Richtig schenken

Weniger ist mehr: So vermeidest du enttäuschte Gesichter an Heiligabend

18. Dezember 2021, 08:34 Uhr
Schenken ist schwierig, daran werden wir mindestens einmal jährlich – in der Vorweihnachtszeit – erinnert. Oft sind wir an unseren Mühen aber selbst schuld. Vermeiden wir einige besonders häufige Fehler beim Geschenkekauf, können wir verhindern, dass wir beim Auspacken enttäuschte Gesichter provozieren.
Der entscheidende Moment: Provoziert die eigene Geschenksidee ein Leuchten in den Augen – oder doch ein enttäuschtes Gesicht?
© AP Photo/Thomas Kienzle

Konsumforscher verschiedener Universitäten haben einige besonders häufige Fehler und Irrtümer bei der Auswahl von Geschenken evaluiert. «Der Standard» hat sie zusammengetragen.

Fehlannahme Nr. 1: Jedes Geschenk muss individuell sein

Hier dürften sich viele ertappt fühlen. Oder hat jemand schon einmal all seinen Geschenksempfängern das gleiche Präsent zu Weihnachten überreicht? Wir schenken zwei Menschen erwiesenermassen lieber unterschiedliche, womöglich weniger passende Geschenke, als beiden das Gleiche zu schenken – ungeachtet der Tatsache, dass sie sich nicht weniger freuen würden, wenn jemand anderes das Gleiche erhält. Das gilt sogar dann, wenn die zwei niemals erfahren werden, dass sie gleich beschenkt wurden.

Der Tipp für Weihnachten 2021 ist also: Wenn Freundin und Schwester an ein und demselben Geschenk Freude hätten – dann sollte man nicht davor zurückschrecken, es auch beiden zu schenken.

Fehlannahme Nr. 2: Ein Geschenk muss etwas mit den Hauptinteressen des Beschenkten zu tun haben

Ein weiteres Trainingsshirt für den Hobby-Marathonläufer, ein neuer Pinsel für die begeisterte Malerin oder neue Guetzliformen für den Teilzeitbäcker: Meist haben die Leute bereits genug von den Dingen, die sie ohnehin interessieren – wahrscheinlich auch, weil sie permanent Sachen geschenkt bekommen, die mit ihrer Leidenschaft zu tun haben.

Wieso also nicht mal etwas schenken, dass rein gar nichts mit den Lieblingshobbys zu tun hat? Dabei kommt man erstaunlicherweise auch auf ganz viele neue Ideen.

Fehlannahme Nr. 3: Jedes Geschenk muss einzigartig sein

Wenn wir schenken, wollen wir etwas Spezielles schenken. Schliesslich will man dem oder der Empfängerin ja zeigen, dass man sich etwas ganz Aussergewöhnliches für ihn oder sie ausgedacht hat. Dieser Gedankengang ist nachvollziehbar, aber falsch. Man sollte versuchen, Wünsche einfach zu erfüllen – und nicht, aus einem Wunsch ein ganz besonderes Geschenk abzuleiten: Wen jemand gerne Ski fährt, ist es für die beschenkte Person in vielen Fällen befriedigender, mit ihr zusammen einen Tag auf den Brettern zu verbringen, anstatt ihr beispielsweise einen Kurs in einer Skischule zu schenken. Nur um zu zeigen, dass man sich eben ganz viele Gedanken gemacht und sich etwas besonders Spezielles ausgedacht hat. Weniger ist manchmal mehr – oder eben genau genug.

Fehlannahme Nr. 4: Langweilige Geschenke sind schlechte Geschenke

Jeder kennt die Geschichte: Socken gelten als langweiligstes, unkreativstes Geschenk überhaupt, dicht gefolgt von Haushaltsgeräten. Das mag ein Stück Wahrheit beinhalten, sofern das Geschenk plump präsentiert daherkommt. Es gibt jedoch einen einfachen Trick, wie man langweilige Geschenke spannend verpacken kann. Die Rede ist nicht von einem noch spektakuläreren Geschenkpapier, sondern von der imaginären Verpackung. Marketingforscherinnen haben herausgefunden, dass vermeintlich langweilige Geschenke als interessant wahrgenommen werden, wenn eine dazugehörige Geschichte suggeriert wird. So werden aus langweiligen Wollsocken rasch «der perfekte Begleiter für den nächsten Harry-Potter-Marathon an einem verregneten Sonntagnachmittag». Das weckt Emotionen und lässt eher fade Geschenke in einem neuen Licht erstrahlen.

Fehlannahme Nr. 5: Teure Geschenke sind bessere Geschenke

Mehr Geld auszugeben, garantiert nicht, ein gelungeneres Geschenk präsentieren zu können. Laut einer Stanford-Studie kann man sich mit diesem Gedanken sogar ins eigene Fleisch schneiden. Denn wer mehr Kohle in die Hand nimmt, erwartet meist mehr Anerkennung von der beschenkten Person. Für diese ist das Preisschild aber zumeist von untergeordneter Bedeutung. Damit riskieren wir, uns selbst zu enttäuschen.

Natürlich garantiert das Vermeiden dieser Fehler noch lange kein stressfreies Ideensammeln und Posten in der Adventszeit – ein bisschen einfacher dürften die Perspektivenwechsel die Suche aber durchaus machen.

(con)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 18. Dezember 2021 07:23
aktualisiert: 18. Dezember 2021 08:34
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