Vor Duell gegen St. Gallen

«Wurde nie mit einer Mannschaft so gedemütigt» – FCL will Revanche

Philipp Breit, 18. Oktober 2022, 07:10 Uhr
Hochmut kommt vor dem Fall. Als der FC Luzern zuletzt gegen St. Gallen spielte, spuckte Mario Frick vor dem Spiel grosse Töne. «Wir sind besser», so seine Meinung. Mit 1:4 wurde der FCL damals aus dem Kybunpark geschossen. Vor dem erneuten Duell klingt Frick daher etwas demütiger.
Zuletzt gab es dreimal in Serie keine Punkte für Mario Frick und den FCL.
© KEYSTONE/PHILIPP SCHMIDLI
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«Ich wurde noch nie mit einer Mannschaft so gedemütigt und vorgeführt wie in diesem Spiel», wird Mario Frick deutlich. Die 5. Runde dieser Saison war eine Runde zum Vergessen. Die Luzerner waren komplett chancenlos in der Ostschweiz. Samuele Campo und Lorenzo Bucchi lieferten sich ein Renkontre an der Seitenlinie, Marius Müller liess sich im Nachgang zu einer unüberlegten Aussage hinreissen.

Der 13. August ist lange her. Daher, alles vergessen und verziehen, was in St. Gallen war? «Wir haben auf jeden Fall aus dem Spiel gelernt. Und ich möchte das Duell auch gar nicht weiter hochstilisieren, damit haben wir schlechte Erfahrungen gemacht.» Ganz ohne Kampfansage kann Mario Frick dann aber doch nicht: «Wir wollen ihnen auf jeden Fall den Schneid abkaufen. Mit unseren Fans im Rücken wollen wir aggressiv auftreten und ihnen das Leben schwer machen.»

Gut gespielt, aber nicht gewonnen

Tugenden, die man zuletzt leider zu selten vom FCL zu sehen bekam. Die Niederlage gegen Sion am vergangenen Samstag war symptomatisch dafür. «Gegen dieses Sion hätten wir an diesem Tag nicht verlieren dürfen», ist Mario Frick auch heute noch überzeugt. Er stellt jedoch klar: «Das hat nichts Generelles mit Sion zu tun. Aber an jenem Tag haben Lavanchy und Cavaré gefehlt und die Walliser strotzten nicht vor Spielfreude. Da wäre einfach mehr drin gewesen.»

Woran lag es dann, dass der FCL zum dritten Mal hintereinander nicht als Sieger vom Platz ging? «Wenn ich ein Wort nennen müsste, dann ist es Killerinstinkt. Wir haben gespielt, aber oftmals zu leichtfertig und zu wenig zielstrebig. Und wenn wir dann vor dem Tor waren, ging uns eben der Killerinstinkt abhanden. Wir waren nicht schlecht in den vergangenen Spielen, aber haben halt nicht gewonnen».

Gut gespielt, aber nicht gewonnen. Klingt nach einer blauäugigen Ausrede von Mario Frick. Will er den Tatsachen nicht ins Auge blicken? «Intern wurden die Dinge schon mit einer anderen Wortwahl angesprochen, das können Sie mir glauben. Wir brauchen jetzt gegen St. Gallen vor allem eine andere Mentalität, das ist wichtig. Nicht nur der Fussball soll im Zentrum stehen. Sondern wir müssen kämpfen, überzeugt sein bis zum Schluss und alles reinhauen. Ich bin überzeugt, die Mannschaft hat dies verstanden und somit wird dies am Mittwoch auch ein anderes Spiel.»

Die trügerische Tabellenlage

Die Luzerner haben zwar noch ein Spiel weniger. Dennoch liegt der FCL mit 12 Punkten aus 9 Spielen auf dem drittletzten Platz. Sportlich mag es zwar besser sein als die vergangene Vorrunde. Wobei dies kein Qualitätsmerkmal sein sollte. Langsam aber sicher müssen die Luzerner den Worten Taten folgen lassen. Denn die Ansprüche sind eigentlich andere als Tabellenkeller. «Es geht nicht in erster Linie um den sportlichen Druck, sondern darum, dass wir andere Ziele haben. YB thront für mich über allen. Aber danach, ist alles offen. Jeder kann jeden schlagen», so Mario Frick.

Diese unsichere Ausgangslage kann auch schnell gefährlich werden. «Man hat immer das Gefühl, man ist nahe dran. Das kann leichtsinnig sein. Wir müssen jetzt einfach konstant punkten und auf die Siegesstrasse zurückkehren, dann haben wir das Potenzial für in die Top 5.» Die wichtigste Aussage zu dieser Kampfansage liefert Mario Frick dann gleich selbst. «Es nützt aber nichts, wenn wir immer nur darüber reden. Wir müssen es nun auch umsetzen und auf den Platz bringen.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 17. Oktober 2022 20:20
aktualisiert: 18. Oktober 2022 07:10