Fussball

Der rasante Aufstieg des SC Kriens

Sedrina Schaller, 28. Mai 2020, 19:07 Uhr
Der SC Kriens im Stadion Kleinfeld (Archivbild).
© PilatusToday
Seit heute Donnerstag wird im Kleinfeld wieder gekickt. Nach der Corona bedingten Pause hat die Mannschaft das Training wieder aufgenommen. Mannschaft und Trainer wollen endlich ihre erfolgreiche Saison weiterspielen.

Das Ziel ist klar: «Wir Trainer und Spieler wollen immer kicken», so Trainer Bruno Berner. Am Freitag entscheiden die Clubverantwortlichen von Challenge und Super League darüber, ob und wie es nun diese Saison weitergeht.

An der Generalversammlung der Swiss Football League wird neben der Einhaltung der Schutzmassnahmen und finanziellen Verlusten auch der Umgang mit auslaufenden Verträgen Thema sein. Beim SC Kriens (SCK) laufen derzeit 14 Verträge per 30. Juni 2020 aus, inklusive dem Vertrag von Trainer Bruno Berner. Der Mann, der den SCK nach Jahren zurück zum Erfolg geführt hat.

Der Spagat zwischen Amateur- und Halbprofiverein

Im Rekordtempo wurde der SC Kriens vom Aufsteiger zum Vorzeige-Verein. Der Challenge-Ligist entwickelte sich innerhalb von nur zwei Jahren zu einem der beliebtesten Vereine der Liga. Nach dem Aufstieg am 19. Mai 2018 in die zweit höchste Spielklasse des Schweizer Fussballs, musste der Verein jedoch zuerst umdenken und die Strukturen umkrempeln.

Der kleine Bruder des FC Luzern, wie der Club liebevoll genannt wird, musste auf die sportlichen Erfolge auch seine Strukturen anpassen. Mit wenig Ressourcen musste der SC Kriens innert kürzester Zeit einiges umstellen, um in der Challenge League bestehen zu können.

Ein Training nach Feierabend reichte nicht mehr

Mit viel Fingerspitzengefühl schaffte es Trainer Bruno Berner, sein Team in der neuen Liga zu integrieren. Ein Training nach Feierabend, wie es noch im Amateurbereich möglich war, reichte nicht mehr. In Kriens wurde an den Trainingszeiten geschraubt und die Kräfte jedes Einzelnen wurden Woche für Woche zunehmend ausgesaugt.

Bereits nach wenigen Monaten in der Challenge League musste man sich beim SC Kriens eingestehen, dass der Aufstiegselan verflogen und die Mannschaft am Anschlag ist. Der Ligaerhalt wurde trotzdem durchgeboxt. Und auch die harte Probe in der zweiten Saison haben die Krienser überstanden. Der Spagat zwischen kleinem Budget und grossem Aufwand für Spieler, die nebenbei noch einen Job haben, hat man mit viel Herzblut und überzeugender moralischer Arbeit geschafft.

Der SC Kriens hat sich in der Challenge League einen Namen gemacht

Die Entwicklung des SCK brachte auch Veränderung im Kader mit sich. Nach der ersten Challenge League-Saison musste man den Top-Scorer Saleh Chihadeh (20 Tore in der Saison 17/18, 15 Tore in der Saison 18/19) im Sommer 2019 zum FC Thun ziehen lassen. Im Gegenzug konnte Kriens auf die vergangene Saison hin die beiden ehemaligen Super League Profis Burim Kukeli und Igor Tadic gewinnen.

Während vor zwei Jahren ambitionierte Spieler von anderen Clubs entdeckt wurden, ist der SC Kriens heute an einem Punkt, an welchem dem SC Kriens selbst Spieler angeboten werden. Die harte Arbeit in Kriens, blieb in der Challenge League nicht unbemerkt. Der SC Kriens, momentan auf dem vierten Platz, hat sich zu einem Club entwickelt, der auch für andere Spieler interessant ist.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 28. Mai 2020 19:01
aktualisiert: 28. Mai 2020 19:07