Wegen Mutation

«Es braucht eher eine Verschärfung der Massnahmen»

28. Dezember 2020, 14:28 Uhr
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Quelle: CH Media Video Unit

Bundesrat Alain Berset zeigte sich an der Pressekonferenz am Montagvormittag verhalten optimistisch. Es sei noch zu früh, um die beschlossenen Massnahmen der letzten Woche bereits evaluieren zu können. Aber die Corona-Fälle und die Positivitätsrate zeigen in die richtige Richtung.

Die Intensivplätze der Spitäler seien zu 73 Prozent belegt, rund 60 Prozent durch Corona-Patienten, so Berset. Die aktuelle Corona-Situation nach den Festtagen sei noch schwer abzuschätzen: «Wir werden noch ein paar Tage brauchen, bis wir sehen, was die Massnahmen gebracht haben.» Die Anzahl Fälle gehe derzeit aber etwas zurück, die Positivitätsrate habe nicht zugenommen.

Kommen trotzdem neue Massnahmen?

Bundesrat Berset sagt, die Mutation des Virus sei eine neue Herausforderung. Deshalb müsse nun rasch gehandelt werden: «Es braucht eher Verschärfungen der Massnahmen. Jeder Fall, den man heute verhindern kann, wird hunderte oder tausende von Fällen in zwei oder drei Monaten verhindern.» Aktuell seien jedoch noch keine neuen Massnahmen beschlossen.

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Quelle: CH Media Video Unit

Obwohl Berset nicht glaubt, dass noch diese Woche weitere Massnahmen diskutiert werden, schliesst er es auch nicht aus. In einer Pandemie müsse man Entscheidungen früh fällen.

Game-Changer – «Lassen Sie sich impfen»

Gemäss Bundesrat Berset sei die Impfung zwar kein Wundermittel, aber «es ist eine gute Entwicklung, dass wir jetzt mit den Impfungen beginnen können.» Trotzdem seien die bekannten Massnahmen wichtig: Hygiene- und Abstandsregeln, Masken tragen, Social Distancing und Contact-Tracing. Dennoch appelliert Berset an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen: «Die Impfung ist gratis.» Er betont jedoch auch: Es gibt keine Pflicht!

Die Impfung sei aber nicht nur wichtig für sich selbst, sondern auch für andere, die man schützen wolle. Eine Impfung sei ein Akt der Solidarität gegenüber den Schwächeren in der Gesellschaft, fasst Berset zusammen. «Ich selbst werde mich klar impfen lassen, sobald es möglich ist», betont Berset. Er redet von einem «Game-Changer».

Lukas Engelberger, der Präsident der Gesundheitsdirektoren, schliesst sich dem Bundesrat an. Er macht folgende drei Aussagen zur Impfung: «Sie ist freiwillig, sie ist eine Option und sie verdient Vertrauen.»

Der elektronische Impfpass kommt

Wie der Gesundheitsminister Berset sagt, wird es ab dem 4. Januar einen elektronischen Impfpass geben, wo man sieht, wer geimpft ist und wer nicht. BAG-Direktorin Levy ergänzt: "Es wird einen elektronischen Impfausweis geben. Wir arbeiten daran.» Es sei ein ganz normaler Impfpass, der nicht nur der Corona-Impfung diene. Hier kann dieser eingesehen werden.

Über die Mutation ist noch wenig bekannt

Bundesrat Berset erwidert auf die Frage eines Journalisten, dass er zum ersten Mal höre, dass die Mutation gewisse Personengruppe – Jugendliche – stärker betreffe. Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim Bundesamt für Gesundheit antwortet, dass man erst einigermassen sicher wisse, dass sich die Mutation schneller übertrage. Was man mehr oder weniger ausschliessen könne, sei ein Einfluss auf die Morbidität und die Mortalität. Ob jedoch Jugendliche stärker betroffen seien, befinde sich im Bereich der Spekulationen, so Mathys.

Ebenso gehe man davon aus, dass die Impfung auch für die Mutation wirke – eine 100 prozentige Garantie gebe es aber auch hier nicht: «Wir sind in einer Situation, wo wir sehr, sehr wenig wissen. Noch spricht nichts dafür, dass die Wirksamkeit beim mutierten Virus abnimmt. Die Impfstoffhersteller gehen aktuell davon aus, dass die Impfstoffe auch gegen diese Virus-Art wirken.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 28. Dezember 2020 12:29
aktualisiert: 28. Dezember 2020 14:28