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Mathys: «Es ist niemandem verboten, die Maske zu tragen»

22. März 2022, 16:19 Uhr
Am Dienstagnachmittag fand der vorerst letzte reguläre Point de Presse des Bundesamtes für Gesundheit zur aktuellen Coronalage statt. Die wichtigsten Informationen findest du hier kurz zusammengefasst.
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Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Ob Fallzahlen, die Lage in den Spitälern, Fragen zum Impfen, zu Armeeeinsätzen oder Auswirkungen der Wirtschaftshilfen in der Pandemie: In der Regel einmal pro Woche haben sich Expertinnen und Experten den Medienleuten für Corona-Fragen zur Verfügung gestellt. Nicht weniger als 100-mal stellten sich in den mehr als zwei Jahren Pandemie die Fachleute den Fragen der Journalistinnen und Journalisten. Weitere Expertenrunden werde es vorläufig nicht mehr geben, hiess es am Dienstag. Bei Bedarf werde der Point de Presse aber zurück ins Leben gerufen.

Der Bundesrat kündigte Mitte Februar an, auf Ende März auch die letzten Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus aufzuheben, nämlich die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und die Isolationspflicht nach einem positiven Test. Entschieden ist das aber noch nicht.

Mathys: «Es ist niemandem verboten, die Maske zu tragen»

Im Hinblick auf eine absehbare Abschaffung der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr hat der BAG-Chefbeamte Patrick Mathys am Dienstag in Bern vor den Medien festgehalten, es sei niemandem verboten, auch nachher eine Maske zu tragen. Er selber trage beim Einkaufen weiterhin eine. Er habe keine Lust, sich auf der Zielgeraden noch anstecken zu lassen.

Der Entscheid, ob es aber generell im ÖV keine Maskenpflicht mehr geben soll, liege aber beim Bundesrat. Epidemiologisch sei der Sinn des Maskentragens absolut begründet, sagte Kantonsarzt-Chef Rudolf Hauri dazu. Und auch Taskforce-Präsidentin Tanja Stadler wiederholte, wenn alle eine Maske trügen, nütze das der Gemeinschaft mehr. Weniger wirksam sei es, als einzelner Mensch in einer grossen Menge Leute ohne Maske eine Maske zu tragen. Aber es spielten eben bei einem Aufhebungsentscheid noch andere Punkte eine Rolle, etwa die weitere gesellschaftliche Akzeptanz.

Wie weiter mit der Impfung?

Wie Christoph Berger, der Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impfragen (Ekif), zudem ausführte, sind bisher keine an die neusten Virusvarianten angepassten Impfstoffe verfügbar. Es werde aber daran gearbeitet. Man werde dann schauen, wie gut diese nützten und welches Virus im fraglichen Moment zirkuliere. Laut Mathys gibt es Klauseln in den bisher abgeschlossenen Lieferverträgen, die auch den Zugriff auf weiter entwickelte Impfstoffe regeln und ermöglichen.

Das Bundesamt für Gesundheit und die Eidgenössische Kommission für Impffragen empfiehlt derzeit keine zweite Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus. Weder generell noch für eine bestimmte Patientengruppe. Eine solche hätte derzeit nur eine geringe Wirkung, erklärt Christoph Berger.

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Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Omikron ist nach wie vor sehr gefährlich

Die Corona-Variante Omikron ist gemäss Tanja Stadler von der wissenschaftlichen Corona-Taskforce des Bundes weiterhin sehr gefährlich. Aber in einer Bevölkerung mit vielen Geimpften und Genesenen seien die Verläufe viel weniger schlimm als anderswo.

Das zeige das Beispiel von Hongkong mit einer sehr schlechten Durchimpfung gegenüber Neuseeland mit seiner hohen Durchimpfung. In beiden Gebieten gebe es ähnliche Fallzahlen, aber in Hongkong sei die Sterblichkeit um etwa 50 Prozent höher, sagte Tanja Stadler, Präsidentin der Covid-19-Taskforce, am Dienstag vor den Medien in Bern. In einer Bevölkerung, die schon sehr gut geimpft ist oder viele Genesene hat, sei Omikron deutlich weniger gefährlich, die Verläufe seien viel weniger schwer.

Wie die Perspektive von Corona in der Schweiz aussehe, sei schwer abzuschätzen. Da gebe es viele verschiedene Faktoren. Wenn es beispielsweise keine Masken mehr gebe, könne sich das Virus wieder viel besser ausbreiten. «Irgendwann hat das Virus aber keinen Wirt mehr», sagte dazu Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit. Es sei aber auch möglich, dass wieder neue Varianten auftreten, sagte Stadler zudem. Und im Herbst werde das Virus saisonbedingt wohl wieder stärker zirkulieren.

Die Medienkonferenz gibts hier im Ticker zum Nachlesen:

(sda/red.)

Quelle: sda/red.
veröffentlicht: 22. März 2022 13:43
aktualisiert: 22. März 2022 16:19
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