Corona-Heilmittel

Was hilft gegen Corona – und was kommt da noch?

12. Oktober 2020, 20:43 Uhr
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Quelle: tele1

Das Coronavirus war im Frühling eine unbekannte Krankheit. Inzwischen haben die Mediziner viel mehr Erfahrung. Was ist der Stand der Dinge?

Vorneweg: Den ganz grossen Durchbruch gibt es in Sachen Corona-Medizin noch nicht, das berichtet das Echo der Zeit des SRF. Es sei ein Mosaik aus einzelnen Fortschritten und gelernten Lektionen, die zusammen den medizinischen Fortschritt ausmachen würden.

Zurückhaltende Hoffnung auf Erfolg

«Da war ein enormer Lerneffekt da», sagt Nicolas Müller, Infektiologe am Universitätsspital Zürich und Mitglied der Corona-Task-Force des Bundes gegenüber dem SRF. Allzu sehr will er nicht auf den einen grossen medikamentösen Erfolg hoffen. «Wir sind etwas zurückhaltender geworden, als wir das vielleicht in der ersten Phase waren. Ich denke, wir haben jetzt doch was gelernt. Wir haben einiges in der Hand.»

Aktuell sind drei Dinge auf der Medikamentenseite für die Corona-Therapie zentral: das Anti-Viren-Medikament Remdesivir, das entzündungshemmende Dexamethason und Blutverdünner.

Das bringen die Medikamente

Remdesivir: Zu Remdesivir gab es im Mai erste klar positive Daten. Es verkürzt demnach, genügend früh gegeben, die Zeit, die Patienten im Spital verbringen müssen. Gibt man Remdesivir jedoch spät im Krankheitsverlauf, dann wenn Patienten schon beatmet werden müssen, bringt es dagegen nichts.

Dexamethason: Es wirkt nicht wie Remdesivir gegen das Virus direkt, sondern unterdrückt die Entzündungsreaktion des Körpers, die gerade bei schweren Verläufen eine entscheidende Rolle spielt.

Blutverdünner: «Die Blutverdünnung ist sehr wichtig», so Nicolas Müller gegenüber dem SRF. Thrombosen und Lungenembolien sind häufige Komplikationen beim Coronavirus, weil das Virus nicht nur die Lunge, sondern auch Blutgefässe angreift. Blutverdünner helfen, dieses Risiko zu senken.

Was kommt noch?

Manuael Battegay, Infektiologe am Unispital Basel und Mitglied im Leitungsteam der Corona Task Force, forscht am Unispital Basel an der Plasmatherapie. Dabei wird Patienten, die eine Erkrankung überstanden haben, Blut abgenommen, und die darin gegen Corona wirksamen Antikörper werden kranken Patienten gegeben. Erste Resultate sehen gut aus. Doch der klare Beweis in grossen Studien steht noch aus.

AntikörperAntikörper kann man auch künstlich – ausserhalb des menschlichen Körpers – herstellen. «Es ist so, dass mehrere Firmen jetzt Antikörper entwickelt haben», sagt Manuel Battegay dem SRF. «Entsprechende Studien dürften circa im Januar, Februar des nächsten Jahres beginnen.» Ergebnisse könnte es im Sommer 2021 geben.

Vitamin D: Eine Hoffnung, die viele Menschen teilen, nämlich dass Vitamin D gegen das Coronavirus helfen könnte, beurteilen beide zurückhaltend. «Bevor wirklich saubere Studien vorliegen, bin ich da sehr skeptisch», so Nicolas Müller. Die Studienlage gebe hier wenig Grund für Optimismus.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 6. Oktober 2020 06:38
aktualisiert: 12. Oktober 2020 20:43