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Coronavirus

«Omikron trübt die Aussichten für die nächste Zeit deutlich»

29. November 2021, 18:52 Uhr
Die Infektionslage ist wegen Delta schon schlimm genug, nun setzt uns Omikron weiter unter Druck. Weshalb? Ist diese Mutation gefährlicher als Delta und können wir dieses Jahr doch noch Weihnachten feiern? Hier die wichtigsten sechs Fragen und Antworten zur Medienkonferenz.
Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung BAG, Anne Lévy, Direktorin BAG, und Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte zeigten sich an der vorgezogenen Medienkonferenz am Montag ziemlich besorgt über das Auftauchen der Virusmutation Omikron.
© Keystone

Wie gefährlich ist Omikron?

In Südafrika hat sich Omikron in verschiedenen Regionen ausgebreitet, obwohl dort Menschen zum Teil geimpft und genesen waren. Gleichzeitig sind aber die Ansteckungen mit Delta nicht angestiegen. Dies zeigt, dass Omikron gegenüber Delta einen Vorteil haben könnte. Auch deuten die Mutationen des Virus darauf hin, dass diese Variante leichter übertragbar ist als Delta.

Auch wenn gemäss verschiedenen Medienberichten spekuliert wird, das Virus führe zu milderen Krankheitsverläufen, sind die Experten des BAG besorgt und betonen. «Die Datenlage ist noch viel zu unklar. Wir wissen erst in ein paar Wochen, was Sache ist», sagte Virologin und Taskforce-Leiterin Tanja Stadler an der Medienkonferenz.

Ist Omikron nun das grössere Problem als Delta?

Die Experten gehen davon aus, dass Delta mindestens bis Weihnachten noch das Infektionsgeschehen in der Schweiz dominieren wird. Zurzeit ist aber die Lage wegen Delta bereits kritisch, die Ansteckungszahlen steigen weiter an. Immerhin: In den Spitälern sei die Lage noch nicht dramatisch, jedoch belastend, sagte Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte. Er geht davon aus, dass es in den Spitälern bald zu Verschiebungen von nicht dringlichen Operationen kommen wird und dass es auch Abstriche bei der Behandlungsqualität geben werde. Patrick Mathys, Leiter Krisenbewältigung BAG, sagte: «Omikron hat das Potenzial, das Pandemiegeschehen entscheidend zu beeinflussen. Es trübt unsere Aussichten für die nächsten Wochen und Monate.»

Was kann man gegen Omikron tun?

Letztlich kann man nicht verhindern, dass das Virus seinen Weg auch in die Schweiz finden wird. Im Moment versucht das BAG mit Reisebeschränkungen diesen Prozess zu verlangsamen. Damit kann wichtige Zeit gewonnen werden. «Wenn das Infektionsgeschehen gleichzeitig von Delta und Omikron dominiert wird, würde dies unser Gesundheitssystem überfordern», sagte Anne Lévy, Direktorin des BAG.

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Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Nützt die aktuelle Impfung gegen Omikron?

Noch ist es wissenschaftlich nicht genau erwiesen, wie stark das Virus unsere Immunantwort umgehen kann. «Wir gehen davon, dass die jetzige Impfung weniger stark gegen einen schweren Krankheitsverlauf schützen wird», sagte Lévy. Trotzdem rufen die Experten des BAG unisono dazu auf, sich impfen und boostern zu lassen. «Je mehr Antikörper wir haben, desto weniger leichtes Spiel hat die neue Virusvariante», sagte Stadler.

Bald wieder Maskenpflicht drinnen und Geisterspiele? 

Virologin Tanja Stadler machte keinen Hehl daraus, dass sie es sinnvoll erachtet, die Maske möglichst oft zu tragen. «Diese schützt uns alle.» Lévy stellte aber klar: «Ob die Massnahmen gesamtschweizerisch verschärft werden müssen, darüber wird der Bundesrat in Kürze bestimmen und es kommunizieren. Zu den Sportveranstaltungen sagte Levy: «Je weniger Leute sich treffen, desto besser» Mehr wollte sie dazu nicht sagen. Hauri geht davon aus, dass auch die Kantone bald zusätzliche Massnahmen ergreifen werden.

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Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Fallen nun auch diese Weihnachten wieder ins Wasser?

«Die Vorweihnachtszeit wird zu mehr Ansteckungen führen», sagt Stadler. Dies, weil sich Leute vermehrt in Innenräumen treffen. Ob Weihnachtsfeste stattfinden können oder nicht, dazu wollte sie nichts sagen. Nur soviel: «Es ist gerade nicht die beste Zeit, um privat grosse Partys zu feiern.» Jede einzelne Person müsse Verantwortung übernehmen.

Hier gibt es den Ticker zur Medienkonferenz zum Nachlesen.

(agm)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 29. November 2021 17:31
aktualisiert: 29. November 2021 18:52