Ende nach 30 Jahren

Die «Fifa»-Ära ist vorbei – so heisst das Erfolgsgame in Zukunft

10. Mai 2022, 19:53 Uhr
Der Weltfussballverband Fifa und der Videogame-Hersteller EA Sport beenden ihre Partnerschaft. Das Erfolgsspiel erscheint ab 2023 unter neuem Namen. Fans fragen sich, welche Auswirkungen diese Entscheidung haben könnte.

Es ist eine der bekanntesten - und erfolgreichsten - Videospielreihen der Welt: «Fifa» von EA Sports. Seit fast 30 Jahren spielen Millionen von Fussballfans auf der ganzen Welt das vom Weltfussballverband offiziell lizenzierte Game. Und zwar immer wieder aufs Neue, denn Fifa erschien pünktlich Jahr für Jahr in einer aktualisierten Version. Es gehörte zur Welt der Videospiele wie das Amen zur Kirche.

Damit ist bald Schluss: Wie Hersteller EA Sports am Dienstagabend mitteilte, wird das Unternehmen den Deal mit dem Verband nicht verlängern. Diesen Herbst soll es mit Fifa 23 noch einmal einen Serienteil geben. Vom Sommer 2023 an will EA das Game aber unter einem neuen Namen vermarkten. Dieser lautet «EA Sports FC». FC steht dabei für Football Club.

Nicht nur Geld war das Problem

Was ist der Grund für den Bruch mit der langjährigen Tradition? Laut Angaben des Nachrichtenmagazins «Spiegel» habe der Namensgeber von EA immer mehr Geld für die Lizenz gefordert. Rund 150 Millionen US-Dollar seien es zuletzt jährlich gewesen. Anzeichen für ein Zerwürfnis der Partner habe es schon im letzten Herbst gegeben. Damals hiess es, die Fifa wolle von EA Sports ab 2023 deutlich mehr Geld für die Nutzung ihres Namens.

Gegenüber dem Spiegel bestritt EA allerdings, dass die Verhandlungen mit der Fifa an den Kosten für die Lizenz scheiterten. «Natürlich spielt Geld bei jeder Verhandlung eine Rolle», wird David Jackson, «VP Brand» für die Marke Fifa bei EA Sports, zitiert. «Aber ich denke, dass es für keine der beiden Seiten der entscheidende Faktor war.»

Features und Inhalte sollen gleich bleiben

EA Sports habe sich vielmehr dadurch ausgebremst gefühlt, dass es aufgrund des Namensdeals bislang nicht unabhängig vom Verband Fifa entscheiden konnte, mit welchen Drittfirmen, etwa Sportartikel-Hersteller, es für sein Fussball-Videospiel kooperieren konnte. Man wolle nun viel mehr Marken und Partner einbinden und ein «Fussball-Metaversum» erschaffen.

Welche inhaltlichen Auswirkungen wird das Ende der Partnerschaft haben? Gemäss «Standard» versichern die Verantwortlichen aktuell, dass das Spiel auch unter neuem Namen alle Features und Inhalte beibehalten wird – einschließlich neuer und alter exklusiver Partnerschaften. Zumindest von den europäischen Ligen habe EA bereits Zusagen erhalten.

Die in Zürich beheimatete Fifa äusserte sich zur Ankündigung von EA Sports bislang nicht öffentlich.

(osc)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 10. Mai 2022 19:28
aktualisiert: 10. Mai 2022 19:53
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