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Telekommunikation

Swisscom veräussert ihre BICS-Beteiligung für 110 Millionen Euro

9. Februar 2021, 10:11 Uhr
Die Swisscom verkauft ihre Beteiligung am belgischen Telekom-Unternehmen Belgacom International Carrier Services (BICS). Sie beträgt 22,4 Prozent und geht nun an die bisherige Hauptaktionärin, den belgischen Telekomkonzern Proximus.
Die Swisscom stösst die Beteiligung an der belgischen Belgacom International Carrier Services (BICS) ab. Für den 22,4%-Anteil erhält die Swisscom vom BICS-Hauptaktionär Proximus 110 Millionen Euro.(Archivbild)
© KEYSTONE/MELANIE DUCHENE

Die Swisscom erhält dafür 110 Millionen Euro, wie sie am Dienstag mitteilte. Auch der andere Minderheitsaktionär, die südafrikanische Mobile Telephone Networks-Gruppe (MTN), werde seine Anteile veräussern. Das Unternehmen Proximus, das sich bis heute zu mehr als 50 Prozent im Besitz des belgischen Staates befindet, werde dadurch zur Alleinaktionärin an BICS.

Für die Swisscom habe die Transation keine grösseren finanziellen Auswirkungen. Der finanzielle Ausblick für das Finanzjahr 2021 ändere nicht, heisst es im Communiqué. Wie eine Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP ergänzte, dürfte die Transkation keinen Einfluss auf das Betriebsergebnis (EBITDA) haben, «da es sich nur um eine Minderheitsbeteiligung handelt».

Zum Buchwert mache die Swisscom ausserdem keine Angaben. «Wir erwarten aus dem Verkauf im ersten Quartal aber einen Buchgewinn in der Höhe eines tiefen zweistelligen Millionenbetrags», führte sie aus.

Ursprung der Zusammenarbeit im Jahr 2005

Der Ursprung der Zusammenarbeit zwischen Belgacom und Swisscom liegt im Jahr 2005. Damals legten die Belgacom SA und die Swisscom Fixnet AG ihr internationales Wholesale-Geschäft zusammen, wie die Sprecherin des Schweizer Telekomkonzerns ausführte.

Dazu gründeten sie das Gemeinschaftsunternehmen BICS, das nun komplett von Proximus übernommen wird. Das Joint Venture habe in den vergangenen Jahren ermöglicht, die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Wholesale-Markt zu stärken. Auch habe man Synergien nutzen können, so die Sprecherin.

Der Verkauf sei aber trotzdem richtig, da die Swisscom grundsätzlich nur noch in Geschäfte investieren wolle, die für sie strategisch relevant seien. Der genaue Zeitpunkt des Vollzugs sei nun noch abhängig von den üblichen behördlichen Genehmigungen.

Bisherige Verträge bleiben bestehen

Bisherige Verträge zwischen Swisscom und BICS blieben ausserdem weiter bestehen. So wickle der «blaue Riese» einen Grossteil seines internationalen Telefonminutengeschäfts im Rahmen eines Lieferantenverhältnisses mit BICS ab. Ausserdem laufe die gesamte Signalisierung sowie ein Teil des internationalen SMS-Traffics der Swisscom über BICS ab, ergänzte die Sprecherin.

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. Februar 2021 10:12
aktualisiert: 9. Februar 2021 10:11