Fronalpstock

Sessel-Unglück auf dem Stoos: Das ist bisher bekannt

· Online seit 12.02.2024, 19:52 Uhr
Am Wochenende ist im Skigebiet Stoos eine Frau von einem Sessellift gestürzt. Die 60-Jährige wurde dabei schwer verletzt. Wie konnte es so weit kommen? Wie geht es der verletzten Frau? Und hat der Vorfall Konsequenzen? Wir haben bei den involvierten Stellen nachgefragt.
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Das ist passiert

Am Samstag kurz vor dem Mittag war eine 60-jährige Frau mit dem Sessellift unterwegs auf den Fronalpstock. Dabei stürzte sie aus dem Sessel. «Die Frau prallte aus einer Höhe von etwa fünf bis sechs Metern auf den Boden», sagt Thomas Hürlimann von der Kantonspolizei Schwyz gegenüber PilatusToday und Tele 1. Sie sei alleine unterwegs gewesen und hätte weder Ski noch Schlitten dabeigehabt. «Sie war als Wanderin unterwegs.»

So geht es der verunglückten Frau

Die Frau wurde beim Unfall schwer verletzt. Sie erlitt laut der Polizei mehrere Frakturen, unter anderem auch eine Beckenfraktur. «Die Verletzungen sind nicht lebensbedrohlich. Die Frau war ansprechbar, als sie im Spital ankam», sagt Hürlimann.

Das ist zur Unfallursache bekannt

Wieso die 60-jährige Wanderin aus dem Sessel stürzte, ist noch nicht geklärt. Die Abklärungen dazu laufen, den Lead hat die Staatsanwaltschaft. Laut der Kantonspolizei Schwyz gibt es derzeit keine Hinweise, dass ein technisches Problem an der Sesselbahn den Unfall verursacht haben könnte. «Rein technisch hat alles einwandfrei funktioniert.»

Deshalb war die Sesselbahn am Sonntag, am Tag nach dem Unglück, bereits wieder in Betrieb. «Hätte die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST technische Mängel an der Bahn festgestellt, wäre dies nicht der Fall gewesen», erklärt Thomas Hürlimann.

Über den Unfallhergang spekulieren möchte er nicht. Er schliesst aber nicht aus, dass der Wind einen Einfluss gehabt haben könnte. «Die Ermittlungen gehen auch in diese Richtung.» So hätten am Samstag diverse Bergbahnen den Betrieb wegen starken Windes zwischenzeitlich eingestellt. Auch die SUST bestätigt auf Anfrage: «Erste Erkenntnisse zeigen, dass im Zeitraum des Unfalls im Gebiet erhöhte Windgeschwindigkeiten vorherrschten.»

So steht es um die Sicherheit des Sessellifts

Die Sesselbahn auf den Fronalpstock stammt von der Doppelmayr/Garaventa-Gruppe. Diese hat zahlreiche Projekte auf der ganzen Welt realisiert. Ein Sprecher des Unternehmens lässt auf Anfrage verlauten, dass es sich auf dem Stoos um eine «normale Sesselbahn mit den üblichen Sicherheitsvorkehrungen» handelt.

Sprich: Die Sessel lassen sich mit einem herkömmlichen Bügel schliessen, zusätzlich gibt es noch eine Haube, die die Fahrgäste vor dem Wind und der Kälte schützen soll. Weitere Sicherheitsvorkehrungen wie kleine schwarze Plastikklappen am Bügel gibt es bei der Bahn auf den Fronalpstock nicht.

Das sagen die Verantwortlichen der Stoosbahnen

Ivo Husi, Verwaltungsratspräsident der Stoosbahnen AG, hat am Sonntag erstmals Stellung bezogen. Er sagte im Gespräch mit PilatusToday und Tele 1: «Es ist immer schwierig nach solchen Ereignissen. Man fühlt sich betroffen und unsere Aufmerksamkeit ist bei der verunglückten Person.»

Zum Unfallhergang und weiteren offenen Fragen wollte sich Husi nicht äussern, da die Ermittlungen nach wie vor laufen. Er bedankte sich jedoch bei den Helfenden und den Mitarbeitenden, die die Frau direkt nach dem Unfall erstbetreut hatten.

So häufig sind Sesselliftunglücke in der Schweiz

Laut dem Bundesamt für Verkehr (BAV) wurden zwischen 2015 und 2023 insgesamt 279 Zwischenfälle mit Sesselliften gemeldet, bei denen es Personenschäden und/oder Sachschäden gab. In der Statistik sind jedoch auch Arbeitsunfälle enthalten.

Die meisten Unfälle sind laut BAV auf unangemessenes Verhalten der Passagiere bei der Abfahrt oder der Ankunft des Sessellifts zurückzuführen. Bei etwa 75 Prozent der Unfälle mit Personenbeteiligung gab es Leichtverletzte. Todesfälle in diesem Zusammenhang sind sehr selten (3 Fälle in 10 Jahren).

Das sagt der Verband Seilbahnen Schweiz

«Seilbahnen sind mit Abstand das sicherste Transportmittel. Wir haben am wenigsten Zwischenfälle», sagt denn auch Berno Stoffel, Direktor des Verbands Seilbahnen Schweiz. Es gebe Zwischenfälle, vor allem beim Ein- und Aussteigen, wenn man beispielsweise noch mit dem Rucksack beschäftigt ist. Unfälle auf der Strecke seien dagegen äusserst selten.

«Wir sind betroffen, dass so etwas passiert, warten nun aber auf die Untersuchungsergebnisse.» Weil die SUST die Bahn auf dem Stoos wieder freigegeben hat, könne man davon ausgehen, dass die Sesselbahn absolut sicher ist, betont Stoffel. Entsprechend seien keine Sofortmassnahmen angezeigt.

So geht es weiter

Die Schwyzer Staatsanwaltschaft ermittelt die Unfallursache. Hierzu werden Zeugen gesucht, die das Unglück beobachtet oder erste Hilfe geleistet haben. Ebenfalls wird die verunfallte Frau befragt. Vor allem von ihr erhoffen sich die Ermittler wichtige Erkenntnisse, die zur Aufklärung der Unfallursache beitragen.

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veröffentlicht: 12. Februar 2024 19:52
aktualisiert: 12. Februar 2024 19:52
Quelle: PilatusToday

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redaktion@pilatustoday.ch