FCL-Captain Schwegler

«Wir müssen wieder gierig sein, zu Null zu spielen»

Philipp Breit, 8. April 2021, 17:42 Uhr
Die Richtung ist eigentlich klar für den FCL: Aufwärts soll es gehen!
© KEYSTONE/URS FLUEELER
«Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.» Dieses Sprichwort stimmt so auf den FCL bezogen nicht ganz. Denn eigentlich hätte das FCL-Hänschen das Verteidigen doch mal gelernt, nur scheint FCL-Hans dies verlernt zu haben.

Als Fabio Celestini den FCL Anfang 2020 übernommen hat war seine Devise klar: Zuerst die Defensive stabilisieren und dann weiterschauen! Und schau an, der FCL hatte es geschafft seine Gegentore deutlich zu verringern. Auf einmal war der FCL-Strafraum eine schier uneinnehmbare Festung.

Doch mittlerweile gleicht die FCL-Abwehr mehr einer Burgruine denn einem Bollwerk. Angst und Schrecken strahlen die Abwehrhaudegen der Luzerner nicht mehr aus. Die gegnerischen Angreifer kennen die Schwachstellen bestens und finden die Lücken im löchrigen Mauerwerk nur zu oft. «Burgherr» Celestini verwirft schon mal irritiert die Arme während eines Spiels. Nicht immer kann er verstehen, was seine «Ritter» da auf dem Feld so wirklich praktizieren.

«Wir müssen auch in der Abwehr wieder diese Gier entwickeln», so FCL-Captain Christian Schwegler. «Diese Gier, dass wir ein Spiel unbedingt zu null gewinnen wollen.» Es wäre zu einfach und zu verlockend, wenn sich der FCL hinter der guten Offensive verstecken würde. 46 geschossene Tore sind eine Wucht, zweifelsohne! Die FCL-Offensive ist immer für ein Tor gut. «Wir sind sicher nicht leichtsinnig», betont Schwegler. «Wir verlassen uns keinesfalls auf unsere gute Offensive.»

Doch warum ist der FCL auf einmal defensiv so anfällig? Warum scheint er das anfänglich Gelernte wieder vergessen zu haben? «Wir haben es nicht vergessen, aber wir scheinen es etwas zu vernachlässigen», gibt Schwegler zu. Es ist nicht so, dass «Burgherr» Fabio Celestini seinen Mannen auf einmal einen Schlachtplan ohne Defensividee mitgibt. Aber dieser Plan ist wertlos, wenn sich der FCL immer wieder mit individuellen Fehlern selbst bestraft. Als Martin Frydek im Spiel gegen Sion den haarsträubenden Querpass in den eigenen Sechzehner spielte, stand dies sicherlich nicht so auf der Taktiktafel. «Fehler gehören zu jedem Spiel. Ohne Fehler gäbe es keine Tore», so Fabio Celestini. «Aber ja, ohne Fehler wie diese von Martin, hätten wir vielleicht ein paar Punkte mehr auf dem Konto.»

Doch es wäre nun zu einfach bloss den Abwehrspielern den Ritterhelm abzunehmen und eine Narrenknappe aufzusetzen. Abwehrarbeit beginnt im Sturm, heisst es so schön im Fussball-Fachjargon. Gemeinsam muss nun besser verteidigt werden. Nicht plan- und ziellos einfach den Gegner anlaufen. Die Räume eng machen und rigoros verteidigen.

Der FCL und die Krux mit der Effizienz

Und ausgerechnet jetzt kommt der FC Basel in die Swissporarena. Die Basler haben unter der Woche Ciriaco Sforza zum Obernarr gemacht und ihn vom Hof gejagt. Doch auch mit Sforza haben die Basler in dieser Saison keines der drei Direktduelle gegen den FCL verloren. Aber dies nicht zwingend, weil sie das bessere Team waren. «Wir haben in drei Spielen 80mal aufs Tor geschossen, aber nur vier Treffer erzielt», rechnet Celestini vor. «Basel hat 30mal aufs Tor geschossen, aber neun Treffer gemacht.» Effizienz ist also mal wieder das Stichwort. Doch dabei geht es Celestini nicht nur darum mehr Tore zu schiessen. «Effizient kann man in der Offensive sein, aber auch in der Defensive.»

Die FCL-Ritter müssen gegen Basel das Gleichgewicht finden zwischen Offensive und Defensive. Ohne diese Balance wird es schwierig sein sich im Sattel zu halten. Auch gegen die angeschlagenen Basler.

FC Luzern gegen FC Basel, Anpfiff ist am Samstag 10. April um 20.30 Uhr. Das Spiel kann live verfolgt werden auf Radio Pilatus oder in unserem Liveticker.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. April 2021 19:43
aktualisiert: 8. April 2021 17:42