FC Luzern

«Niemand hat einen Vollgas-Zünder im Arsch»

Philipp Breit, 21. Juli 2020, 16:50 Uhr
In Sachen Motivation und Mentalität ein Vorbild: FCL-Stürmer Pascal Schürpf
© KEYSTONE/URS FLUEELER
4 Spiele ohne Sieg. 1 Unentschieden sowie 3 Niederlagen. Die Bilanz für den FCL liest sich zuletzt miserabel. Aber es ist nicht alles schlecht. Gut ist es aber auch nicht. Und dennoch, auf das bisher Erreichte kann der FCL stolz sein.

Noch im Dezember war der FCL mit gerade einmal 18 Punkten ein Abstiegskandidat. Davon ist man mittlerweile zum Glück weit entfernt. Der Effort der Mannschaft unter Trainer Fabio Celestini zu Beginn der Rückrunde und auch nach dem Re-Start war eindrücklich. Doch damit scheint nun Schluss zu sein. In den letzten 4 Spielen blieb der FCL sieglos und zeigte teilweise nicht gerade seinen besten Fussball.

Und dennoch, nach wie vor ist der FCL 2020 ein absolutes Top-Team. Und vielleicht zahlt die Mannschaft nun ihren Tribut für die intensiven und kräftezerrenden Leistungen. «Es ist klar, die letzten 4 Spiele waren nicht gut», gibt auch FCL-Trainer Fabio Celestini unumwunden zu. «Aber es liegt nun an uns, dass wir die Meisterschaft mit einem guten Gefühl beenden. Dafür braucht es gegen Sion, YB, Zürich und Basel noch einmal alles».

Aber kann die Mannschaft dies wirklich noch einmal? Kann sie sich effektiv noch einmal aufraffen für die letzten 4 Spiele und die Saison erfolgreich zu Ende spielen? Klar! Sagt Pascal Schürpf. Obwohl auch der Stürmer zugibt, dass es eine spannende Zeit sei im Moment. «Wer ist fit? Wer ist müde? Wenn man jetzt im Kopf denkt, dass man müde ist und alle drei Tage spielen MUSS, dann wird es schwierig», so Schürpf. Aber man könne ja schliesslich auch froh sein, dass man überhaupt wieder spielen könne und schliesslich: «Niemand hat einen Zünder im Arsch, damit man auf einmal wieder Vollgas geben kann, aber das geht allen so». Und dann entscheide die Mentalität!

Im Spiel gegen Xamax hat man gespürt, was eine Mannschaft mit Mentalität erreichen kann. Und es waren die Neuenburger, die dies gezeigt haben. Mit der Abstiegsangst im Nacken legten sie in der Schlussphase noch einmal zu und erkämpften sich einen nicht unverdienten 2:1-Sieg. Sehr zum Ärger von Pascal Schürpf: «Nach dem 1:1 haben wir deutlich zu wenig gemacht. Xamax hat nur defensiv gespielt, da hätten wir unbedingt mehr daraus machen müssen.» Gelang den Luzerner aber nicht.

Nun kommt mit Sion ein weiterer Abstiegskandidat in die Swissporarena. Das Abstiegsgespenst geisterte bereits vor Anfang Juli durch das Tourbillon als der FCL zu Gast war im Wallis. Und damals überzeugten die Luzerner insbesondere in der Defensive und erarbeiteten sich einen 2:0-Sieg. Und der Matchplan von damals dürfte auch morgen noch seine Gültigkeit haben: Defensiv gut stehen, solid sein und vorne die Chancen eiskalt ausnutzen! Dem FCL dabei nicht zur Verfügung steht am Mittwoch Francesco Margiotta. Der Topskorer sitzt eine Gelbsperre ab. Deswegen jedoch das System umstellen wird Fabio Celestini wohl nicht: «Nicht das System gewinnt Spiele, sondern unsere Lust und Motivation.» Zudem fehlen die Verletzten Christian Schwegler, Tsyi Ndenge und Marco Burch. Ebenso Ibrahima Ndiaye. Zurückkehren wird hingegen von einer Gelbsperre Marvin Schulz. Und auch Lucas Alves dürfte wieder zur Verfügung stehen.

Luzern gegen Sion, Anpfiff ist am Mittwochabend um 20.30 Uhr. Auf Radio Pilatus wird das Spiel live übertragen. Ebenso im Liveticker auf pilatustoday.ch

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. Juli 2020 16:52
aktualisiert: 21. Juli 2020 16:50