Keine Maske im Gym

So sieht das neue Schutzkonzept der Fitnesscenter aus

Christoph Thurnherr, 29. Oktober 2020, 17:43 Uhr
Nach Benützung müssen Trainingsgeräte gereinigt werden.
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Im Unterschied zum Frühling dürfen Fitnesscenter während der zweiten Coronawelle geöffnet bleiben. Entgegen der ersten Annahme darf unter Umständen auch ohne Maske trainiert werden. Wir zeigen die wichtigsten Punkte auf.

Durchschnaufen: Obwohl in öffentlichen Innenräumen grundsätzlich eine Maskenpflicht gilt, kommt man auf der Trainingsfläche bei den richtigen Voraussetzungen darum herum.

Dies bestätigt Roland Steiner, Präsident des Schweizerischen Verbandes für Fitness- und Gesundheitszentren: «Wir werden eher wenig Leute sehen, die beim Trainieren eine Maske tragen.»

Eine Frage des Platzes 

Seit die neuen Regeln des Bundesrats bekannt sind, wurde beim Verband mit Hochdruck an einem neuen Schutzkonzept gearbeitet. Unterstützt und abgenommen hat dies der ehemalige Mr. Corona höchstpersönlich, Daniel Koch.

Roland Steiner gibt bereits einen Einblick in die neuen Regeln für Fitnesscenter: «Gemäss Verordnung des Bundesrats gelten Fitnesscenter als öffentliche Einrichtungen. Das heisst, es gilt eine Obergrenze von 50 Personen.»

Es kommt aber darauf an, wie viel Platz zur Verfügung steht und wie hart trainiert wird. Bei leichtem Training braucht eine Person vier Quadratmeter Platz, bei schwerem Training sind es 15 Quadratmeter.

Wenn also viele Personen schweres Training betreiben, etwa schnelles Rennen auf dem Laufband, dann könnte sich die maximal zulässige Personenanzahl reduzieren. «In den meisten Zentren dürfte das Verhältnis aber problemlos aufgehen», sagt Roland Steiner.

Gruppentraining auch möglich

Für Trainingsgruppen besteht eine Obergrenze von 15 Personen, zudem muss ein Mindestabstand von anderthalb Metern eingehalten werden. Auch hier sei aber entscheidend, wie trainiert werde, sagt Roland Steiner: «Es gibt sehr viel ruhige Kurse, wie zum Beispiel Pilates oder Yoga. Da braucht es keinen sehr grossen Abstand.»

Anders sehe es zum Beispiel beim Zumba aus, wo man sich viel bewegt und dementsprechend mehr Aerosole in der Luft verteilt. Die Gruppengrösse müsse in einem solchen Fall an die des Trainingsraums angepasst werden.

Maskenpflicht in Innenräumen ja, aber 

Auch ein grosses Thema ist die Maskenpflicht beim Training. Wer an die Grenze gehen will, der gerät auch ohne Maske bereits arg ins Schnaufen. Mit einer Maske könnte das gefährlich werden, wie Steiner bestätigt: «Sofern die Trainierenden ihre vier oder 15 Quadratmeter Platz haben, muss beim Training keine Maske getragen werden. Wer eine Maske anziehen möchte, darf dies natürlich tun.»

Eine andere Möglichkeit bestehe bei der Abtrennung durch Plexiglasscheiben. Abgesehen von der Trainingsfläche gilt jedoch eine strenge Maskenpflicht. Roland Steiner zeigt sich zufrieden mit den neuen Massnahmen: «Ich halte diese Anpassungen für verhältnismässig. Die Fitnesscenter werden zwar weniger Umsatz machen, doch immerhin dürfen wir offen bleiben.» Viele Kunden hätten bereits angekündigt, erst nach der Pandemie wieder ein Abo zu lösen.

Aus Sicht des Verbandspräsidenten ist die Angst, sich im Fitnesscenter einer grossen Gefahr auszusetzen, unbegründet: «Fitnesscenter waren nachweislich nie ein Hotspot für Corona-Ansteckungen. Das neue Schutzkonzept bietet nun noch mehr Sicherheit.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 29. Oktober 2020 16:22
aktualisiert: 29. Oktober 2020 17:43