Verhaltens-Tipps

«Schweizer Bevölkerung will eigentlich nachhaltig leben»

22. September 2020, 22:22 Uhr
Werbung

Quelle: Tele1

Nachhaltig leben bedeutet, das Leben von zukünftigen Generationen nicht zu beeinträchtigen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Christoph Meili vom WWF Schweiz erklärt, bei welchen Verhaltensmustern es sich am meisten lohnt, den Finger drauf zu haben.

Ein Durchschnittsschweizer produziert im Schnitt etwa 700 Kilo Abfall pro Jahr. Dabei werden nicht nur Verpackungen, sondern auch entsorgte Möbel und ausgediente Kleider miteingerechnet. Wer bewusster einkauft, spart also nicht nur Geld, sondern verringert auch seinen ökologischen Fussabdruck. Schon kleine Dinge wie Plastik trennen und Kompostieren seien Schritte in die richtige Richtung, so Meili.

Am meisten ins Gewicht fallen aber die unsichtbaren Abfälle. Ein einziger Urlaubsflug kann das Klima stärker belasten als ein Jahr Autofahren und das Haus mit Erdöl heizen zusammen. Und das ist nicht wenig, wenn man bedenkt, dass rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen in der Schweiz aufs Heizen entfallen. «Die richtig gewichtigen Verhaltensänderungen sind Flugreisen, Ölheizungen, Autofahren und der Fleischkonsum», unterstreicht Meili.

Muss man auf Tierprodukte verzichten?

«Eine Ernährungsumstellung ist extrem kompliziert und aufwendig», gibt Meili zu. «Das Tiptopf ist ja voller Gerichte die extrem fleisch- und käselastig sind, man schaue sich nur unser Nationalgericht Fondue an.» Man müsse ja nicht alles über den Haufen werfen.

Eine Möglichkeit wäre aber, einmal in der Woche mal was Pflanzliches zu kochen und Alternativen auszuprobieren. Planted Chicken zum Beispiel – eine pflanzliche Alternative zu Poulet – sei zurzeit sehr im Trend.

«Die Schweizer Bevölkerung will eigentlich nachhaltig leben», so Meili. Es fehle nur noch am Wissen, dass die sichtbaren Abfälle nicht die schlimmsten sind, und an den richtigen Rahmenbedingungen. Das Beste, was man machen könne, sei deshalb politisches Engagement, so Meili.

Wer ist in der Pflicht? Die Läden oder der Konsument?

Beide, so die Meinung des WWF-Experten. Der Konsument sowie der Produzent bräuchten staatliche Unterstützung: «Damit ein Landwirt den Anreiz hat, umweltfreundlich zu produzieren, muss er auch einen guten Preis für die Produkte erhalten.» Wenn diese staatlich vergünstigt würden, würden auch mehr Konsumenten dazu motiviert, umweltfreundliche Produkte zu kaufen.

(imü)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 22. September 2020 22:23
aktualisiert: 22. September 2020 22:22