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Amerika macht's vor

Maske weg und Besuche in Clubs: Werden Geimpfte jetzt bevorzugt?

14. Mai 2021, 18:58 Uhr
Der Bundesrat ist der Ansicht: Geimpfte sind grösstenteils immun. Ein Blick in die USA zeigt: Hier wird die Maskenpflicht für Geimpfte aufgehoben. Deshalb fordern Schweizer Politiker mehr Freiheiten für Geimpfte und Genesene. Kommt es jetzt zu Impfprivilegien?
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Quelle: Tele 1

US-Präsident Joe Biden hat gestern Donnerstag bekannt gegeben, dass vollständig Geimpfte keine Maske mehr tragen müssen. Diese Regelung gilt draussen wie auch drinnen mit wenigen Ausnahmen. Biden feiert die Aufhebung der Maskenpflicht für geimpfte als Meilenstein im Kampf gegen die Pandemie.

Auch der Bundesrat hat vollstes Vertrauen in die Impfung. Am vergangenen Mittwoch schlug er die neuen Öffnungsschritte ab dem 31. Mai den Kantonen vor. Zudem forderte er, dass Geimpfte und Genesene nicht mehr in die Kontakt- oder Reisequarantäne müssen.

Auf Twitter postete Bundesratssprecher André Simonazzi, dass die Genesenen und Geimpften immun seien und die Krankheit nicht mehr übertragen können. Dieser Post führte zu vielen Diskussionen, da es verschiedene Fälle von Geimpften oder Genesenen gegeben hat, die sich trotzdem infiziert haben. Deswegen klärte der Bundesratssprecher in einem zweiten Post auf: Genesene und Geimpfte würden das Virus nur in seltenen Fällen übertragen. Deshalb sei das Risiko sehr gering.

Öffnung der Clubs für Geimpfte?

Politiker fordern nun, dass der Bundesrat weitere Erleichterungen für Geimpfte erlässt. Dies, da die Geimpften laut Bundesrat nicht mehr ansteckend sind. «Nachdem sich alle Leute impfen lassen konnten, ist die allgemeine Maskenpflicht nicht mehr haltbar», meint Mitte-Nationalrat Lorenz Hess gegenüber «20 Minuten». «Geimpfte sollen nicht weiter Masken tragen müssen, nur weil es Leute gibt, die sich nicht impfen lassen wollen», so Hess. Zudem fordert er die Öffnung der Clubs: «Im Schutzkonzept sollte es erlaubt sein, dass ein Club öffnen darf, wenn er nur Geimpfte und Genesene reinlässt.»

FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen ist der gleichen Meinung wie Hess. Gegenüber «20 Minuten» sagt er allerdings, dass die Quarantäne-Lockerungen für Geimpfte und Genesene zu spät kommen. «Das hätte der Bundesrat bereits vor Wochen machen müssen», so Wasserfallen.

Die Meinungen gehen auseinander

Nicht alle sind sich einig in dieser Debatte. So warnt zum Beispiel die Virologin Isabella Eckerle über Twitter, dass sich Geimpfte weiterhin infizieren können. Auch kann das Virus weiter übertragen werden. Allerdings soll eine Infektion nach der Impfung seltener sein.

Skeptischer zeigt sich auch die Mitte-Nationalrätin Ruth Humbel. Sie amtet als Präsidentin der nationalrätlichen Gesundheitskommission. Gegenüber «20 Minuten» meint sie: «Zumindest im öffentlichen Raum sollten immer noch die gleichen Regeln für Geimpfte und Nicht-Geimpfte gelten, bis alle geimpft werden, die das wollen.»

(bmi)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. Mai 2021 16:41
aktualisiert: 14. Mai 2021 18:58