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IOC-Session

Nach «schlaflosen Nächten»: Kein Zurück mehr bei Olympia

20. Juli 2021, 16:30 Uhr
Olympia in Tokio ist für IOC-Präsident Thomas Bach ein wichtiges Signal in der Corona-Pandemie. Auch Japans Regierungschef setzt fest auf den Erfolg der umstrittenen Sommerspiele.
Das neue Motto der Olympischen Sommerspiele in Tokio: «Schneller, höher, stärker - gemeinsam»
© Keystone/EPA/KIMIMASA MAYAMA

Im edlen Bankettsaal des Fünf-Sterne-Hotels «Okura» berichtete Thomas Bach von «schlaflosen Nächten». Nach 16 Monaten voller Sorgen trennen den IOC-Chef und die Olympia-Macher von Tokio nur noch wenige Stunden von der Eröffnung der Sommerspiele in Japan.

Also erlaubte sich der Präsident zum Auftakt der 138. Session des Internationalen Olympischen Komitees am Dienstag noch einmal ganz viel Pathos. Olympia in Tokio werde «den Menschen Vertrauen in die Zukunft geben», versprach der 67-Jährige. «Eine kraftvolle Botschaft in die Welt» erhofft sich Bach.

Auch für Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga gibt es trotz des Corona-Notstands in Tokio und der anhaltenden Umfrage-Mehrheiten gegen die Spiele jetzt kein Zurück mehr. Die Bedeutung der Spiele werde durch die schwierigen Umstände «weder belastet noch verringert», beteuerte der Regierungschef bei seinem Grusswort an die IOC-Mitglieder. Seine Gesundheitsberater halten die Austragung des Mega-Spektakels - ohne Zuschauer zwar, aber mit Zehntausenden Ausländern - für keine gute Idee, doch Suga setzt auf den Erfolg der Spiele.

Olympisches Motto angepasst

IOC-Chef Bach indes glaubt auch mit leeren Stadien an die Macht der Bilder. Milliarden Menschen würden die Spiele verfolgen und «bewundern, was die Japaner geleistet haben», sagte der Deutsche. Eine lange Reise liege hinter den Organisatoren der Spiele.

«Keiner von uns hat sich die beispiellosen Herausforderungen vorstellen können, denen wir uns stellen mussten», sagte Bach und verwies auf die Folgen der Katastrophe von Fukushima und die Corona-Pandemie, die Japan seit der Olympia-Vergabe im September 2013 in Krisen stürzten.

Immer wieder hat Bach in den vergangenen Monaten die Solidarität der olympischen Welt beschworen. Auf seinen Vorschlag änderte die Session nun sogar das olympische Motto von «schneller, höher, stärker» in «schneller, höher, stärker - gemeinsam».

Brisbane für 2032 gesetzt?

Auch beim wichtigsten Entscheid der IOC-Vollversammlung wird es am Mittwoch wohl wenig kontrovers zugehen. Brisbane kann zum Abschluss der Session fest mit dem Zuschlag für die Sommerspiele 2032 rechnen, auch wenn IOC-Sprecher Mark Adams versicherte, die Sache sei noch nicht gelaufen.

Doch die Stadt im australischen Bundesstaat Queensland ist der bevorzugte und einzige Bewerber. Dass im sogenannten «zielgerichteten Dialog» als neuem Vergabe-Verfahren eine Reihe andere Interessenten unerwartet schnell auf der Strecke blieben, hat dem IOC Kritik eingebracht.

Zumindest einen Beigeschmack hinterlässt die Tatsache, dass der australische IOC-Vizepräsident John Coates das neue Verfahren federführend entwickelte - und der erste Sieger nun ausgerechnet sein Heimatland ist. «Da gibt es keinen Interessenskonflikt», versicherte IOC-Sprecher Adams. Coates habe nicht abgestimmt.

Unabhängige Berichterstatter werden die Wahl am Mittwoch indes nicht am Ort verfolgen können. Im luxuriösen IOC-Hotel sind mit Verweis auf die Corona-Regeln keine Journalisten zugelassen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. Juli 2021 16:30
aktualisiert: 20. Juli 2021 16:30