Favoriten beim ESAF

Das sind die Königskandidaten unseres Schwingexperten

Marcel Jambé, 25. August 2022, 18:12 Uhr
Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Pratteln steht vor der Tür. Die grosse Frage: Wer holt sich den Königstitel in diesem Jahr? Tele 1-Schwingexperte Linus Fessler verrät, wer seine Favoriten sind.
Wer kommt als Königskandidat in Frage? Unser Schwingexperte Linus Fessler präsentiert uns seine Top 5.
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Schwierig, Schwinger einzuschätzen

Eines stellt Linus Fessler von Anfang an klar: «Es gibt einige Kandidaten, die verletzungsbedingt schon länger keinen Wettkampf mehr bestritten haben: Michael Wiget, Michael Ledermann, Pirmin Reichmuth, Florian Gnägi und Kilian von Weissenfluh. Es ist schwierig einzuschätzen, wie sie ins Sägemehl zurückkehren. Insbesondere, ob sie das ganze Fest durchschwingen oder bereits nach zwei Gängen aufhören.»
Schwierigkeiten hin oder her, hier sind die Top 5 unseres Schwingexperten – und sein Geheimtipp:

Adrian Walther

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Er hatte zuletzt den Brünigschwinget und das Bernisch Kantonale Schwingfest gewonnen. Neben der Schwägalp waren dies seine letzten grossen Schwingfeste. Das hat gezeigt, dass Walter sehr gut in Form ist und am Eidgenössischen auf jeden Fall mit ihm zu rechnen ist.

Joel Wicki

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Er zeigte vor drei Jahren am ESAF in Zug eine super Leistung und war zu Recht am Ende im Schlussgang mit dabei. Er weiss auch, wie man mit Druck umgehen muss. Ausserdem hat er sich optimal auf das diesjährige ESAF vorbereitet. Mit seinen Festsiegen am Innerschweizerischen und beim Rigi-Schwingen gehört er zu meinen Top-Favoriten.

Samuel Giger

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In diesem und auch in den vergangenen Jahren war er national immer an der Spitze und hat dort auch dominiert. Die meisten Schwingfeste, die er antrat, gewann er auch. Mit ganz wenigen Ausnahmen: Auf dem Brünig hat er den ersten Gang gegen Matthias Aeschbacher verloren – das war eine Überraschung. Aus meiner Sicht finde ich die Niederlage gar nicht schlecht, auch mit Blick auf das Eidgenössische. Das hat ihm gezeigt, dass auch er verlieren kann. Deswegen hat er sicherlich noch das eine oder andere angepasst. Vielleicht hatte er sich in der mentalen Vorbereitung noch präziser damit auseinandersetzen können, dass man auch mal eine Niederlage verkraften kann. Darum denke ich, dass er seine Lehren aus diesem Fest gezogen hat und deswegen voll motiviert am Eidgenössischen starten wird.

Fabian Staudenmann

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Der letztjährige Sieger der Kilchberg-Schwinget hatte zwar dieses Jahr kein Kranzfest gewonnen, wurde aber sieben Mal auf dem zweiten Rang klassiert. Das zeigt seine Konstanz und seine technische Vielseitigkeit. Es ist sicher sehr entscheidend, wie der erste Gang zwischen Giger und Staudenmann ausgeht. Aber ich denke, Staudenmann wird sich sehr gut auf Giger einstellen. Ich denke, es sind acht Gänge zu schwingen. Dementsprechend dürfte nach dem ersten Gang noch nichts entschieden sein, egal wie dieser ausgehen wird.

Armon Orlik

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Er hat schon einige Erfahrungen an den verschiedenen ESAFs gesammelt. Im Jahr 2016 war er sogar im Schlussgang dabei, verlor dann aber gegen Matthias Glarner. Auch 2019 zeigte er am Eidgenössischen, was er alles kann. Darum denke ich, dass Orlik mit seiner dritten Teilnahme am ESAF ziemlich weit vorne mit dabei sein wird.

Mein Geheimfavorit

Samir Leuppi
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Der Winterthurer Samir Leuppi hatte man zu wenig auf dem Schirm. Von seiner Postur her ist er aber kein Underdog – er ist 1,94 Meter gross, 135 Kilogramm schwer und gehört damit zu den grössten und stärksten Athleten. Letztes Jahr am Kilchberg-Schwinget hat er mir sehr gut gefallen. Aufgrund einer Fehlentscheidung des Kampfrichters landete er schlussendlich nicht im Schlussgang. Gerade deswegen bin ich mir aber sicher, dass er am ESAF sehr gut vorbereitet sein wird. Wenn er dazu noch zwei gute Tage in Pratteln erwischt, wird es sehr schwierig, ihm Paroli zu bieten.

(mja)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. August 2022 18:12
aktualisiert: 25. August 2022 18:12