erfüllt
  • 14-Tages-Inzidenz: 168,36 (Vorgabe: Unter 165,89) – nicht erfüllt

Was sagen die Expertinnen und Experten?

Die Experten des Bundes äusserten sich an einer Medienkonferenz am Dienstag besorgt über die leicht ansteigenden Fallzahlen. Es sei wichtig, die Hygienemassnahmen jetzt konsequent einzuhalten. Für die nächsten Schritte seien die Geschwindigkeit bei den Impfungen und das weitere Voranschreiten der Fallzahlen entscheidend. Ein Jojo-Effekt nach allfälligen Öffnungen müsse möglichst verhindert werden.

Der Bundesrat müsse daher die epidemiologische Lage prüfen und dann entsprechende Lockerungsschritte unternehmen. Es sei Vorsicht geboten. «Die meisten Leute in der Schweiz sind noch nicht immun und es gibt immer noch das Risiko einer Überlastung des Gesundheitswesens», sagt Taskforce-Chef Martin Ackermann.

Wie sieht die Situation in den Nachbarländern aus?

Österreich will die landesweiten Massnahmen (Ausnahme Vorarlberg) am 27. März lockern. Ab dann sollen die Aussenbereiche von Restaurants wieder öffnen dürfen. Ab April wird auch die Öffnung der Indoor-Gastronomie sowie der Hotellerie in Aussicht gestellt. Kulturveranstaltungen sollen mit Zutrittstests ab April oder Mai möglich sein.

Deutschland will die Aussengastronomie am 22. März öffnen. Auch sollen dann Theater, Konzerthäuser und Kinos wieder öffnen. Kontaktfreier Innensport soll auch wieder möglich sein. Der Einzelhandel, ausgenommen Buchhandlungen, Gartencenter und Blumenläden, darf hingegen frühestens am 5. April öffnen. Die Homeoffice-Pflicht soll bis mindestens Ende April bestehen bleiben.

Österreich und Deutschland richten sich bei den Lockerungen nach der Sieben-Tage-Inzidenz. Einen Richtwert, wie es nun in der Schweiz der Fall ist, gibt es nicht.

(gbo)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 10. März 2021 06:01
aktualisiert: 10. März 2021 06:43