Dank Penalty

YB erkämpft sich gegen Sporting Lissabon ein 1:1, scheidet aber in der Europa League aus

22.02.2024, 23:06 Uhr
· Online seit 22.02.2024, 20:45 Uhr
Die Young Boys spielen bei Sporting Lissabon 1:1 und scheiden somit aus der Europa League aus. Silvere Ganvoula sorgt mit seinem Tor für einen ehrenvollen Abschied der Berner, die aber in Portugal chancenlos blieben.
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Wahrscheinlich wird es etwas überstrapaziert, dieses «Wunder». Gerade, wenn im Kontext eines Fussballspiels zwei Teams aufeinandertreffen, bei denen das eine klar favorisiert ist und eigentlich nichts, ausser eben ein Wunder dafürspricht, dass sich doch das andere durchsetzt.

Auch im Vorfeld der Begegnung der Young Boys mit Sporting Lissabon in den Sechzehntelfinals der Europa League sprachen die Exponenten der Berner immer mal wieder von einem Wunder, das sie benötigen würden, um die Hypothek aus dem Hinspiel (1:3) wettzumachen. Am späten Donnerstagabend lässt sich nach dem 1:1 der Berner im Estádio José Alvalade XXI konstatieren: Die Europacup-Saison der Young Boys endet in Lissabon – und von einem Wunder, sprich einem Weiterkommen, war der Schweizer Meister weit entfernt.

Starker Von Ballmoos

Möglichst lange kompakt stehen, wollten die Berner, dann immer wieder mit schnellen Gegenstössen gefährlich werden und so die Hypothek Tor für Tor abbauen. Doch es dauerte nicht lange, bis diese für YB noch grösser wurde: Nach einer knappen Viertelstunde liess Francisco Trincão Aurèle Amenda mit einem klugen Steilpass auf Sturmpartner Viktor Gyökeres aussteigen. Der Schwede liess daraufhin Amendas Partner im YB-Abwehrzentrum, Fabian Lustenberger, mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen. David von Ballmoos im Tor der Young Boys blieb beim wuchtigen Abschluss ohne Abwehrchance.

Es sollte der einzige Treffer für das Heimteam bleiben, das aber Chancen dafür besessen hätte, vier oder fünf Tore zu erzielen. Es ist ein Indiz dafür, welcher YB-Akteur sich an diesem kühlen Februarabend am meisten präsentieren konnte: Goalie von Ballmoos. Der Emmentaler parierte einige Male stark, etwa gegen Trincão (63.) oder Gyökeres (80.), oder er beanspruchte das Glück des Tüchtigen, als Marcus Edwards eine perfekte Hereingabe von Gyökeres nicht im Tor unterbringen konnte (45.). Seine Glanztat zeigte der 29-Jährige aber in der 57. Minute, als er einen schwach getretenen Penalty von Gyökeres parierte.

Lustenbergers Foul

Besser machte es in der 84. Minute Silvere Ganvoula, der einen Handspenalty für YB verwertete und dem Schweizer Meister, der bis dahin nur spärlich offensiv in Erscheinung getreten war, damit einen ehrenvollen Abschied von europäischer Bühne bescherte.

Fabian Lustenberger dürfte in Lissabon seinen letzten Auftritt auf europäischer Bühne erlebt haben. Einen unglücklichen dazu, verursachte er doch den Penalty Sportings mit einem ungeschickten Tritt in die Beine. Am Vortag war der YB-Captain an der Pressekonferenz gefragt worden, ob ihn der schwedische Stürmer mit seiner Wucht und Torgefährlichkeit nicht an Erling Haaland erinnere, den Norweger im Sturm von Manchester City, der die Young Boys in der Gruppenphase der Champions League vor Probleme stellte. Lustenberger antwortete zurückhaltend, dass Gyökeres und Haaland in gewisser Weise schon vergleichbar seien, zumindest seien sie beide Skandinavier. Trotz Suggestivfrage, die nur genau darauf abzielte, titelten portugiesische Portale darauf: «YB-Captain vergleicht Gyökeres mit Haaland.»

Ob sich der 25-Jährige dereinst in ähnlichen Sphären bewegen wird wie Haaland scheint zumindest nicht ausgeschlossen, und die Ausstiegsklausel von 100 Millionen Euro, die Sporting in seinen Vertrag schreiben liess, ist ein Beleg für die immensen Erwartungen, die in den Stürmer gesetzt werden. In Portugals Hauptstadt träumen die Fans der Grün-Weissen nicht nur vom ersten Meistertitel seit 2021, sondern auch vom ersten europäischen Erfolg seit 1964, als Sporting den «Europapokal der Pokalsieger», einen Vorgängerwettbewerb der Europa League, für sich entscheiden konnte. Zumindest der nächste Schritt zur zweiten europäischen Trophäe ist für die Portugiesen genommen. Der Weg in den Final von Dublin ist für den Achtelfinalisten aber noch weit. Gyökeres hin oder her.

(sda/lae)

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veröffentlicht: 22. Februar 2024 20:45
aktualisiert: 22. Februar 2024 23:06
Quelle: BärnToday

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