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FAQ zur Medienkonferenz

Neue Teststrategie: Das müsst ihr wissen

12. März 2021, 16:42 Uhr
Der Bundesrat informierte am Freitag über die neue Teststrategie, die Durchführung von Abschlussprüfungen und Änderungen an der SwissCovid App. Wir haben das Wichtigste für euch zusammengefasst.
Mit breiten und repetitiven Tests sollen Ansteckungsketten früher unterbrochen werden. (Symbolbild)
© KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE

Finden Abschlussprüfungen statt?

Trotz der Pandemie sollen die schweizerischen und kantonalen Maturitätsprüfungen sowie die Lehrabschlussprüfungen dieses Jahr stattfinden. Für den Fall, dass die epidemiologische Lage die Durchführung trotz Einhaltung der Schutzkonzepte nicht zulässt, hat der Bundesrat am Freitag die nötigen Ausnahmeregelungen erlassen. Dort wird beispielsweise festgehalten, wie die Noten gewichtet werden würden, sollten nur schriftliche oder mündliche Prüfungen möglich sein.

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Quelle: CH Media Vido Unit

Was ändert sich an der SwissCovid App?

Bis jetzt mussten Grenzgängerinnen und Grenzgänger beide Apps auf ihrem Mobiltelefon installiert haben. Der Austausch mit dem Robert-Koch-Institut ermöglicht, dass Nutzer der SwissCovid App sowie der deutschen Corona-Warn-App über eine mögliche Ansteckung informiert werden, wenn ein positives Testresultat in der App gemeldet wird. Schweizerinnen und Schweizer werden also auch benachrichtigt, wenn jemand in der deutschen App eine Ansteckung meldet und umgekehrt.

Warum wird die Teststrategie ausgeweitet?

Die nächsten Öffnungsschritte sollen von einer massiven Ausweitung der Testkapazität begleitet werden. Ziel sei es, 40 Prozent der mobilen Bevölkerung einmal pro Woche zu testen. Zusammen mit dem Contact-Tracing, dem Impfen, den Hygieneregeln und den bestehenden Schutzkonzepten, soll das Testen ein wichtiger Bestandteil des Massnahmenpakets sein, welches erlaubt, die Pandemie effektiv zu kontrollieren.

Wie wird getestet?

Ab dem 15. März soll nach der neuen Teststrategie getestet werden. Diese beruht auf drei Pfeilern: Dem Testen symptomatischer Personen, repetitiven Tests in Ausbildungsstätten, Betrieben und Institutionen sowie Selbsttests.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf den ersten zwei Pfeilern. Sie dienen der Pandemiekontrolle durch Testen, Rückverfolgen, Isolieren und Quarantäne. Mit den Selbsttests sollen Übertragungen im persönlichen Umfeld reduziert werden. Die Kosten für die ausgeweitete Teststrategie belaufen sich für 2021 auf über eine Milliarde Franken.

Um den Material- und Zeitaufwand stark zu reduzieren, wird in Schulen und Unternehmen auf gepoolte Tests durch Speichel-Proben gesetzt. Bei dieser Testform werden die Proben der Testpersonen nicht einzeln, sondern in einer einzigen Sammelprobe analysiert. Bei einem positiven Ergebnis müssen die Personen des Pools Einzeltests machen.

Soll ich mich testen lassen, wenn ich keine Symptome habe?

Ja. Die vielen Personen, die das Virus symptomfrei in sich tragen, stellen ein grosses Problem dar. Sie müssen ausfindig gemacht werden um Infektionsketten so früh wie möglich zu unterbrechen.

Weshalb soll ich mich regelmässig testen lassen?

Vor allem am Arbeitsplatz oder in Schulen soll das repetitive Testen stattfinden. Dort hat man mit besonders vielen anderen Menschen Kontakt. Wer sich regelmässig testen lässt, trägt dazu bei, die Fallzahlen stabil zu halten oder gar zu senken. Alle Unternehmen, Schulen und Institutionen können freiwillig am Testprogramm teilnehmen.

Auch Kinder und Jugendliche sollen sich testen lassen. Gerade sie zeigen seltener Symptome als Erwachsene und haben häufig viele soziale Kontakte. Ein Test kann eine Ansteckung frühzeitig erkennen und andere Personen vor einer Ansteckung schützen.

Welche Vorteile haben Betriebe, die regelmässig testen?

In einer späteren Phase soll geprüft werden, ob das breite und repetitive Testen in Betrieben auch zu Quarantänebefreiungen oder einer Aufhebung der Homeoffice-Pflicht führen kann. Vorerst wird damit verhindert, dass es zu einer breitflächigen Ausbreitung des Virus kommt. Letztendlich müssen dadurch auch weniger Mitarbeiter in Isolation oder Quarantäne.

Kann mich mein Arbeitgeber zum Testen zwingen?

Die Testung muss sich mit Gründen rechtfertigen lassen, die sich auf die Arbeitsleistung oder den Schutz anderer Mitarbeiter oder Dritter (Kunden, Patienten) beziehen. Grundsätzlich ist die Teilnahme aber freiwillig.

Was mache ich bei einem positiven Selbsttest?

Personen mit einem positiven Schnelltest oder Selbsttest müssen einen PCR-Test machen um das Ergebnis zu bestätigen. Es muss sich bis zum Vorliegen des Resultats in Isolation begeben werden. Falls der PCR-Test positiv ist, muss man in Isolation bleiben.

Wann und wo gibt es die Selbsttest?

Das hängt unter anderem von den Gesuchen ab, die eingehen. Es ist mit Anfang April zu rechnen. Jede Person soll pro Monat fünf Selbsttests erhalten. Mit der Krankenkassenkarte können diese dann bei Apotheken auch symptomfrei kostenlos bezogen werden.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 12. März 2021 16:42
aktualisiert: 12. März 2021 16:42