Ski alpin

Mutmassliche 70-Prozent-Chance für die finale Abfahrt

16. März 2021, 18:32 Uhr
Die Pistenhelfer haben am Weltcup-Finale auch am Dienstag viel zu tun
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Hinter den letzten Abfahrten des Winters steht nach der Absage der Trainings in Lenzerheide ein Fragezeichen. Die Ultima Ratio soll die Dernière retten. Dafür muss am Mittwoch das Wetter mitspielen.

Mittwoch ist Renntag in Lenzerheide. Theoretisch. Denn das Programm steht wetterbedingt auf wackligen Beinen. Angesetzt sind die Abfahrten beider Geschlechter, wobei das benötigte Training ausstehend ist und ebenfalls am Mittwoch über die Bühne gehen muss. Spielraum für Anpassungen gibt es nicht. Frühmorgens wird der Entscheid fallen, ob das Wetter das grosse Pensum zulässt, auf das man sich am Dienstag festlegte.

Das schlechte Wetter am Dienstag machte es kompliziert. Wind und Schneefälle verhinderten die Durchführung des einzigen Trainings, das im Weltcup Grundbedingung für jede Abfahrt ist. Da bereits die Probeläufe vom Montag abgesagt worden waren, wird es für die letzten Abfahrten des Winters eng. Mit den involvierten Parteien einigte sich die FIS auf den letzten Ausweg, die Ultima Ratio: darauf, die Trainings am Mittwoch vor den Rennen anzusetzen.

Die Männer - in der Abfahrt in Lenzerheide sind es nur 22 - sollen nun um 9.00 Uhr das Training absolvieren und um 12.15 Uhr die Abfahrt bestreiten. Um 10.30 Uhr und um 13.45 Uhr sind die Frauen dran. Die Wetterprognosen für Mittwoch sind eher ungünstig, aber nicht ganz schlecht. Der Wind soll weniger ein Faktor sein als noch am Dienstag. Die Chance, dass es aufgeht, bezifferte OK-Präsident Peter Engler am Dienstag auf 70 Prozent. Dass die Rennen vom Reservestart gefahren werden, ist eine Option.

Die technischen Rennen der kommenden Tage mit Blick auf die besseren Wetterprognosen zugunsten von Abfahrt und Super-G vorzuziehen oder den Team-Wettkampf vom Freitag zu verlegen, war keine Option. Die FIS-Regularien schliessen eine Verschiebung auf ein späteres Datum am Weltcup-Finale aus.

Für Beat Feuz wäre eine Absage verkraftbar. Der Emmentaler führt die Disziplinenwertung 68 Punkte vor dem Österreicher Matthias Mayer an - eine Reserve, die der Emmentaler mit seiner Konstanz auch ohne Absage verteidigen sollte. Mayer kann Feuz die vierte Abfahrtskugel als einziger noch streitig machen.

Bei den Frauen wäre Sofia Goggia eine der grossen Profiteurinnen einer Absage. Die Italienerin, die die WM nach einer Siegesserie in der Abfahrt verletzt verpasste, liegt 70 Punkte vor Corinne Suter und 97 vor Lara Gut-Behrami. Mit dem schwindenden Polster vor Augen will Goggia in Lenzerheide unbedingt antreten und ihr Comeback nach vierwöchiger Pause aufgrund einer Fraktur des Schienbeinkopfs geben.

Dass Training und Rennen am gleichen Tag stattfinden könnten, ist dem Plan kaum zuträglich. Während Suter und Gut-Behrami auf gutes Wetter hoffen, hätte die Italienerin bestimmt nichts einzuwenden, sollte sich die Wetterbesserung verzögern.

Quelle: sda
veröffentlicht: 16. März 2021 18:47
aktualisiert: 16. März 2021 18:32