Epidemiologe

Salathé: «Man darf jetzt nicht unvorsichtig werden»

9. Oktober 2020, 08:05 Uhr
Marcel Salathé war zu Gast beim Newsmagazin «10vor10» und sprach über die epidemiologische Lage.
© Keystone
Die Coronazahlen steigen, die Tests steigen, die Vorsicht sinkt. Das besorgt auch den Epidomiologen Marcel Salathé. Im Interview spricht er von einer «labilen Situation».

Die Hospitalisierungen und Todesfallraten sind sehr tief und das Gesundheitssystem ist belastbar», sagt Salathé gegenüber dem «SRF». Im Gesamtbild stehe die Schweiz relativ gut da. Aber angesichts der massiv steigenden Fallzahlen sagt Salathé: «Man darf jetzt nicht unvorsichtig werden, sonst kann man schnell die Kontrolle verlieren.»

Tests kommen an Grenzen

Bei den Tests kommt es zu Engpässen, was auch den Epidemiologen beunruhigt. Für ihn seien Tests essenziell, denn diese würden am Anfang der Strategie stehen. Wenn das Testen auseinanderfalle, könne die gesamte Strategie zusammenfallen. «Tests geben uns ein klares Bild über die epidemiologische Lage», so Salathé.

Nationale Datenbank: transparent und zeitnah

Für den schleppenden Aufbau einer nationalen Corona-Datenbank zeigt Salathé Verständnis, es brauche Zeit. Aber weil die Pandemie schon acht Monate andauert, müssten die Daten endlich da sein. «Niemand hat Zeit, auf 26 Websites aller Kantone nach Daten zu suchen», sagt Salathé. Es brauche eine Zentralisierung, also eine nationale Datenbank.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 9. Oktober 2020 08:06
aktualisiert: 9. Oktober 2020 08:05