FC Luzern

Es brodelt in den FCL-Bäuchen

Philipp Breit, 11. Dezember 2020, 16:47 Uhr
FCL-Goalie Marius Müller hadert mit den zu vielen Gegentoren
Es brodelt und rumort in den FCL-Bäuchen. «Wir sind sauer», sagt Fabio Celestini. Schuld ist aber nicht irgendwelches schwerverdaubares Essen. Obwohl, schwer zu verdauen war die Niederlage gegen YB sehr wohl. Und diese ist es, welche auch rund eine Woche später immer noch die Wut in die FCL-Bäuche treibt.

«Ich kann das nicht glauben, immer noch nicht.» Fabio Celestini wirkt noch immer etwas ratlos, wenn er an das Spiel gegen YB zurückdenkt. Wie in Herrgottswillen hat YB diese drei Tore geschossen? Eine Frage welche die Luzerner auch unter der Woche in der Videoanalyse beschäftigt hat. «Wir haben die Videos angeschaut und haben gedacht, es kann nicht sein, dass YB jetzt gleich diese Tore schiesst. Wir sind das Team, das spielt», so Celestini. Doch YB hat diese Tore eben doch geschossen … dank gütigster Mithilfe des FCL. Fehler um Fehler wurden aneinandergereiht und die Berner sagten «merci viu mau».

Doch das ist nun Vergangenheit. Der FCL hat das YB-Spiel aufgearbeitet. Die Lehren daraus sind gezogen und nun wollen sie es besser machen. Sagen sie zumindest. Wie schon so oft diese Saison. Den Worten müssen nun Taten folgen. Der FCL zerstört in dieser Saison seine Siegeshoffnungen immer wieder leichtsinnig. Kaum scheint der FCL-Spielballon auf Flughöhe zu kommen, so sticht ein Spieler mit dummen Aktionen wie eine Nadel in den Ballon. «Ich habe eine sehr ehrliche Beziehung zu meinen Spielern», so Celestini. «Ich kann mit ihnen immer reden. Wenn sie gut gespielt haben, aber auch wenn sie Fehler gemacht haben. Und diese Woche habe ich viel geredet…»

Doch müsse man bei aller Kritik auch immer das notwendige Fingerspitzengefühl beweisen. Menschen wissen, wenn sie Fehler gemacht haben. Dann zusätzlich auf ihnen rumhacken bringe nichts. «Es geht nicht darum, einen Spieler kaputt zu machen. Ich brauche meine Spieler». Und dennoch muss Fabio Celestini seinen Spielern klar machen, dass man nur von guten Leistungen nicht leben kann. Nicht dann, wenn keine Punkte dabei rausschauen. «Man muss aber auch immer das Ganze sehen», betont Celestini. «Gegen YB war das ein Spiel. Und es gibt aber auch noch neun andere diese Saison». Aber auch da gilt: Der FCL spielt teilweise richtig gut, aber gewinnt zu wenig.

Was braucht der FCL für einen Sieg? Die Wut im Bauch! So wie gegen Servette. Als der Stachel nach dem Unentschieden gegen Vaduz so tief sass, dass die Luzerner den Genfern dann keine Chance liessen und souverän den ersten Saisonsieg holten. Die Wut damals war sogar so gross, dass sie gar noch länger als für das Servette-Spiel anhielt. Denn nur vier Tage später holte der FCL im Nachtragsspiel gegen Sion den nächsten Sieg. Und nun haben die Luzerner wieder Wut im Bauch. YB sei Dank! Oder besser gesagt, dem FCL sei Dank!

Vorne die Dinger reinhauen und hinten dicht machen

Die Walliser waren bei ihrem Gastspiel vergangene Woche in der Luzerner Swissporarena derart chancenlos, dass man gar nicht daran denken mag, dass die Luzerner am Samstag nicht gewinnen sollten im Wallis. «Genau das ist aber gefährlich», warnt FCL-Verteidiger Silvan Sidler. «Sion ist immer stark, hat gute Einzelspieler. Aber wir wissen auch, dass wenn wir defensiv gut stehen und offensiv effizient sind, dann gewinnen wir». Offensiv effizient können die Luzerner, das ist nicht das Problem. Mit 16 geschossenen Toren stellen sie die zweitbeste Offensive der Liga. Dünn wird das Eis dann auf der anderen Seite. Kein Team kassierte bislang mehr Tore als die Luzerner: 18 Eier wurden dem FCL bereits eingeschenkt. Zu viel! Da sind sich alle einig. «Es ist eigentlich brutal, wenn wir mit so vielen geschossenen Toren nur neun Punkte auf dem Konto haben», meint Silvan Sidler. «Aber wir wissen, dass wir zu viele Tore kassieren». Auch diese Erkenntnis ist nicht neu. Nun heisst es, Worten Taten folgen lassen. Mut machen könnte den Luzernern, dass sie das letzte Gastspiel im Tourbillon mit 2:0 gewonnen haben. Ein Resultat ganz im Sinne des FCL: Vorne die Dinger reinhauen und hinten dichthalten.

Sion gegen Luzern, Anpfiff ist am Samstag um 18.15 Uhr im Tourbillon. Das Spiel kann im Liveticker auf PilatusToday verfolgt werden oder live auf Radio Pilatus.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 11. Dezember 2020 18:39
aktualisiert: 11. Dezember 2020 16:47