Was alles gesagt wird

Fakten und Kurioses zum Linkshänder-Tag

13. August 2020, 06:59 Uhr
Bis in die 1970er Jahre wurden Linkshänder gewohnheitsmässig auf rechts umgepolt. Das führte oft zu Lernschwächen oder sogar psychischen Problemen. Heute werden Kurse und Therapien für Umgepolte angeboten zwecks Rückführung zur angeborenen Händigkeit. (Archivbild)
© Keystone/DPA/CHRISTINA SABROWSKY
Über zehnt Prozent der Menschen weltweit bevorzugen gemäss einer Studie einer englischen Universität für die meisten Tätigen statt die rechte, die linke Hand. Seit 1976 wird am 13. August auch de Linkshändertag begangen. Linkshändern wird allerhand nachgesagt - nicht alles muss aber stimmen.

Übers Rauchen und Heiraten

  • Linkshänder rauchen häufiger als Rechtshänder
  • Linkshänder heiraten seltener: Denn sie haben eine um 39 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit, sich ins selbe Geschlecht zu verlieben.
  • Sie leiden signifikant häufiger unter Schlaflosigkeit.
  • Mütter über 40 haben eine um 128 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit, ein linkshändiges Kind zu gebären als 20-Jährige.

Linkshänder sicherer vor Coronavirus?

  • Linkshänder haben seltener Atemwegserkrankungen, möglicherweise sind sie auch vor dem Coronavirus sicherer als andere. Grund: Sie grüssen mit rechts, führen aber die Linke zum Mund.
  • Linkshänder sind besser im Tastaturschreiben, da fünf der sechs häufigsten Buchstaben im Deutschen auf der linken Seite der Tastatur angeordnet sind. Im Englischen ist es ähnlich.
  • Dass Linkshänder häufiger Choleriker sind, weil sie durch die stärkere Vernetzung ihres Hirns Emotionen schlechter kontrollieren, muss nicht wahr sein. Als negative Beispiele werden meist John McEnroe und Mickey Rourke genannt. Doch auch der sanftmütige Gandhi war ein Linkshänder.
  • Wer als Rechtshänder die Linke benutzt, erlebt eine Schärfung des Gehörs... und zwar sofort.
  • 1998 lancierte Burger King den Linkshänder-Burger. Unschwer zu erraten, an welchem Datum.
  • Die erste Ausstellung mit Werken von ausschliesslich linkshändigen Künstlern fand 1987 in München statt.

Immer mehr Linkshänder?

Eine breite Studie von Gilbert und Wysocki mit einer Million Gewährspersonen zählte 1880 null Linkshänder, 1900 zweieinhalb Prozent, 1920 vier, 1940 zehn, 1960 elfeinhalb und 1980 bis heute zwölf. Hintergrund: Schulkindern wurde bis in die 1970er Jahre die linke Hand auf den Rücken gebunden, damit sie rechts schrieben. Legasthenie, Stottern und sogar psychische Krankheiten waren oft die Folge.

Königreich verwehrt

In Ghana können Linkshänder nicht König werden, weil die linke Hand als unrein gilt. Das hat möglicherweise, wie in arabischen Ländern, pragmatische Gründe: weil man sich den Hintern mit der Linken wischt.

Witziges zum Schluss

Linkshänder sterben früher. Warum? Weil sie nichts recht machen können. So lautet einer der wenigen Lefty-Witze. Die Mär vom frühen Tod wurde durch eine fehlerhafte Studie 1991 in die Welt gesetzt. Die Autoren zählten die Linkshänder in jeder Altersgruppe. Bei den über 80-Jährigen betrug der Anteil praktisch 0 Prozent. Daraus schlossen sie, dass Linkshänder schon vorher starben. In Wirklichkeit gab es im hohen Alter keine Lefties mehr, weil in ihrer Jugend Umpolung obligatorisch war.

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. August 2020 08:05
aktualisiert: 13. August 2020 06:59