Coronavirus

Virologin erklärt: Das macht die Covid-Variante Omikron aus

6. Januar 2022, 14:23 Uhr
Das Coronavirus bestimmt nun schon seit fast zwei Jahren mehr oder weniger unser Leben. Die aktuelle Variante ist Omikron, die zwar mildere Krankheitsverläufe zur Folge hat, sich aber rasant ausbreitet. Virologin Isabella Eckerle erklärt auf Twitter, was diese Variante ausmacht.
Die Belastung liegt gemäss Eckerle nicht mehr nur auf den Intensivstationen.
© Keystone

Omikron ist in der Schweiz bereits für 64,2 Prozent der Coronavirus-Infektionen verantwortlich (Stand: 5. Januar 2022, BAG). Erstmals entdeckt wurde die Variante Ende November in Südafrika. Es ging nicht lange und Omikron verbreitete sich auch in der Schweiz. Und obwohl sich diese Variante schnell ausbreitet, sind die Krankheitsverläufe weniger schwer.

Isabella Eckerle, Virologin und Professorin am Universitätsspital Genf, schreibt auf Twitter:

Eckerle erklärt in weiteren Tweets, wieso das so ist. Hier eine Übersicht:

Wieso ist die Omikron-Variante trotz der milden Verläufe gefährlich?

Die Virologin schreibt auf Twitter, dass Omikron zwar mildere Verläufe verursacht, trotzdem kann es Menschen so krank machen, dass sie ins Krankenhaus kommen. «Plus jene, die wegen anderer Probleme kommen und infiziert sind. Die Versorgung und Isolation von Infizierten wird nun viel komplexer, da alle Fachgebiete involviert sind.» Das Risiko einer Ansteckung im Spital steige und die Isolationskapazität werde knapp. «Dazu kommen hohe Infektionsraten beim Personal. Auch hier: im Mittel ein eher milder Verlauf, aber trotzdem so krankmachend, dass es zu massiven Ausfällen kommt.»

Gerade für das Gesundheitswesen bringe die Ausgangslage Schwierigkeiten mit sich, schreibt Eckerle. Es bestehe ein erhöhtes Risiko, dass sich Arbeitskolleginnen und -kollegen und Patienten untereinander anstecken, wo doch schon genug Personal fehle und damit könne die Versorgung nicht aufrecht erhalten werden.

Wo liegen die Herausforderungen?

Eckerle glaubt, dass viele erlernte und bisher gültige Konzepte der Pandemie-Bewältigung mit Omikron neu gedacht werden müssen. Die hohe Kontagiosität (also die Ansteckungsfähigkeit) und die hohen Infektsionszahlen würden uns vor neue Herausforderungen stellen – auch im Laborbereich, die Testkapazität ist bald erschöpft. Weiter schreibt die Virologin, dass es schwieriger werde, das Infektionsgeschehen durch Fallzahlen und Inzidenz zu messen und maximale Inzidenzen werden die Obergrenze der Labortestung darstellen, nicht mehr die tatsächlichen Fälle. «Jeder symptomatische Infekt kann dann wahrscheinlich a prior als Covid-19 gewertet werden.»

Wie schützen wir uns vor Omikron?

Ein Lichtblick: «Diese Situation wird wohl nicht lange andauern», so Eckerle. Aber es stünden einige sehr herausfordernde Wochen vor uns. «Wer Glück hat, kann die Zeit im Homeoffice nur mit eigenem Haushalt ohne grössere Kontakte aussitzen.» Ansonsten, schreibt Eckerle, unbedingt FFP2-Maske tragen. «Wer symptomatisch erkrankt, sollte unbedingt zu Hause bleiben und Kontakte meiden.» Vor allem sei es wichtig, in den nächsten Wochen das Infektionsrisiko so gut es geht zu minimieren – dies funktioniere mit den gültigen Massnahmen.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 5. Januar 2022 15:54
aktualisiert: 6. Januar 2022 14:23
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