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Super League

Auch ohne Zuschauer ist Sion - Servette etwas wert

14. März 2021, 04:05 Uhr
Sions Präsident Christian Constantin beschäftigt seinen Interimstrainer Christian Constantin weiterhin - also auch am Sonntag im Rhone-Derby gegen Servette im Tourbillon.
Alain Geiger kann mit Servettes Abschneiden in den welschen Derbys überhaupt nicht zufrieden sein
© KEYSTONE/URS FLUEELER

Die Servettiens haben eine Rechnung zu begleichen. Seit ihrer Rückkehr in die Super League im Sommer 2019 konnten sie die Erzrivalen aus dem Wallis in sechs Spielen nie bezwingen. In den Léman-Derbys gegen Lausanne-Sport schneidet Servette nicht besser ab: ein Unentschieden, zwei Niederlagen.

Aber jetzt scheint der Moment für die Mannschaft von Trainer Alain Geiger in den welschen Derbys gekommen zu sein. Die Genfer haben mit einer augenscheinlichen Leistungssteigerung ihre letzten drei Meisterschaftsspiele gewonnen und sich am FC Basel vorbei auf den 2. Platz verbessert. Den 2. Platz - wenngleich mit 19 Punkten Rückstand auf die Young Boys - hatten die Genfer seit 2003 nie mehr inne. Andererseits bestreiten sie erst ihre fünfte ganze Saison in der Ära der Super League.

«Wenn man in der Tabelle weit vorne ist, ist es einfacher, einen Platz zu verteidigen», sagt Alain Geiger. In dieser Saison ist Servette anders als früher eine Mannschaft mit Prinzipien. Sie hat sich zu einer sehr flexiblen, anpassungsfähigen Mannschaft entwickelt, auch wenn es Geigers oberste Vorstellung bleibt, gut, schön, attraktiv zu spielen. Gegen Zürich (3:1) gewannen die Genfer mit drei Toren nach stehenden Bällen, in St. Gallen (1:0) siegten sie dank einer vorzüglichen Defensivleistung, und zuletzt beim 2:1 gegen Basel dominierten sie mit spielerischen Mitteln einen lange Zeit sehr passiven Gegner.

Die Servettiens kommen mit unterschiedlichen Methoden ans Ziel, zum Sieg. Für den Match im Tourbillon werden sie vielleicht eine vierte Methode bereithalten müssen, denn die ohnehin unberechenbaren Walliser sind in diesen Wochen noch schwieriger einzuschätzen. Nicht einmal den Namen des richtigen Trainers kennt man.

Wie schon am letzten Wochenende in Lausanne wird Christian Constantin seine Mannen auch im Derby gegen Servette coachen. Constantin hat gegenüber Keystone-SDA bestätigt, dass er am Sonntag ein weiteres Mal auf der Bank sitzen respektive davor herumtigern werde. Der offizielle Interimstrainer - es braucht jemanden mit Diplomen und Zertifikaten - ist für die nächsten Wochen Ugo Raczynski. Der frühere Trainer von Martigny ist seit Dezember 2020 Trainer von Sions U16. Dank Raczynskis UEFA-Diplom kann Constantin die drei Wochen ausschöpfen, um den richtigen Trainer, einen mit einer UEFA-Pro-Lizenz, zu finden und anzustellen. Also wird Constantin zumindest noch für den Match gegen Servette die Mannschaft zusammenstellen.

Die Super-League-Spiele vom Sonntag im Überblick:

Sion - Servette (2:0, 1:1). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Tschudi. - Absenzen: Martic, Theler (beide gesperrt), Clemenza, Hoarau, Doldur, Iapichino, Kabashi, Wesley und Zock (alle verletzt); Diallo, Fofana, Henchoz und Ricardo Alves (alle verletzt). - Fraglich: Araz und Lacroix; -. - Statistik: In den welschen Derbys (gegen Lausanne-Sport und Servette) ist Sion in dieser Saison noch ungeschlagen. Zwei Siege und drei Unentschieden schauten heraus. Dass die Absetzung von Trainer Fabio Grosso wirkte, war beim 3:1-Sieg in Lausanne am letzten Sonntag nicht zu übersehen. Die Servettiens wiederum erleben gerade ihre beste Zeit in dieser Saison. Sie holten aus den letzten drei Spielen neun Punkte. Dabei siegten sie auch auswärts: 1:0 in St. Gallen.

St. Gallen - Young Boys (0:0, 1:2). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Schnyder. - Absenzen: Kräuchi, Traorè und Abaz (alle verletzt); Von Ballmoos, Garcia und Petignat (alle verletzt). - Fraglich: - ; Camara. - Statistik: Der Ausgang des Spiels könnte auch davon abhängen, ob YBs Trainer Gerardo Seoane im Hinblick auf das Europa-League-Heimspiel gegen Ajax Amsterdam vom nächsten Donnerstag Kräfte spart und erneut einige Leistungsträger pausieren lässt. In den bisherigen Duellen der Saison dominierten die Berner klar, obwohl sie den Ostschweizern im Spiel im Wankdorf ein 0:0 zugestehen mussten. Der FCSG pendelte in seinen letzten sieben Heimspielen der Super League zwischen Sieg und Niederlagen. YB hat keines seiner letzten 15 Auswärtsspiele in der Meisterschaft verloren. Es ist die drittbeste Serie in der bald 18-jährigen Zeit der Super League. Den Rekord hält der FC Basel seit den Jahren 2013 und 2014 mit 17 Auswärtsspielen ohne Niederlage.

Vaduz - Lugano (1:1, 1:1). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Bieri. - Absenzen: Schmid (gesperrt), Prokopic und Wieser (beide verletzt); Daprelà (gesperrt). - Fraglich: Schmied; - . - Statistik: Eine von Luganos Stärken liegt seit langem in den Auswärtsspielen. Die Tessiner verloren in der Meisterschaft nur eine der letzten 16 Partien auf fremden Plätzen. Vaduz seinerseits ist in der bisherigen Saison zuhause (12 Punkte) ungefähr gleich stark wie auswärts (11 Punkte). Unter diesen Gegebenheiten würde es niemanden verwundern, wenn auch das dritte Duell der Saison zwischen den Liechtensteinern und den Luganesen 1:1 ausginge.

Rangliste: 1. Young Boys 24/53 (42:19). 2. Basel 25/36 (38:36). 3. Servette 24/34 (28:30). 4. Zürich 25/33 (36:34). 5. St. Gallen 24/31 (29:30). 6. Luzern 25/31 (44:42). 7. Lausanne-Sport 25/31 (32:32). 8. Lugano 24/30 (26:27). 9. Sion 24/25 (28:37). 10. Vaduz 24/23 (22:38).

Quelle: sda
veröffentlicht: 14. März 2021 04:05
aktualisiert: 14. März 2021 04:05