Deutliche Unterschiede

Wo Frauen und wo Männer mehr bezahlen als das andere Geschlecht

Lothar Josef Lechner Bazzanella, 24. August 2022, 10:46 Uhr
Eine Studie hat gezeigt: Männer zahlen bei der Auto-Haftpflicht meistens mehr als Frauen. Doch wo gibt es weitere deutliche Preisunterschiede zwischen den einzelnen Geschlechtern – für das gleiche Produkt? Hashtag: Gender Pricing.
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Coiffeur

Es ist sicherlich eines der eklatantesten Beispiele für unterschiedliche Preise zwischen Männern und Frauen für dieselbe Dienstleistung: Der Gang zum Coiffeur. Während Männer durchschnittlich zwischen 35 und 50 Franken für den neuen Look hinblättern müssen, sind es bei Frauen deutlich mehr. Der einfache Grund: Die langen Haare galten jahrelang und bis heute als Standard bei Frauen. Männer hingegen hatten kurze Haare zu tragen. Heisst für Frauen: Mehr Haar, mehr Zeitaufwand für den Coiffeur, mehr verschiedene Schnitte, die man beherrschen muss. Immer öfter hört man aber die Forderung, dass rein die aufgewendete Zeit über den Preis beim Coiffeur entscheiden soll. Schliesslich gibt es auch Männer mit langer Mähne, Frauen mit kahlgeschorener Glatze und alles, was das Coiffeur-Herz sonst noch begehrt.

Dating-Portale

Bei Dating-Portalen zahlen Männer in der Regel deutlich mehr als Frauen. Für letztere sind solche Portale meistens deutlich günstiger, wenn nicht sogar kostenlos. Der einfache Grund: Tendenziell nutzen Männer ohnehin schon öfter solche Plattformen als Frauen. Um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken und auch mehr Frauen dazu zu bewegen, sich auf dem Dating-Portal anzumelden, setzen die Anbieter auf solche Strategien.

Clubs

Ähnlich sieht es bei den Eintrittspreisen für Clubs oder Bars aus. Auch hier gibt es immer wieder Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Und auch hier ist der Grund für diese Unterschiede leider recht simpel. Durchschnittlich besuchen mehr Männer Clubs. Viele kommen auch oder vor allem, um Frauen kennenzulernen. Gleichzeitig lassen Männer durchschnittlich mehr Geld liegen als Frauen, weshalb Clubbetreiber die Männer dadurch anlocken wollen, dass schlichtweg viele Frauen im Club sind. Diese dürfen daher oft günstiger in den Laden.

Reinigung

In der Reinigung kostet ein Hemd in der Regel weniger als eine Bluse. Klingt komisch, ist aber tatsächlich so. Der Grund: Damenblusen sind ein wenig anders geschnitten. Deshalb müssten sie öfter per Hand nachgebügelt werden, so Fachpersonen. Dazu kommt, dass Blusen viel öfter aus Seide sind als Hemden. Das verlangt extra Pflege. Ausserdem werden Hemden deutlich öfter in die Reinigung gegeben als das weibliche Pendant, was dazu geführt hat, dass viele Betriebe nur in der Herrenvariante maschinell – und damit günstiger – reinigen.

Rasierprodukte

Egal ob Rasierschaum, Rasierklinge oder Hautpflege-Produkte. Wenn es um Körperbehaarung geht, müssen Frauen in der Regel deutlich tiefer in die Tasche greifen. Und das deutlich. Bis zu 40 Prozent mehr zahlen Frauen für solche Produkte, wie eine Studie aus Hamburg ergibt. Dabei seien die Inhaltsstoffe, Materialien und Zusammensetzung der untersuchten Produkte nahezu identisch. Vor allem in diesem Sektor fällt das Schlagwort «Gender Pricing» recht häufig. Ausnahme: Wenn es ums Waxing geht, zahlen Männer – weil durchschnittlich einfach stärker behaart als Frauen – in der Regel mehr.

Dir fallen noch weitere Beispiele ein? Dann schreib es uns in die Kommentare.

(baz)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 24. August 2022 08:58
aktualisiert: 24. August 2022 10:46